Testbericht

Honor Magic V2 RSR: Das faltbare Luxus-Smartphone im Alltagstest

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Bild: Porsche Design
geschrieben von Nils Ahrensmeier

Das Honor Magic V2 RSR ist das neueste faltbare Smartphone der ehemaligen Tochterfirma von Huawei. Wir haben das Smartphone in der “Porsche Design” Version getestet.

Das Honor Magic V2 RSR hat einen umfangreichen Lieferumfang. Denn das Smartphone beinhaltet zwei Schnellladegeräte, wobei eins für das Vereinigte Königreich angepasst wurde. Zudem gibt es eine hochwertig verarbeitete Hülle und einen Stift mit Hülle, weil dieser nicht im Telefon verbaut wurde.

Solch einen Lieferumfang kann man bei dem aufgerufenen Preis zwar erwarten, macht aber auch nicht jeder Hersteller. Google und Samsung legen ihren faltbaren Smartphones etwa keine Ladegeräte oder Hüllen bei.


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Das Honor Magic V2 RSR wird in einer großen, eleganten Box geliefert (Bild: BASIC thinking)

Honor Magic V2 RSR: Design und Verarbeitung

Das Honor Magic V2 sieht in der Porsche-Design-Edition ein wenig anders aus, als das normale Magic V2. Statt Glas oder Kunstleder verwendet der Hersteller graues “Fiberglas”, das den Namen “Agate Grey” trägt. Das Material hat einen kleinen geradlinigen “Knick” an der linken Seite unter dem Kameraelement, der an die abfallende Dachlinie des Porsche 911 erinnern soll.

Honor Magic V2 RSR, Rückseite, Porsche

Das Honor Magic V2 RSR hat eine angepasste Rückseite und soll an den Porsche 911 erinnern (Bild: BASIC thinking)

Das Kameraelement selbst wurde ebenfalls ein wenig umgestaltet. So sitzen die drei Linsen in einer etwas aus dem Rahmen stehenden Glasdekor, der zu der Linie abgeflacht ist.

Auf der Vorderseite befindet sich ein 6.43 Zoll großer Bildschirm im Format 23.1:9, wobei die Bildschirmränder zur rechten Seite ein wenig abgerundet sind. Faltet man das Gerät auf, befindet sich im Inneren ein großer 7.92-Zoll-Bildschirm mit 9.8:1 Seitenverhältnis. Dieser hat dünnere Bildschirmränder als das Google Pixel Fold, kommt aber nicht an das Galaxy Z Fold 5 heran.

Das dünnste faltbare Smartphone auf dem europäischen Markt

Anders als die ersten Generationen faltbarer Smartphones sind die Geräte heutzutage dünner und leichter geworden. Bisher habe ich aber nichts so Dünnes wie das Magic V2 RSR gesehen. Mit 10,1 Millimeter ist es ganze drei Millimeter dünner als das Fold 5 von Samsung und zwei Millimeter dünner als das Pixel Fold von Google. Mit 234 Gramm ist es zudem das leichteste faltbare Smartphone in dem Format – ganze 20 (Samsung) beziehungsweise 49 (Google) Gramm leichter als die Konkurrenz.

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Das Honor Magic V2 RSR ist das dünnste faltbare Smartphone auf dem Markt – knapp 2 mm dicker als ein iPhone 15 Pro Max (Bild: BASIC thinking)

Die Verarbeitung des Gerätes ist hervorragend. Sowohl die verwendeten Materialien fühlen sich im Alltag hochwertig an, als auch die Verarbeitung des Gerätes selbst. Die Knöpfe lassen sich gut drücken und geben eine spürbare Resonanz. Die Falte knarzt nicht, lässt sich gut bewegen und bleibt auch in Position. Nur im 90 Grad Winkel wirkt der Mechanismus von Samsung stabiler. Zudem hat das Magic V2 im Vergleich zum Fold 5 von Samsung keine offizielle Wasserschutzzertifizierung.

Die Bildschirme

Honor setzt bei beiden Bildschirmen auf OLED-Panels mit 120 Hertz Bildwiederholrate, was mittlerweile bei faltbaren Geräten in der Preiskategorie auch zu erwarten ist. Der vordere Bildschirm kann maximal 1300 Nits hell werden und hat eine Auflösung von (krummen) 1060 x 2376 Pixeln.

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Der äußere Bildschirm ist breiter als von der Konkurrenz, damit lassen sich Nachrichten leichter schreiben (Bild: BASIC thinking)

In der Praxis bedeutet das: ein heller, scharfer Bildschirm mit schnellen Animationen und guter Farbabstimmung. Gerade für unterwegs eignet sich dieser Bildschirm, denn damit kann schnell eine Nachricht getippt oder bei heller Sonne eine Benachrichtigung gelesen werden.

