Social Media

Das eigentliche Problem an Social Media – ist nicht die dort verbrachte Zeit

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Pixabay.com / natureaddict
geschrieben von Maria Gramsch

Die Nebenwirkungen von Social Media vor allem auf Jugendliche sind ein häufig diskutiertes Thema. Oft werden Probleme mit der auf den Plattformen verbrachten Zeit in Verbindung gebracht. Doch laut einer neuen Studie ist die Zeit überhaupt nicht das eigentliche Problem mit sozialen Netzwerken.

In Deutschland nutzen fast alle Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren täglich ihr Smartphone. Laut einer Umfrage zur Mediennutzunug von Jugendliche in Deutschland liegt die Zahl bei rund 93 Prozent. Weitere fünf Prozent gaben eine Nutzung mehrmals pro Woche an.

Ähnlich sieht es bei den sozialen Netzwerken aus. Denn auch diese sind bei Jugendlichen äußerst beliebt. Hier hat laut der ARD/ZDF-Onlinestudie 2023 bei den 14- bis 29-Jährigen Instagram die Nase vorn. Demnach nutzen 79 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe die App aus dem Hause Meta.


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Und hier verbringen sie auch jede Menge Zeit. Laut einer Untersuchung der DAK-Gesundheit und dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen verbringen 12- bis 17-Jährige rund zweieinhalb Stunden täglich in sozialen Netzwerken. Je älter sie werden, desto größer wird diese Zahl. Denn bei den 16 und 17 Jahre alten Mädchen sind es täglich schon dreieinhalb Stunden.

Allerdings könnte die viele Zeit, die Heranwachsende bei TikTok, Instagram und Co. verbringen, nicht der ausschlaggebende Grund für die oft negativen Auswirkungen des Social-Media-Konsums haben wie bisher angenommen. Zu dem Schluss kommt eine Untersuchung des Norwegian Institute of Public Health (NIPH).

Das eigentliche Problem mit Social Media

Das grundlegende Problem der sozialen Netzwerke sei laut der Studie nicht die viele Zeit, die Jugendliche hier verbringen. Viel problematischer sei hingegen das Gefühl, dass die sozialen Netzwerken manchen Jugendlichen vermitteln.

„Es ist also etwas anderes als der hohe Zeitaufwand für soziale Medien, der besorgniserregend ist“, erklärt die Forscherin Turi Reiten Finserås vom NIPH. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Messung der Zeit, die mit sozialen Medien verbracht wird, kein genauer Indikator für deren problematische Aspekte ist.“

Es sind die anderen Facetten der Nutzung sozialer Medien, die potenziell problematisch sein könnten.

Denn Symptome von Angst und Depressionen treten häufiger bei denjenigen auf, die sich in den sozialen Medien beobachtet fühlen. Diese Jugendliche hätten oft das Problem, dass andere bei Social Media bewerten, wo oder mit wem sie sich aufhalten und was sie unternehmen.

Das steckt hinter der Studie

Für die Untersuchung haben die Forscher:innen des Norwegian Institute of Public Health insgesamt 2.000 Jugendliche der Sekundarstufe II in Bergen befragt. Dabei kamen sie zu dem Schluss, dass „psychische Gesundheitsprobleme auf andere Bedingungen zurückzuführen sein“ können.

Als besonders besorgniserregend haben die Forschenden dabei die Gefühle eingestuft, die die Nutzung von Social Media bei zahlreichen Jugendlichen auslöst.

Denn die Jugendlichen, die Symptome von Angst und Depression aufwiesen, gaben häufiger an, dass sie sich von den sozialen Netzwerken überwältigt fühlen. Auch der Punkt der Überwachung wurde hier angegeben. Wieder andere wünschten sich, mehr über die Auswirkungen der Nutzung von sozialen Netzwerken zu erfahren.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.

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