Technologie

Dänisches Start-up baut Tiny Houses per 3D-Drucker – in unter 6 Wochen

3D-Druck, Haus
3DCP Group
geschrieben von Felix Baumann

Das Dänische Start-up 3DCP baut Tiny Houses mithilfe von 3D-Druckern. Der Bau der Mini-Eigenheime dauert weniger als sechs Wochen. Die Kosten belaufen sich auf rund 100.000 Euro.

Der Bau eines Eigenheims in Deutschland gilt als nicht zu unterschätzendes Vorhaben. Neben viel Bürokratie nimmt auch der eigentliche Bau meist mehr Zeit in Anspruch als geplant. Egal, ob Fertighaus oder individuelles Eigenheim: Wer ein Haus bauen will, sollte mit einer Bauzeit von über zwölf Monaten rechnen. Das dänische Start-up 3DCP möchte das jedoch bald ändern.

Das Zauberwort lautet dabei 3D-Druck. Mithilfe von gigantischen Druckern sollen Eigenheime „von der Stange“ entstehen. Von der Planung bis zum Einzug sollen laut 3DCP Group gerade einmal ein paar Wochen dauern. Dank der geringen Bauzeit fallen sinken außerdem die Kosten. Ein nicht unerheblicher Punkt, der bei der Realisierung eines Bauvorhabens entscheidet sein kann.

3D-Druck: Haus entsteht innerhalb von wenigen Wochen

Die 3DCP-Group hat dabei ambitionierte Zeitpläne. Innerhalb weniger Wochen will das Unternehmen seine Häuser schlüsselfertig übergeben. Auf 398 Quadratmetern entstand so beispielsweise auch ein Haus bei schlechten Witterungsbedingungen. Denn das Eigenheim der Zukunft muss auch besonderen Wind und Wetter standhalten können.

Nach etwa fünf Wochen war es dann so weit: Das sogenannte „Haus 1.0“ stand bezugsbereit in einer dänischen Nachbarschaft. Um das zu erreichen, arbeiteten Expert:innen auf der Baustelle etwa 18 Stunden am Tag. Neben den noch manuell einzubauenden Sanitär- und Elektroinstallationen lief der 3D-Drucker dabei etwa 22 Stunden. Dabei fiel er auch regelmäßig aus. Die Verantwortlichen schätzen die Kosten für das Haus auf etwa 100.000 Euro.

Immobilien im 3D-Druck bringen Vorteile, haben aber auch Schwächen

Trotzdem hat das Verfahren auch Nachteile. Zwar entwarfen Architekten die Pläne relativ schnell und effizient in einem CAD-Tool und konnten das Layout auch noch kurzfristig anpassen, allerdings ist die Technologie noch nicht zukunftsfähig. Grund ist, dass das Haus aus dem 3D-Drucker nicht umweltfreundlicher ist als konventionelle Bauweisen. Außerdem ist der Preis noch nicht konkurrenzfähig.

Dennoch ist den Projektteilnehmern etwas Besonderes gelungen. Denn durch die sehr gleichmäßige Aufschichtung des Betons entstand im Inneren und Äußeren eine geschwungene Fassade, die man in anderen Bauten so nie hinbekommen würde. Damit wir künftig mehr solche Projekte sehen, will die 3DCP Group in fünf bis zehn Jahren den Preis im Vergleich zu konventionellen Bauten um 50 Prozent senken.

Auch interessant:
mittwald

Werbung


Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

Kommentieren