Technologie

Künstliche Intelligenz: Google Gemini ist KEIN neuer „Meilenstein“!

Google Gemini, Google Bard, ChatGPT, KI, Künstliche Intelligenz
Google
geschrieben von Fabian Peters

Google hat mit Gemini ein KI-Modell angekündigt, das ChatGPT in den Schatten stellen soll. Das Unternehmen spricht sogar vollmundig von einem „Meilenstein“. Doch nicht einmal die offiziellen Angaben geben das her – zumal Gemini auch noch nicht fertig ist. Ein Kommentar.

Gemini soll für Google das sein, was GPT-4 für OpenAI ist. Das geht aus einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens hervor. Darin spricht Google sogar vollmundig von einem „Meilenstein“ in der Entwicklung von KI. Außerdem ist von einer neuen Ära die Rede. Doch das gilt allenfalls für Google selbst.

Google Gemini ist kein neuer „Meilenstein“!

Zugegeben: Auch Google ließ das so verlauten. Liest man die Sensationsheadlines einiger Medien, könnte man aber meinen, dass Google mit Gemini wirklich ein Meilenstein in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz gelungen ist. Doch die plappern einfach nur artig den Pressetext des Unternehmens nach. PR-Arbeit gelungen.


Neue Stellenangebote

Growth Marketing Manager:in – Social Media
GOhiring GmbH in Home Office
Content Management (Web/Social Media)
Hochschule Trier University of Applied Sciences in Trier
Social-Media-Manager (m/w/d) ab sofort in Vollzeit
Freier Verband Deutscher Zahnärzte e.V. in Berlin, Bonn

Alle Stellenanzeigen


Doch von Beginn an: Google hat Gemini bereits Anfang 2023 angekündigt. Die Veröffentlichung zog sich aber hin. Und selbst jetzt ist das KI-Modell noch nicht fertig. Dazu passt auch, dass das Unternehmen der Konkurrenz von OpenAI und Microsoft deutlich hinterherhinkt.

Zum Hintergrund: Gemini ist keine Anwendung wie ChatGPT, sondern ein KI-Modell wie GPT-4 von OpenAI, das – früher oder später – in verschiedenen Google-Produkten zum Einsatz kommen soll. Es kann laut Unternehmensangaben Texte, Bilder, Audio- und Videoinhalten verarbeiten. Außerdem soll es im Schlussfolgern besonders gut sein.

Ein Beginn einer neuen Ära lässt sich dabei aber nur bedingt erkennen – und zwar höchstens für Google selbst. Denn Gemini ist noch nicht in allen Ausführungen nutzbar. Außerdem ist das KI-Modell bislang zunächst nur auf Englisch „in mehr als 170 Ländern“ verfügbar. Europa gehört nicht dazu!

Ist die Google-KI besser als ChatGPT?

Wie Gemini kann auch ChatGPT Texte, Bilder und Sprache verarbeiten – wenn teilweise auch nur im Bezahlabo ChatGPT Plus. Doch wirklich besser ist das KI-Modell von Google nicht wirklich. Wir haben ChatGPT beispielsweise die Aufgabe mit der blauen Ente aus dem Google-Video (siehe Pressemitteilung) gestellt, die es ähnlich gut lösen konnte wie Gemini.

Google hat sein KI-Modell laut eignen Angaben jedoch auch in verschiedenen Bereichen direkt mit ChatGPT verglichen. Das Ergebnis: Gemini ist demnach in den meisten Fällen nur wenige Prozentpunkte besser als die OpenAI-KI – wobei Google dabei vermutlich die rosarote Brille getragen haben dürfte.

Ein Meilenstein ist Gemini deshalb sicherlich nicht. Eine neue Ära? Durchaus! Aber eben nur für Google selbst. Denn so wie es scheint, hat das Unternehmen den Vorsprung von OpenAI auf den ersten Blick aufgeholt – vielleicht sogar minimal getoppt.

Allerdings entwickelt OpenAI mit GPT-5 bereits seit einiger Zeit ein neues KI-Modell, das noch leistungsstärker sein soll. Die Aufholjagd von Google könnte deshalb schnell wieder verpuffen. Zumal aus Kreisen von OpenAI bereits durchsickerte, dass dem Unternehmen offenbar ein großer Fortschritt gelungen ist.

Auch interessant: 

Über den Autor

Fabian Peters

Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).

1 Kommentar

  • Was der Autor aussagt habe ich mir auch gedacht, war aber unsicher, ob ich richtig liege, weil es so viele Jubelmeldungen in der Presse gab.
    Prima Artikel, der es auf den Punkt bringt.
    Auch dass Europa derzeit nicht dazu gehört, wird -im Gegensatz zu vielen anderen Kommentatoren- deutlich erwähnt.

Kommentieren