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Lidl will Werbung für ungesunde Lebensmittel nicht mehr an Kinder richten

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Lidl
geschrieben von Maria Gramsch

Übergewicht kann vor allem im Kindesalter schwere Folgen für die Gesundheit haben. Der Discounter Lidl will deshalb nun gegensteuern und Werbung für ungesunde Lebensmittel ab diesem Jahr nicht mehr an Kinder richten.

Die Corona-Pandemie hat nicht nur unseren Alltag verändert, sondern hatte vor allem für Kinder und Jugendliche tiefgreifende Auswirkungen. Denn laut einer Forsa-Umfrage ist jedes sechste Kind in Deutschland seit Beginn der Pandemie dicker geworden.

Fast die Hälfte habe sich in der Zeit weniger bewegt als vorher. Auch der Konsum von Süßigkeiten habe bei etwa einem Viertel der Kinder in dieser Zeit zugenommen.

Das könnte auch mit der erhöhten Mediennutzung in der Zeit der Lockdowns in Zusammenhang gebracht werden. Denn wie das RKI in einer Broschüre zu Einflussfaktoren für kindliche Adipositas schreibt, geht Fernsehen mit einem geringen Energieverbrauch einher.

Auch werde das häufig mit dem „dem Verzehr energiedichter Snacks“ verbunden. Das liege vor allem daran, dass die Fernsehwerbung für Süßigkeiten oder zuckerhaltige Getränke „den Verzehr solcher Produkte bei Kindern“ erhöht.

Werbung: Lidl will Kinder nicht mehr mit ungesunden Lebensmitteln locken

Lidl hat für das neue Jahr deshalb gute Vorsätze im Gepäck. Denn der Discounter will ab dem Geschäftsjahr 2023 neue Standards im Kindermarketing setzen. Lidl wolle „grundsätzlich keine ungesunden Lebensmittel mehr an Kinder bewerben“. Ausgenommen davon seien jedoch Aktionsartikeln zu Weihnachten, Ostern und Halloween.

Lidl setzt damit als erster Deutscher Lebensmitteleinzelhändler eine entsprechende Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um.

Der Discounter will in seinem Marketing künftig stattdessen eine „gesunde und nachhaltige Ernährung von Kindern“ fördern. Bis Ende 2025 sollen alle Lebensmittel der Lidl-Eigenmarken, die eine Kinderoptik auf der Verpackung tragen, den WHO-Kriterien für gesunde Lebensmittel entsprechen.

Discounter will bewusste Ernährung fördern

Lidl sei sich „der Tatsache bewusst, dass die Ernährung wesentliche Auswirkungen auf das Klima, die Biodiversität sowie auf die Gesundheit hat“. Daher wolle der Discounter „aktiv die Transformation zu einer zukunftsfähigen Ernährung“ mitgehalten.

„Wir möchten mit den Maßnahmen im Rahmen unserer Strategie für bewusste Ernährung einen nachhaltigeren Konsum und gesünderen Lebensstil in die Breite tragen“, erklärt Lidls Geschäftsleiter Einkauf Christoph Graf.

Für die Maßnahmen habe sich der Discounter an den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Planetary Health Diet orientiert.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig. Neben dem Studium hat sie als CvD, Moderatorin und VJ beim Regionalsender Leipzig Fernsehen und als Content-Uschi bei der Bastei-Lübbe-App oolipo gearbeitet. Im letzten Studienjahr war sie Mitgründerin, CvD und Autorin der Leipzig-Seite der taz.

1 Kommentar

  • Es gibt weder gesunde noch ungesunde Lebensmittel. Alles sind Lebnsmittel und beinträchtigen die Gesundheit nicht. Das Problem ist nicht das Lebensmittel, sondern der Konsument.

    Schon Paracelsus sagte: Alles ist Gift, es kommt nur auf die Dosis an. Auch das „gesündeste“ Lebensmittel ist Gift, wenn man sich nur davon ernährt.

    Im übrigen: das Gegenteil von gesund ist krank. Nennen Sie mir bitte ein Beispiel für ein krankes Lebensmittel

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