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5 Punkte für ein gelungenes Pitch Deck

Carsten Lexa
pixabay.com/ Pixabay

Auf Webseiten und in Büchern kann man viel über Pitch Decks lesen und was in diesen enthalten sein sollte oder nicht. Aus meiner Erfahrung sind viele Investoren jedoch unzufrieden mit vielen Pitch Decks, die sie erhalten. Aber wie kann man ein Pitch Deck verbessern? Ein Vorschlag. 

Ich muss gleich vorwegschicken, dass der Vorschlag nicht vollständig von mir kommt, sondern von Xavier Helgesen, dem Gründer von Better World Books und OffGridElectric. Helgesen sprach von seiner eigenen Erfahrung, die sich mit meiner deckt. Nämlich dass viele Pitch Decks im ersten Schritt zu viele Informationen enthalten, die zu dem Zeitpunkt nicht benötigt werden.

Pitch Deck: Diese 5 Punkten sollten laut Helgesen enthalten sein

Gründer:innen sollten sich deshalb auf die für Investoren wesentlichen Informationen konzentrieren. Nun muss man an dieser Stelle erwähnen, dass Helgesen einen US-amerikanischen Blickwinkel hat. Nichtsdestotrotz bringt er einen wichtigen Punkt.

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Denn Gründer:innen müssen sich fragen, welche Informationen insbesondere Investoren zu Beginn interessieren.Insoweit bietet Helgesen einen Ansatz, den ich für sehr interessant halten und den ich deshalb hier erläutern möchte, damit Gründer:innen einen neue Perspektive erhalten.

1. Chance („Opportunity“)

Der erste Punkt betrifft die Chance, die sich ergeben hat und auf die sich die Gründer:innen fokussieren. Dabei sollte insbesondere angesprochen werden, warum diese Chance gerade jetzt und gerade für die Gründer:innen gegeben ist.

Denn es darf nicht vergessen werden, dass viele unternehmerische Chancen nicht plötzlich auftauchen, sondern dass es oftmals lange Vorgeschichten und vorherige Versuche gegeben hat. Was aber hat sich geändert, dass sich aus der Chance nun eine sinnvolle Geschäftsmöglichkeit ergibt?

2. Schmerz („Pain“)

Der zweite Punkt betrifft den Schmerz oder anders ausgedrückt: das Problem, das so dringend und so schlimm ist, dass es sich nicht einfach nur um ein Ärgernis handelt.

Vielmehr geht es um eine drängende Fragestellung, die sich viele Personen stellen und die mit gravierenden Nachteilen verbunden ist. Dieses gilt es darzustellen, denn Investoren sind nicht an einem „me too“-Produkt, sondern an etwas Neuem, auf das sich noch nicht viele Gründer:innen bzw. Unternehmen konzentrieren.

3. Wirtschaftlichkeit („Unit Economy“)

Am Ende des Tages müssen die Gründer:innen zeigen, dass sie mit ihrer Geschäftsidee Geld verdienen können. Und Investoren wollen wissen, über welche Summen gesprochen wird, insbesondere mit Blick auf die einzelnen Stückzahlen (die „units“).

Viele Gründer:innen glauben, dass diese Frage erst zu beantworten ist, wenn es dann zu einem Gespräch mit dem Investor oder einer Präsentation kommt. Tatsächlich wird sich aber jeder Investor fragen, ob die Geschäftsidee von der wirtschaftlichen Seite aus für ihn interessant ist. Im dritten Schritt sollte also diese Frage von Gründer:innen angesprochen und beantwortet werden.

4. Team

Es ist wohl inzwischen allgemein bekannt, dass ein gutes Team aus einer mittelmäßigen Ideen ein tolles Unternehmen machen kann, aber ein mittelmäßiges Team das nicht mit einer tollen Idee schafft. Am Ende des Tages hängt alles am Team.

Deshalb sollte der Darstellung des Teams und warum es gerade fähig ist, ein Unternehmen aufzubauen und zu betreiben, ein besonderer Stellenwert eingeräumt werden. Und dabei geht es nicht um tolle Titel, sondern um den Wert der einzelnen Mitglieder für das Team und woher dieser Wert kommt.

5. Beleg für Nachfrage/ Interesse im Markt („Traction“)

Zuletzt sollte gezeigt werden, warum die Idee nicht nur eine Idee ist, sondern warum es ein Geschäft werden kann. Deshalb geht es jetzt um Prototypen, Absichtserklärungen von Kunden oder sogar konkrete Verkaufszahlen und Gewinne, also um Belege, dass es ein konkretes Interesse beziehungsweise eine Nachfrage gibt. Denn so verdeutlichen die Gründer:innen, dass die Idee konkret wird und demonstrieren das auch.

Fazit: Ein gelungenes Pitch Deck sollte kurz und prägnant sein

Man kann nun wunderbar diskutieren, ob diese fünf Punkte alleine in einem Pitch Deck ausreichend sind. Und man kann sicherlich zu dem Ergebnis kommen, dass man vielleicht noch mehr Informationen benötigt.

Aber man kann sicherlich sagen, dass Investoren kurz und prägnant informiert werden wollen und dass den oben genannten fünf Punkten der Schwerpunkt in einem Pitch Deck zukommen sollte. Zumindest meine Erfahrung mit Investoren bestätigt dies.

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Rechtsanwalt Carsten Lexa berät seit 20 Jahren Unternehmen im Wirtschafts-, Gesellschafts- und Vertragsrecht. Er ist Lehrbeauftragter für Wirtschaftsrecht, BWL und Digitale Transformation sowie Buchautor. Lexa ist Gründer von vier Unternehmen, war Mitinitiator der Würzburger Start-up-Initiative „Gründen@Würzburg”, Mitglied der B20 Taskforces Digitalisierung/ SMEs und engagiert sich als Botschafter des „Großer Preis des Mittelstands” sowie als Mitglied im Expertengremium des Internationalen Wirtschaftsrats. Er leitete als Weltpräsident die G20 Young Entrepreneurs´Alliance (G20 YEA). Bei BASIC thinking schreibt Lexa über Themen an der Schnittstelle von Recht, Wirtschaft und Digitalisierung.