Switchitis, Dauer-Zocken, Nintendo Switch

„Switchitis“: Zwölfjähriger erleidet Schwellungen und Ödem durch Dauerzocken

Fabian Peters
unsplash.com/ Alvaro Reyes

Ein Zwölfjähriger ließ kürzlich zahlreiche Ärzte in Japan verzweifeln. Seine Symptome: wochenlange Schmerzen und Schwellungen am Zeigefinger. Doch dann wurde klar, woher sein Leiden rührt. Der Teenager verbachte fast seine komplette Freizeit mit Dauerzocken auf seiner Nintendo Switch. Diagnose: „Switchitis“.

Wer glaubt, dass die Worte „Switchitis“ und „Nitendinitis“ Hirngespinste sind, der irrt. Denn die Begriffe stammen nicht etwa von besorgten Eltern, die ihren Kindern ein schlechtes Gewissen einreden wollen. Sie bezeichnen echte medizinische Probleme – ausgelöst durch Dauer-Zocken.

Akute „Switchitis“: Eine neue Form der „Nitendinitis“

Für einen Zwölfjährigen aus Japan ist die sogenannte „Switchitis“ kürzlich schmerzhafte Realität geworden. Der Teenager litt wochenlange unter Schmerzen und hatte Schwellungen am Zeigefinger. Ärzte gingen zunächst von einer Rheuma-Erkrankung aus.

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Denn der Junge klagte über starke Schmerzen in seinem linken Zeigefinger, der außerdem geschwollen war. Er wies jedoch keine anderen Verletzungen oder Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust oder Gelenkschmerzen auf. Auch im Labor konnten die Ärzte keine Hinweise auf eine Entzündung entdecken. Doch dann wurde klar, woher die Symptome des Jungen stammen.

Schwellungen und Knochenmarködem durch Dauerzocken

Denn nach einigen Fragen der Ärzte offenbarte der Teenager, dass er fast seine komplette Freizeit mit seiner Nintendo-Switch verbrachte. Rund vier Stunden an Werktagen und sogar bis zu zwölf Stunden an Wochenenden. Die Folge des Dauerzockens: Schwellungen unter der Haut des Zeigefinger und ein Knochenmarködem am Handknochen.

Den behandelnden Ärzten zufolge sind die Symptome eindeutig auf exzessives Zocken an einer Nintendo Switch-Konsole zurückzuführen. Das geht aus einem Bericht der Mediziner im Journal of Pediatrics hervor. Ihre Diagnose „Switchitis“ – eine neue Unterform der bereits zuvor schon einmal diagnostizierten „Nintendinitis“.

Die Ärzte aus Japan raten anderen Kollegen deshalb, sich mit der Erkrankung auseinanderzusetzen. Vor allem unklare Fingerschmerzen bei Jugendlichen könnten darauf hindeuten.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).