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Energiespeicher: Fraunhofer-Institut verwandelt Gebäude in Kältespeicher

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Fraunhofer ISE
geschrieben von Felix Baumann

Forscher:innen vom Fraunhofer-Institut haben ein Konzept entwickelt, mit dem sich fast jedes Gebäude in einen Energiespeicher verhandeln lässt. Als sogenannte Kältespeicher könnten dabei vor allem Bürogebäude die Stromnetze entlasten.

Der Ausbau von nachhaltigen Kraftwerken geriet in Deutschland zuletzt ins Stocken, hat aber weiterhin viel Potenzial. Momentan beziehen wir hierzulande etwa 50 Prozent unsers Stroms aus nachhaltigen Quellen. Dieser Wert laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bis 2030 auf 80 Prozent steigen.

Dennoch birgt Strom aus Windkraft und Sonne auch weiterhin einen entscheidenden Nachteil. Denn wenn es windstill ist oder die Sonne nicht, produzieren die Kraftwerke nicht ausreichend Energie. Dann springen meist klimaschädliche Kohlekraftwerke ein. Doch wenn ein Tag besonders stürmisch oder sonnig ist, steht andersherum zu viel Energie zur Verfügung.


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Energiespeicher: Forscher verwandeln Gebäude in Kältespeicher

Die Forscher:innen am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) haben für dieses Problem nun eine Lösung parat. Diese besteht darin, Bürogebäude in Kältespeicher umzufunktionieren. Dazu speisen Netzanbieter an Tagen mit starken Winden oder vielen Sonnenstunden überschüssige Energie in Kältemaschinen ein.

Ist einer der Folgetage dann windstill oder produzieren Solaranlagen nur wenig Energie, so verwenden die Forscher:innen die Kältespeicher, um Räumlichkeiten zu kühlen. Im Resultat würden Verbraucher:innen durch die Speicher weniger Energie benötigen, der Bedarf sinkt also. Folglich bleiben Kohlekraftwerke oder andere fossile Kraftwerke abgeschaltet.

Gebäude werden gezielt zu effizienten Energiespeichern

Mit diesem Ansatz möchten die Forscher:innen den Herausforderungen der Stromnetze von morgen begegnen. Gebäude würden so gezielt zu Batterien umfunktioniert, die das Netz an Tagen mit geringerem Angebot entlasten. Neben Kältespeichern wäre auch das Aufwärmen von Räumlichkeiten oder der absichtliche Leistungsbetrieb von Wärmepumpen eine Möglichkeit.

Die Industrie kann ebenfalls mithelfen. So schlägt das Fraunhofer-Institut vor, besonders nur dann energieintensive Maschinen anzuschalten, wenn ausreichend Strom zur Verfügung steht. Auch ein Umdenken in der Preisstruktur ist notwendig.

Überschüssiger Strom sollte möglichst kostengünstig oder kostenfrei zur Verfügung stehen, während Strom in Hochzeiten teurer sein soll. Dies ließe sich durch intelligente Stromzähler realisieren.

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

3 Kommentare

  • Sorry to say: Dem Redakteur Felix Baumann fehlt offenbar die Basis der Kenntnisse, um fundierte Beiträge für basicthinking zu verfassen. Ich zitiere aus seinem Beitrag gleich den zweiten wissenschaftlich unhaltbaren Satz: „Momentan beziehen wir hierzulande etwa 50 Prozent unserer Energie aus nachhaltigen Quellen.“ Die alte Leier: 50% beziehen sich nur auf die Stromerzeugung, also auf ca. 25 bis 28% aller derzeit primär verwendeten Energieformen. Der ganze Rest sind Wärmeenergie und fossile wie nukleare Brennstoffe dafür. Richtig müsste seine Einleitung lauten: 30 Jahre nach Einführung des EEG werden ca. 16 bis 18% all unserer Primärenergie wird aus nachhaltigen Quellen erzeugt!

    • Hallo Jörg Sundermeyer,
      danke für den Hinweis. Natürlich ist die Stromerzeugung gemeint. Wir haben das entsprechend korrigiert. Aber sorry to say: Dem Kollegen aufgrund eines Fehlers sämtliche Basiskenntnisse abzusprechen, geht dann doch etwas zu weit.
      Herzliche Grüße
      Fabian Peters

  • „Kälte“ als Energiespeicher zu bezeichnen finde ich etwas irreführend – immerhin ist Kälte eigentlich die Abwesenheit von Energie (Entropie und so).

    Für mich klingt das eher nach „Die Klimaanlage schon mal auf Vorrat laufen lassen“. Oder anders ausgedrückt: Aus dieser „gespeicherten“ Energie kann man vermutlich nicht wieder effizient elektrische Energie gewinnen. Kann natürlich Sinn machen, ist aber ein sehr spezifischer Anwendungsfall.

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