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Tesla unterhält über 1.800 illegale Ladesäulen in Deutschland

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Mit freundlicher Genehmigung von Tesla, Inc.
geschrieben von Fabian Peters

Berichten zufolge betreibt Tesla in Deutschland über 1.800 illegale Ladesäulen. Wie viele andere Betreiber missachtet der E-Autobauer dabei das Eichrecht. Grund dafür ist, dass die Tesla-Supercharger die geladene Strommenge nicht punktgenau abrechnen können. Die deutschen Behörden dulden das. 

Statistiken zufolge betreibt Tesla weltweit über 4.000 Supercharger-Stationen mit fast 40.000 Ladesäulen. Auch hierzulande baut der E-Autobauer seine Ladeinfrastruktur immer weiter aus. Kürzlich hat das Unternehmen einige ausgewählte Standorte außerdem für die E-Autos anderer Hersteller geöffnet.

Tesla betreibt über 1.800 illegale Ladesäulen in Deutschland

Wie das Handelsblatt berichtet, betreibt der E-Autobauer jedoch über 1.800 seiner Ladesäulen in Deutschland illegal. Das Problem dabei ist, dass die sogenannten Supercharger beim Ladevorgang keine exakte Abrechnung des Stroms garantieren. Damit verstoßen die Ladesäulen im Prinzip gegen das deutsche Eichrecht.


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Denn demnach müssen alle Ladestationen, die in Kilowattstunden abrechnen, Zähler haben, die den Strom beim Ladevorgang genau messen. Das gilt sowohl für den öffentlichen Raum als auch für Betriebs- und Privatgelände. Anbieter, die mit ihren Stationen wiederum eine Faltrate oder kostenlosen Ladestrom anbieten, fallen nicht unter das Eichrecht.

Supercharger verstoßen gegen das Eichrecht

Das war zunächst auch bei Tesla der Fall. Denn zu Beginn des rasanten Unternehmenswachstums gab es den Strom an den Ladesäulen des E-Autobauers noch kostenlos. Mittlerweile rechnet der US-Konzern jedoch in Kilowattstunden ab – und das, obwohl sich in den Ladestationen kein erforderlicher Zähler befindet.

Laut Handelsblatt haben wiederum nur vier Ladesäulenanbieter gesetzeskonforme Stationen auf dem deutschen Markt. Dazu gehören ABB, Alpitronic, Compleo und ADSTec von Porsche. Alle anderen Hersteller hinken dem Eichrecht demnach hinterher. Tesla betreibe mit über 1.800 Ladesäulen dabei wiederum die meisten illegalen Stationen.

Behörden dulden illegale Ladesäulen von Tesla und Co.

Laut Gesetz müssen alle Betreiber ihre Ladestationen melden, wenn sie nicht den Vorschriften entsprechen. Die Hersteller müssen den zuständigen Landeseichbehörden außerdem mitteilen, bis wann sie die Stationen gesetzeskonform umrüsten – sprich mit einem Zähler ausstatten.

Eigentlich haben die Behörden dabei mit einer Umsetzung bis Ende 2022 gerechnet. Katharina Boesche, die für das staatliche Förderprogramm für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) Umfragen durchführt, äußerte gegenüber dem Handelsblatt jedoch, dass sich die Nachrüstung vermutlich noch bis Ende 2023 hinziehen wird.

Die Behörden dulden den gesetzeswidrigen Betrieb der Ladesäulenanbieter derweil. Die zuständigen Eichbehörden befinden sich zudem in einer Zwickmühle. Denn sie wollen einerseits geltendes Recht durchsetzen, andererseits aber nicht den Ausbau der Elektromobilität behindern. Dem Vernehmen nach wurden bislang nicht einmal Bußgelder verhängt.

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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