Wirtschaft

Soft Skills: Mit diesen 10 Fähigkeiten kannst du die Zukunft mitgestalten

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pixaby.com/ Gerd Altmann
geschrieben von Carsten Lexa

In einer Zeit, in der sich Gegebenheiten rasant und nahezu täglich ändern, braucht es neue Fähigkeiten und Soft Skills, um mit Veränderungen umzugehen. Leider sieht die Realität anders aus: Viele Veränderungen werden ignoriert und neue Herausforderungen werden mit veralteten Fähigkeiten angegangen. Doch es geht auch anders.

Das World Economic Forum (WEF) in einer bemerkenswerten Studie zusammengestellt, mit welchen Fähigkeiten man auf neue Gegebenheiten und Herausforderungen reagieren kann.

Dabei muss ich eines vorwegschicken: Die Studie, der inzwischen dritte „Future of Jobs“-Report, bezog sich auf „job skills of tomorrow“, also auf berufliche Fähigkeiten und Qualifikationen für die Zukunft von morgen. Aber das ist meines Erachtens wohl zu eng gefasst, denn die genannten Fähigkeiten müssen meiner Ansicht nach nicht auf den Beruf beschränkt werden.

Soft Skills: 10 Fähigkeiten, um die Zukunft zu gestalten

Was sind nun die vom WEF herausgestellten Fähigkeiten:

  1. analytisches Denken und Innovation
  2. aktives Lernen und Lernstrategien
  3. komplexe Problemlösungen
  4. kritisches Denken und Analyse
  5. Kreativität, Originalität und Initiative
  6. Führung und sozialer Einfluss
  7. Technologieeinsatz, Überwachung und Kontrolle
  8. Gestaltung und Programmierung von Technologien
  9. Belastbarkeit, Stresstoleranz und Flexibilität
  10. logisches Denken, Problemlösung und Ideenfindung

Wenn man sich diese Fähigkeiten ansieht, dann stellt man fest, dass acht von zehn genannten eher weiche Faktoren wie analytisches Denken, Kreativität oder Resilienz betreffen. Das ergibt auch Sinn.

Denn einfache Aufgaben mit geringen Entscheidungsbandbreiten werden in den nächsten Jahren in immer mehr Bereichen von Maschinen übernommen werden, beispielsweise in der Medizin, im Bereich der Mobilität oder dem Maschinenbau.

Der Mensch wird nicht überflüssig

Das heißt aber nicht, dass der Mensch völlig überflüssig wird. Denn der immer stärkere Einsatz von Maschinen erfordert neue Fähigkeiten beim Menschen – nicht nur in beruflicher Hinsicht. Diese gehen aber nun in eine andere Richtung, müssen viel mehr laut der Studie des WEF auf die folgenden Bereiche zugeschnitten werden:

  1. Verwaltung
  2. Beraten
  3. Entscheidungsfindung
  4. Begründen (argumentieren)
  5. Kommunizieren
  6. Interagieren

Soft Skills: Vermittlung von neuen Fähigkeiten muss neu gedacht werden

Daraus ergeben sich aber nun teilweise gravierende Konsequenzen. Denn Fähigkeiten wie analytisches Denken, aktives Lernen oder kritisches Denken können ja nicht einfach in einem Wochenendworkshop vermittelt werden. Es bedarf vielmehr Zeit und langes Training, um diese Fähigkeiten zu aktivieren und dann immer weiter zu trainieren.

Aus diesem Grund muss beispielsweise die Vermittlung von Wissen in Schulen, seien dies Grund- oder Hochschulen, anders als heute erfolgen. Es kann nicht mehr nur darum gehen, abrufbares Wissen zu vermitteln, sondern es muss um die Vermittlung von Verständnis gehen und darum, wie mit Wissen umzugehen ist.

Des Weiteren muss vermittelt werden, wie ausgehend von etwas Bestehendem etwas Neues erdacht werden kann, und zwar ergebnisoffen. Des Weiteren muss den sich ständig ändernden Gegebenheiten Rechnung getragen werden.