Vor allem das Seitenverhältnis hebt es aber von Samsung ab, da es auf einem deutlich schmaleren Bildschirm basiert, was für deutlich mehr Tippfehler sorgt. Auch an dieses Seitenverhältnis musste ich mich erst gewöhnen, doch auf längere Sicht wäre das bei Samsung deutlich schwerer.

Der innere Bildschirm

Der große knapp 7,92-Zoll-Bildschirm im Inneren des Gerätes hat eine Auflösung von 2.156 × 2.344 Pixeln und wird nur circa 930 Nits hell. Anders als der Bildschirm auf der äußeren Seite ist auf dem inneren Bildschirm eine Folie angebracht, um laut Hersteller weniger Reflexionen zuzulassen.

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Der große Bildschirm des Honor Magic V2 RSR eignet sich gut für Fotos oder Apps wie Google Maps (Bild: BASIC thinking)

Auch das klappt im Alltag ziemlich gut. Nur bei sehr starker Sonne muss der Bildschirm auf die maximale Helligkeit gebracht werden, um Inhalte ablesen zu können. Diese sehen aber richtig toll auf solch einem großen Bildschirm aus. Ob Videos, Fotos oder einfach die Google Maps Karte: Der zusätzliche Platz ermöglicht ganz neue Möglichkeiten.

Auch zwei Apps nebeneinander anzuzeigen ist möglich, nützlich zum Beispiel beim Schreiben einer E-Mail oder eines anderen Textes. Von der Qualität der Farben oder der maximalen Helligkeit liegt das Fold 5 von Samsung aber noch ein Ticken weiter vorn. Wobei die meisten Kundinnen und Kunden dies im Alltag nicht bedeutsam merken würden.

ANGEBOT

Die Hardware des Honor Magic V2

Honor verbaut im Magic V2 sowie in der RSR-Version einen älteren Prozessor von Qualcomm, den Snapdragon 8 Gen 2. Dieser wurde in leicht übertakteter Version schon im Galaxy S23 Ultra verbaut, das wurde aber im Februar 2023 auf den Markt gebracht – nicht im März 2024. Mittlerweile gibt es bereits den Snapdragon 8 Gen 3, der auf längerfristige Sicht die deutlich bessere Wahl gewesen wäre – gerade zu der aufgerufenen UVP.

Bei der restlichen Ausstattung hat Honor aber gezeigt, was mittlerweile alles geht. Ganze 16 Gigabyte RAM-Speicher sowie einem Terabyte an internem Speicher sind im Gerät verbaut. Damit sollten sich einige Fotos und Videos speichern lassen. Apps werden lange im Hintergrund verfügbar gehalten.

An der Seite ist im An/Aus-Knopf ein Fingerabdrucksensor verbaut, der das Gerät schnell und zuverlässig entsperrt. Die Lautstärkewippe ist auf der anderen Seite ein wenig darüber platziert, was Screenshots im zusammengeklappten Zustand erschwert. Der USB-Anschluss unterstützt USB 3.1, was das Übertragen von Dateien schnell und zuverlässig macht.

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Im Geekbench Test zeigt das Magic V2 RSR gute Ergebnisse, trotz altem Prozessor. (Bild: BASIC thinking)

Im Alltag läuft die Software flüssig über die Bildschirme. Apps laden schnell, Dateien werden schnell verschoben. Auch Spiele mit 120 Bildern pro Sekunde sind damit spielbar, solange sie keine aufwendigen 3D-Grafiken haben, denn dann fällt die Bildrate auf 60 Bilder, um den Prozessor nicht zu überlasten.

Honor legt der Porsche-Version einen Stift mit Hülle bei, damit dieser auch sicher transportiert werden kann. Er wird per USB-C geladen und kann auf beiden Bildschirmen verwendet werden. Ich nutze Stifte auf Telefonen eher weniger, für Stylus-Fans ist das aber bestimmt eine erfreuliche Nachricht.

Der Klang des Honor Magic V2 RSR

Das Honor Magic V2 hat drei Lautsprecher, wobei einer in der Hörmuschel und die zwei größeren unten und oben im Rahmen verbaut sind.

