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US-Internat experimentiert mit Smartphone-Verbot – Bilanz positiv

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Adobe Stock/Andrii Yalanskyi
geschrieben von Beatrice Bode

Eine US-amerikanisches Internet hat ein Experiment gewagt. Seit mehr als einem Jahr herrscht unter den Schülern und Lehrern ein ausnahmsloses Smartphone-Verbot – mit positivem Ergebnis. 

Smartphones können die Kommunikation erleichtern, uns den Weg weisen, als Kamera dienen und sogar Leben retten. Gleichzeitig sind sie allerdings auch nachweisbar für die Verschlechterung unserer mentalen Gesundheit verantwortlich und lenken grundsätzlich ab. Das Buxton-Internat im US-amerikanischen Massachusetts hat sich deshalb eine Lösung für das Problem überlegt. Seit mehr als einem Jahr gilt ein Smartphone-Verbot für die ganze Schule – mit überraschendem Erfolg.

Smartphone-Verbot: Schüler nutzen schwarz-weiß Geräte

Wie The Guardian berichtet, ersetzte die Schule die Smartphones aller Schüler, Lehrer und des übrigen Personals durch sogenannte „dumb“-Phones – also „dumme“ Telefone. Mit den Geräten können lediglich Anrufe getätigt, SMS verschickt und schwerfällige Versionen von Musik- und Maps-Anwendungen geladen werden.


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Moderne Apps funktionieren nicht. Außerdem haben die dummen Telefone nur schwarz-weiße Bildschirme. Ein Schüler bezeichnete die Modelle als „dämonisches Baby eines iPads und eines Kindle“.

Während man annehmen könnte, dass sich vor allem junge Menschen gegen das Verbot wehren würden, ist das Ergebnis ein anderes. Denn die meisten Teilnehmer des Experiments sind sich einig, dass die Schule mit den altmodischen Telefonen besser dran ist.

Laut TheGuardian gäbe es weniger Unterbrechungen im Unterricht und mehr sinnvolle Interaktionen auf dem Campus. Außerdem verbringen Schüler und Personal weniger Zeit an den Geräten. „Es ist ein Problem, das wir ziemlich gut in den Griff bekommen haben“, so Scott Hunter, Lehrer für Englisch und Musik. Eine Schülerin glaubt wiederum, dass die Leute viel sozialer seien als zuvor.

Smartphone-Nutzung kann zu Lernrückständen von bis zu einem Jahr führen

Nicht nur in Buxton, sondern auch im Rest der USA hatten Lehrer mit der Smartphonenutzung im Unterricht zu kämpfen. Eine Umfrage in einem Schulbezirk in Virginia ergab beispielsweise, dass etwa ein Drittel der Pädagogen die Schüler fünf bis zehn Mal pro Klasse aufforderten, ihre Geräte wegzulegen. Etwa 14,7 Prozent von ihnen taten das sogar mehr als 20 Mal pro Klasse.

Wie verschiedene Medien berichten, ergab die international durchgeführte Hattie-Studie im vergangenen Jahr außerdem, dass digitale Medien ein Risiko für Schüler darstellen. Eine intensive Smartphone-Nutzung könne nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu massiven Bildungsrückständen führen und einen Lernrückstand von bis zu einem Jahr zur Folge haben.

Auch Schlafstörungen und Cyber-Mobbing werden durch intensive Nutzung von Mobiltelefonen ausgelöst. Am Buxton-Internat blickt das Personal insgesamt auf einen positiven Erfolg zurück. Aber die Schüler versuchten gelegentlich ihre Grenzen auszutesten und die Smartphones in den Unterricht zu schmuggeln. Was die akademischen Leistungen betrifft, sollen Daten folgen.

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Über den Autor

Beatrice Bode

Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.

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