Grün

Sono Motors: Solar-E-Auto Sion wird eingestellt!

Sono Motors, Sion E-Auto
Sono Motors
geschrieben von Christian Erxleben

Es ist ein herber Rückschlag für die deutsche E-Auto-Branche. Der Münchner Hersteller Sono Motors muss aufgrund von finanziellen Problemen die Produktion des Solar-E-Autos Sion komplett einstellen. Das Unternehmen verschiebt seinen Fokus auf das B2B-Solargeschäft.

Solar-E-Auto Sion wird eingestellt

Es hatte sich seit einigen Monaten angedeutet, jetzt ist es bittere Realität: Das vom Münchner Unternehmen Sono Motors stammende Solar-E-Auto Sion wird mit sofortiger Wirkung eingestellt. Alle Vorbestellungen sind storniert und das Geld schrittweise zurückgezahlt.

Das gaben die beiden Gründer Laurin Hahn und Jona Christians in einer Pressemitteilung bekannt. Damit nimmt eines der innovativsten deutschen Projekte aus dem Bereich der E-Mobilität ein jähes Ende.

30 Kilometer Reichweite nur durch Sonneneinstrahlung – jeden Tag

Im Herbst 2017 sorgte Sono Motors mit seiner Idee, ein Solarauto – also ein E-Auto mit Batterie und über 330 Einzelzellen – auf den Markt zu bringen, für viel Aufsehen.

Der Gedanke dahinter: Jeden Tag können Besitzer:innen alleine durch die Sonneneinstrahlung und diffuses Licht mehr als 30 Kilometer an Reichweite ohne eine explizite Ladung gewinnen. In Kombination mit einer Batterie und einer intelligenten Lade-Infrastruktur rund um eine App war der perfekte Kleinstadtwagen der Zukunft entstanden.

Die dahinterstehende Solartechnologie hat sich zudem stets verbessert. Sie ist neben dem Verkauf von Sion sogar das zentrale Geschäftsfeld von Sono Motors.

Steigende Kosten und Finanzierungsprobleme besiegeln Sion-Ende

Und ab sofort sind die solaren Mobilitätslösungen auch das einige Geschäftsmodell der Münchner. Denn das Sion-Programm ist Vergangenheit.

Nach den Angaben der beiden Mitbegründer sind 90 Prozent des gesamten Kapitalbedarfs des Unternehmens in die Sion-Produktion geflossen. Da es auch für Start-ups immer schwieriger und teurer geworden ist, neue Investitionsgelder am Kapitalmarkt zu bekommen, war die Entscheidung gefallen.

Sono Motors fokussiert sich auf B2B-Solarlösungen in der Autobranche

Das Team um Laurin Hahn und Jona Christians will sich „künftig ausschließlich auf die Nachrüstung und Integration der Solartechnologie in Fahrzeuge von Drittarbeitern konzentrieren“, heißt es in der entsprechenden Bekanntmachung.

Mitbegründer Hahn ergänzt:

Auch wenn wir mit dem Sion-Programm unser ursprüngliches Herzensprojekt einstellen mussten, bietet uns die Verlagerung unseres gesamten Fokus auf B2B-Solarlösungen die Möglichkeit, weiterhin innovative Produkte in der Solarindustrie zu entwickeln. Trotz der mehr als 45.000 Reservierungen und Vorbestellungen für den Sion waren wir gezwungen, auf die anhaltende Instabilität der Finanzmärkte zu reagieren und unser Geschäft zu verschlanken. Diese Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen.

Schon aktuell arbeitet Sono Motors als Entwicklungs- und Kooperationspartner von Automobil-Konzernen wie Mitsubishi, Scania und MAN Truck. Vom Hersteller wandelt sich die Firma also zum Dienstleister.


Neue Stellenangebote

Growth Marketing Manager:in – Social Media
GOhiring GmbH in Homeoffice
Communication Expert / Content Designer Social Media (m/w/d)
ISR Information Products AG in Braunschweig
Social Media Manager Marketing & Kommunikation (m/w/d)
ISR Information Products AG in Braunschweig

Alle Stellenanzeigen


Rettungsaktion #SaveSion scheitert

Noch im Dezember 2022 hatte Sono Motors mit einem letzten, verzweifelten Aufruf in den sozialen Medien versucht, das benötigte Geld für die Fortführung der Sion-Produktion einzusammeln.

Insgesamt hätten bei der Kampagne #SaveSion in 50 Tagen mehr als 3.500 Reservierungen mit Anzahlungen in Höhe von 3.000 Euro, die später als Rabatt gewährleistet worden wären, zusammenkommen müssen. Das hat nicht funktioniert und somit das Ende von Sion und dem Solar-E-Auto aus München besiegelt.

Auch interessant:

Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.