Wirtschaft

4-Tage-Woche: Spanien läutet Testphase ein

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unsplash.com/Jorge Fernández Salas
geschrieben von Fabian Peters

Spanien hat eine offizielle Testphase für die sogenannte 4-Tage-Woche eingeläutet. Spanische Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigen haben ab sofort einen Monat Zeit, sich für ein Pilotprojekt der Regierung zu bewerben. Das Versprechen: Eine Verkürzung der Arbeitszeit auf vier Tage bei vollem Lohnausgleich. 

Kleine und mittelständische Unternehmen in Spanien haben derzeit die Möglichkeit, sich für ein Pilotprojekt zur sogenannten 4-Tage-Woche zu bewerben. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die spanische Regierung hervor.

4-Tage-Woche: Spanien startet Pilotprojekt

Demnach stehen rund 9,6 Millionen Euro Budget für das Programm zur Verfügung. Über eine finanzielle Förderung will die spanische Regierung Arbeitnehmer einen Anreiz schaffen, das Arbeitsmodell zu testen. Rund 25 bis 30 Prozent der Beschäftigten sollen dafür mindestens zehn Prozent weniger Stunden pro Woche arbeiten – bei vollem Gehalt.

Antragsteller sollen dafür eine Teilentschädigung von bis zu 200.000 Euro erhalten. Damit sollen die Unternehmen auch potenzielle Beratungskosten abdecken können. Um an dem Projekt teilzunehmen, haben spanische Unternehmen mit weniger als 250 Angestellten derzeit einen Monat Zeit sich zu bewerben.

Spanien will Vier-Tage-Woche zwei Jahre lang testen

Die spanische Regierung will die Anträge derweil bis spätestens November 2023 abarbeiten. Teilnehmende Unternehmen werden wiederum gebeten, die 4-Tage-Woche zwei Jahre lang zu testen. Anschließend will das Land die Leistungsergebnisse prüfen. Parallel dazu läuft laut Reuters derzeit ein einmonatiges Pilotprojekt in der Küstenstadt Valencia.

Die Stadtverwaltung dabei vier aufeinanderfolgende Montage für alle 800.000 Einwohner als lokale Feiertage deklariert. Ziel ist es, die Auswirkungen einer 4-Tage-Woche auf Aspekte wie CO2-Emissionen und das Wohlbefinden der Menschen zu untersuchen. Im Juli 2023 will die Stadt die erste Ergebnisse veröffentlichen.


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Langzeitstudien zur 4-Tage Woche

Die Non-Profit-Organisation „Four Day Week Global“ (4DWG) hat derweil kürzlich eine erste Langzeitstudie zur 4-Tage-Woche mit 33 teilnehmenden Unternehmen aus verschiedenen Ländern präsentiert. In Großbritannien fand wiederum der bislang umfangreichste Versuch des Arbeitsmodells statt.

Von Juni bis Dezember 2022 arbeiteten die Beschäftigten von 61 Unternehmen an vier Tagen dabei durchschnittlich 34 Stunden bei vollem Gehalt. Die meisten sprachen sich anschließend für die 4-Tage-Woche aus. In Belgien gibt es derweil bereits seit Februar 2022 einen landesweiten Anspruch auf das Arbeitsmodell.

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Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

2 Kommentare

  • Danke für den Beitrag, das habe ich in den regulären Nachrichten gar nicht mitbekommen. Ich finde aber es wird höchste Zeit, und während Deutschland sich noch fragt wie man die „Generation Z“ überhaupt noch fürs Arbeitsleben begeistern kann, macht Spanien einfach mal vor wie´s geht.

  • Und in Deutschland wird währenddessen über eine 48h Woche diskutiert um Missmanagement auszugleichen. Aber das ist ja nichts neues mehr.