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Warum „Künstliche Intelligenz“ oft nur ein trügerischer Marketingbegriff ist

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geschrieben von Fabian Peters

Künstliche Intelligenz: Was ist das überhaupt? Tatsächlich gibt es zu dem Begriff keine eindeutige Definition. Vorstellungen und Realität klaffen außerdem weit auseinander. Unterm Strich ist Künstliche Intelligenz aber vor allem eins: ein Marketingbegriff. Ein Kommentar.

„Künstliche Intelligenz“ (KI) ist in aller Munde. Der Begriff ist dabei vor allem für zahlreiche Medien ein gefundenes Fressen. Denn er liefert genügend Futter für Sensationsmeldungen. Glaubt man den Berichten, dann wird Künstliche Intelligenz uns vor dem Klimawandel retten, bald schlauer sein als der Mensch oder die Menschheit schlichtweg ausradieren.

Es scheint mittlerweile so, als gäbe es kaum eine Utopie oder Dystopie, die nicht in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz steht. Doch es ist offenbar genauso unklar, welche Folgen und Möglichkeiten KI hat als die Frage, was Künstliche Intelligenz überhaupt ist.


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Marketing: Was ist eigentlich Künstliche Intelligenz?

Denn nicht überall wo KI draufsteht, ist auch KI drin. Eines ist Künstliche Intelligenz mittlerweile aber auf jeden Fall: ein trügerischer Marketingbegriff. Denn geht es nach einigen Hersteller, dann basieren ihre Waschmaschinen, Kühlschränke und Kaffeemaschinen auf Künstlicher Intelligenz.

Vor allem die Werbung eines Schweizer Elektronikherstellers fiel mir dabei kürzlich ins Auge – und las sich wie ein schlechter Scherz. „Künstliche Intelligenz: Die am häufigsten bezogenen Produkte ordnen sich automatisch auf den Plätzen eins bis vier an“, hieß es dort. Ein Paradebeispiel dafür, wie man Künstliche Intelligenz ad absurdum führt.

Datenbasiete Produkte sind noch lange keine KI

Denn bei KI geht es – so viel geben gängige Definitionen her – salopp gesagt, um den Versuch, einem Computer menschliches Denken und Lernen beizubringen und ihn damit gewissermaßen künstlich intelligent zu machen.

Anstelle von einer datenbasierten Programmierung stehen dabei vor allem eigenständige Antworten, selbstständige Problemlösungen und Eigenständigkeit allgemein im Vordergrund.

Eine Maschine, die aufgrund ihrer datenbasierten Programmierung weiß, dass die Zahl sieben höher ist als die Zahl sechs, ist jedoch bei Weitem keine „Künstliche Intelligenz“. Klar ist jedoch : KIs basieren immer auf Daten. Und dabei gilt: Viel hilft viel.

Künstliche Intelligenz: Nur ein irreführender Marketingbegriff?

Doch es ist ein Unterschied, ob eine sogenannte „Künstliche Intelligenz“ einen Kontext selber erschließen kann oder ob die Programmierung es ihr vorgibt. Insofern könnte man vor allem in der Marketing- und Werbebranchen durchaus von Irreführung sprechen.

Das Problem dabei: Sowohl Kaffeemaschinenhersteller als auch realistische „Künstliche Intelligenzen“ wie das aktuell für Schlagzeilen sorgende Sprachmodell „Chat GPT“ machen aus ihren „künstliche Intelligenz“ ein Geschäftsgeheimnis.

Ein Beispiel: Eine sogenannte KI, die zwar weiß, dass die Ziffern sechs und sieben Zahlen sind, kann nicht wissen, welche höher ist, ohne dass es ihr beigebracht wurde. Eine KI wie Chat GPT, die auf Befehl hin einen Witz in eine Antwort einbaut oder aus Daten eigenständige Schlüsse zieht, kommt einer kontextualisierten Eigenständigkeit aber deutlich näher.

Es sei denn die Kaffeemaschine entscheidet sich, die Versorgung der Menschheit mit dem beliebten Wachmacher einzustellen. Denn letztlich ist es immer der Mensch, der etwas „künstlich“ intelligent macht.

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

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