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Viral daneben: Weight Watchers erntet Shitstorm für Werbekampagne auf Tinder

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unsplash.com/Good Faces Agency
geschrieben von Beatrice Bode

Eine Werbekampagne von Weight Watchers sorgt derzeit für Empörung. Influencer Paul Ripke hatte auf Tinder für das Unternehmen geworben. User, die den Fotografen und Podcaster matchten, erhielten jedoch keine netten Nachrichten, sondern Diättipps. 

Ernährungstipps statt Date-Anfragen? Bei den Usern der Dating-App Tinder kommt das offenbar garnicht gut an. Das musste nun auch das Diät-Unternehmen Weight Watchers auf die harte Tour lernen, wie unter anderem der Spiegel berichtet.

Weight Watchers: Shitstorm für Werbekampagne auf Tinder

Im Namen von Influencer Paul Ripke veröffentlichte Weight Watchers zuvor eine Werbekampagne auf Tinder. Nutzer:innen wurden dabei mit einem Profil gelockt, dass so aussah, als ob es von Ripke persönlich eingerichtet wurde.

Der Account stellte ihn als Gesundheitsliebhaber dar, der außerdem Lust habe, gemeinsam mit dem jeweiligen neuen Match zu kochen. Wer sich davon angesprochen fühlte und nach rechts wischte, bekam eine vermeintlich persönliche Nachricht von Ripke, in der es hieß:

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Weight Watchers erntet massive Kritik

Auf Instagram hatte Künstlerin Kim Hoss Screenshots der Werbekampagne veröffentlicht. Das sorgte in den sozialen Medien für Empörung.

Eine Followerin bezeichnete die Werbestrategie als übergriffig. Hoss selbst fragte in einer Nachricht an den Instagram-Account des Unternehmens, ob es auch ein Profil gäbe, das gleichermaßen Männer anschreibt.

Ripke entschuldigt sich

Auch Ripke nahm auf seinem Instagram-Profil Stellung zur Tinder-Kampagne. Er habe die Werbemaßnahme in der Vergangenheit zwar freigegeben. Allerdings wurde in der Kampagne letztendlich sowohl ein anderes Foto des Influencers als auch ein anderer Text veröffentlicht.

Ripke sprach empörten User darüber hinaus zu, dass sie die Tinder-Werbung zurecht als übergriffig wahrgenommen haben. Das ganze Konzept sei eine dumme Idee gewesen.

„Das war nicht ok. Ich möchte mich bei allen, die diese Werbung ausgespielt bekommen haben, persönlich entschuldigen“, schreibt der Fotograf in seiner Insta-Story.

Weight Watchers zeigt Reue für Tinder-Kampagne

Wie Ripke in seinem Post außerdem schrieb, habe er Weight Watchers gebeten, die Kampagne umgehend zu stoppen. Dieser Aufforderung sei das Unternehmen gefolgt.

Man habe es versäumt, Ripke das final ausgestaltete Werbemittel vorzulegen, erklärte eine Sprecherin dem Spiegel. Die Kommunikation auf Tinder sei unsensibel gewesen. Dafür übernehme das Unternehmen die volle Verantwortung. Darüber hinaus bezeichnete Weight Watchers den Vorgang als grobe Fehleinschätzung.

Wer ist Paul Ripke?

Ripke ist ein deutscher Fotograf, der außerdem als Influencer Karriere gemacht hat. Neben seiner ehemaligen Zusammenarbeit mit Weight Watcher unterstützt er unter anderem auch das Formel-1-Tea von Mercedes AMG und die deutsche Fußballnationalmannschaft.

Spätestens ab dem 1. Januar 2023 will der Influencer nicht mehr mit Weight Watchers zusammenarbeiten. Und auch das Diät-Unternehmen verkündete, dass Ripke künftig nicht mehr als Markenbotschafter erscheinen werde.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist freie Autorin und Videografin. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Nach einem Zwischenstopp als Content Creator und Reporterin bei Antenne Thüringen landete sie vor einigen Jahren als Cutterin bei der 99pro media GmbH. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC Thinking.

1 Kommentar

  • Nunja, das was Weight Watchers gemacht hat, ist doch auf Tinder bei etlichen Frauen Gang und Gebe: Sie sind dort nur angemeldet, um für ihren Instagram Kanal Werbung zu machen, und neue Follower zu ernten. Dass viele der Mädels diesen auch monetarisieren, ist ebenfalls erwähnenswert.
    Weight Watchers steht möglicherweise als Einzelmarke nur mehr im Mittelpunkt und war dadurch angreifbarer.

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