Technologie

Yahoo: Wie die Google-Alternative als Suchmaschine scheiterte

Yahoo, Suchmaschine
Pixabay.com / Simon
geschrieben von Maria Gramsch

Google ist der absolute Platzhirschen unter den Suchmaschinen. Doch was ist eigentlich aus dem ehemaligen Konkurrenten Yahoo geworden und war die Google-Alternative zum Scheitern verurteilt?

Die Welt der Suchmaschinen wird heutzutage vor allem von einem Unternehmen dominiert. Seit Jahrzehnten ist Google für viele Suchende im Netz die erste Anlaufstelle.

Der Erfolg der Suchmaschine aus dem Hause Alphabet lässt sich mittlerweile auch am Sprachgebrauch ablesen. Denn „googeln“ hat es als Verb bereits 2004 erstmals in den Rechtschreibduden geschafft.


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Doch in den Anfangsjahren war die Marktbeherrschung von Google noch nicht so ausgeprägt. Ob Lycos oder Yahoo – gerade in den 90er Jahren gab es einige Konkurrenz auf dem Markt.

Doch wieso konnte eine damals so erfolgreiche Marken wie Yahoo sich nicht durchsetzen, während Google heute pro Sekunde durchschnittlich 65.000 Suchanfragen verarbeitet?

Die Anfänge von Yahoo waren vielversprechend

Vor 30 Jahren begannen die beiden Yahoo-Gründer Jerry Yang und David Filo mit ihrer Suchmaschine. Bereits während ihres Studiums an der Universität Stanford arbeiteten die beiden damaligen Doktoranden an einem Katalog für Web-Adressen.

Der Katalog mit dem Namen „Jerry and David’s Guide to the World Wide Web“ erfreut sich schnell großer Beliebtheit. Ein Grund mehr für die beiden Gründer, im Jahr 1995 das Unternehmen Yahoo zu gründen.

Auch Börsengang und Internationalisierung lassen nicht lange auf sich warten. Bereits ein Jahr nach der Gründung geht Yahoo an die Börse und expandiert nach Japan, Frankreich und Großbritannien. 1997 folgten dann bereits unter anderem Australien, Singapur und Dänemark.

Geld verdient Yahoo damals ähnlich wie es heute im Netz bei vielen Unternehmen der Fall ist: mit Werbung. Doch als im Jahr 2000 die Dotcom-Blase platzt, fängt auch Yahoo stark an zu straucheln.

Kein Entkommen aus der Krise

Zwischen wegbrechenden Werbeeinnahmen und der Einführung von Bezahldiensten bei Yahoo tritt Google auf den Plan. Die erst 1998 gegründete Suchmaschine erfreut sich relativ schnell großer Beliebtheit.

Yahoo kann da allerdings nicht mithalten. Das Unternehmen versucht es zwar zwischendurch mit der Suchtechnologie von Konkurrenten wie Altavista und eben Google, schwenkt im Jahr 2004 aber wieder auf den eigenen Algorithmus um.

Dieser allerdings kann mit dem von Google genutzten Ranking der Suchergebnisse nicht mithalten. Denn bei Google erhalten Nutzer:innen so relevantere Suchergebnisse. Nur in Japan kann Yahoo sich noch eine Weile länger behaupten.

Der Untergang von Yahoo

Im Jahr 2007 versucht dann Microsoft, sich bei dem Unternehmen Yahoo einzukaufen. Allerdings scheitern die Verhandlungen.

Microsoft bietet den Aktionär:innen zwar 44 Milliarden US-Dollar an. Doch das Unternehmen selbst will pro Aktie neun Euro mehr – und das, obwohl Google den einstigen Rivalen bereits längst hinter sich gelassen hat.

Auch die ehemalige Google-Managerin Marissa Mayer, die 2012 die Leitung der Geschäfte übernimmt, kann den Karren nicht mehr aus dem Dreck ziehen. Denn trotz zahlreicher Expansionsvorhaben kommt die einstig so beliebte Suchmaschine nicht mehr auf einen grünen Zweig.

Inzwischen gehören die Reste von Yahoo zum US-Telekommunikationskonzern Verizon. Die Marke selbst gibt es nicht mehr, sie wurde unter dem Dach von Verizon in Altaba umbenannt.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.

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