Das kann aber nicht bedeuten, dass statisches Wissen nun einfach immer schneller vermittelt wird, sondern es muss trainiert werden, wie mit Unsicherheiten und den sich daraus ergebenden Folgen umgegangen wird, damit – um es platt zu formulieren – nicht vor lauter steigender Geschwindigkeit die Angst vor den neuen Dingen so groß wird, dann man sich lieber gar nicht mehr bewegt, um nur keinen Fehler zu machen.

Ein neuer Umgang mit Angestellten in Unternehmen

Darüber hinaus wird sich der Umgang mit Mitarbeitern in Unternehmen ändern müssen. In vielen liegt der Fokus bei Fortbildungen und Trainings immer noch auf der Vermittlung von neuem Wissen. Zukünftig werden sich aber Mitarbeiterschulungen immer mehr in Richtung „Soft-Skill-Training“ verschieben müssen.

Das wird aber auch eine neue Art der Messbarkeit des Erfolgs einer Schulung mit sich bringen. Denn anders als bei der reinen Vermittlung von neuem Wissen, bei denen man anhand eines Tests im Nachgang klären kann, ob die Vermittlung des Wissens erfolgreich war, ist das bei Soft Skills nicht so einfach beziehungsweise nicht so schnell möglich.

Hier kann man nicht einfach mittels eines Tests klären, ob beispielsweise der Umgang eines Mitarbeiters mit anderen Menschen nun „erfolgreich trainiert“ wurde. Dies wird sich vielmehr erst in der Praxis nach einiger Zeit zeigen. Das bedeutet aber in der Konsequenz, dass sich die Metriken, mit denen man Trainingserfolg misst, verändern werden, weil sich die Inhalte des Trainings verändern.

Neue Anforderungen an Führungspersonen

Darüber hinaus werden sich auch neue Anforderungen an Führungspersonen ergeben. Denn es wird nicht mehr darum gehen, Prozesse zu entwickeln, einzusteuern und zu überwachen. Vielmehr wird der Fokus auf dem Zwischenmenschlichen in den Betrieben liegen, weil die Übernahme der einzelnen Tasks wie Produktion oder Logistik immer stärker Maschinen überlassen wird.

Das Schaffen eines kreativen Arbeitsumfeldes, der Entwicklung von neuen Fähigkeiten bei den Mitarbeitern und die Verknüpfung von „Fähigkeitsträgern“, den Mitarbeitern, zu einem „Fähigkeitennetzwerk“ im Unternehmen kommt eine immer stärker werdende Bedeutung zu.

Fazit: Soft Skills

Die Zukunft stellt uns vor Herausforderungen. Diese Herausforderungen erfordern Lösungen, die mit althergebrachten Methoden nicht zu erreichen sind. Vielmehr sind neue Fähigkeiten erforderlich, insbesondere der Ausbau der Soft Skills. Denn in immer mehr Bereichen werden Maschinen die anstehenden Tätigkeiten besser ausführen können als Menschen.

Das wird nicht in drei oder sechs Jahren der Fall sein. Aber es wird auch nicht mehr hundert Jahre dauern. Deshalb gilt es, sich jetzt mit den veränderten Herausforderungen und den erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten auseinander zu setzen.

Die zehn Fähigkeiten, die vom World Economic Forum identifiziert wurden, stellen eine gute Ausgangsbasis dar, um zu evaluieren, ob man selbst und sein Umfeld für die Zukunft gewappnet sind.

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Über den Autor

Carsten Lexa

RA Carsten Lexa berät seit über 10 Jahren deutsche und internationale Unternehmen in allen Angelegenheiten wirtschaftsrechtlicher Art, z.B. bei Gründungen, Strukturierungen oder Vertragsgestaltungen aber auch zu rechtlich-strategischen Fragen. Darüber hinaus war er Weltpräsident der G20 Young Entrepreneurs´ Alliance (G20 YEA), Mitglied der B20 Taskforces und Rechtsbeistand der Wirtschaftsjunioren Deutschland. Er ist Mitinitiator der Gründerinitiative Gründen@Würzburg und Botschafter der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Auszeichnung „Großer Preis des Mittelstands“. Bei BASIC thinking schreibt er über Start-ups und unternehmensrechtlichen Fragen.

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