Lautsprecher, Klang, Honor

Das Honor Magic V2 RSR hat guten, aber nicht perfekten Klang (Bild: BASIC thinking)

Die Lautsprecher sind gut, wobei ich mir in dieser Kategorie mehr erhofft hätte. Egal, ob Videos oder Musik, für den Alltag reichen sie aber aus. Je nachdem wie das Gerät genutzt wird, passen sich die Lautsprecher an die Kanäle an. Nur könnten diese teils besser abgestimmt oder deutlich kräftiger sein, wie beim Galaxy S24 Ultra oder dem Magic5 Pro.

Die Kameras

Honor verbaut beim Magic V2 sowie dem Magic V2 RSR dieselben Kameras. Eine 50 Megapixel Weitwinkel und Ultraweitwinkel-Linse sowie eine 20-Megapixel-Kamera für Telefotoaufnahmen. Auf der Vorderseite und im inneren Bildschirm sitzt noch eine 16-Megapixel-Kamera für Selfies oder Videokonferenzen. Durch die Software ist es aber möglich auch Selfies mit den Hauptkameras zu machen, wobei die Vorschau dann auf dem äußeren Bildschirm angezeigt wird.

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Das Honor Magic V2 RSR hat drei Kameras auf der Rückseite. (Bild: BASIC thinking)

Die Hauptkamera macht schöne Fotos mit gesättigten Farben, aber nicht so knallig wie bei Samsung. Details werden gut eingefangen, das Licht streut nicht zu stark. Die Fotos könnten aber deutlich schneller eingefangen werden.  Vom Drücken bis zur Aufnahme kommt es teils zu einer Sekunde Verzögerung.

Der zweieinhalbfache optische Zoom nimmt ebenfalls schöne Fotos auf, könnte aber mehr Details einfangen. Das gilt auch für den Porträt-Modus. Spätestens nach dem zehnfachen Zoom sind Aufnahmen teils verwaschen, Details nicht mehr genau eingefangen. Die Farben sind hingegen weiterhin gut aufeinander abgestimmt.

Wir haben wieder einige Fotos für euch mit dem Honor Magic V2 RSR gemacht, die ihr euch unter diesem Link anschauen könnt.

Überrascht hat mich die Ultraweitwinkel-Kamera. Normalerweise bin ich eher kein Freund solcher Linsen, beim Magic V2 RSR habe ich mich aber dabei ertappt, deutlich häufiger diese Linse zu nutzen. Die Fotos sehen scharf aus, auch an den meist eher körnigeren Rändern und die Farben bleiben gleich, was in der Galerie auffällt.

Nachtfotos sehen gut aus und werden auch automatisch aufgenommen. Die Aufnahmen haben teilweise zerstreutes Licht und verwischte Texturen, was wohl an dem Algorithmus der Software liegen dürfte. Hier hat Honor noch einiges aufzuholen, gerade im Vergleich zu Google.

Insgesamt hat das Magic V2 gutes Kamera-Gesamtpaket, bei der Bildverarbeitung muss Honor aber noch zur Konkurrenz aufschließen.

Die Software des Honor Magic V2 RSR

Das Magic V2 wird mit Magic OS 7.2 ausgeliefert, das auf Android 13 basiert. Honor verspricht vier große Softwareupdates sowie fünf Jahre an Sicherheitspatches. Da das Unternehmen keine Tochterfirma von Huawei mehr ist, sind auf dem Gerät ganz normal alle Apps von Google installiert.

Worüber ich mir eher Gedanken mache, ist der Fakt, dass Google in wenigen Wochen das Update auf Android 15 vorstellen wird und Honor sein teuerstes Telefon mit veralteter Software ausliefert. Ein Update auf Android 14 wurde für das Magic V2 (RSR) bisher nicht angekündigt. Wenn man dieses in das Updateversprechen einrechnet, wird das Magic V2 bis maximal Android 17 unterstützt.

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Das Honor Magic V2 RSR hat veraltete Software, ein Update auf Android 14 wurde bisher nicht angekündigt. (Bild: BASIC thinking)

Generell erinnert MagicOS noch sehr stark an einen Mischmasch aus ehemaliger Huawei-Software und iOS. Von oben rechts herunterziehen und: Zack öffnet sich ein „Kontrollzentrum“ und die linke Seite öffnet die Benachrichtigungsleiste. Ein Wisch von unten nach Oben öffnet eine Honor-Suche, das gegenteilige Wischen die App-Übersicht.

Veraltete Software, vorinstallierte Apps

Sehr stark irritiert war ich davon, dass Honor auf ihrem teuersten Smartphone externe Apps ab Werk installiert. Zwar beschränkt sich das auf Facebook, Instagram und “Booking.com”. Doch sollte bei solch einer hoher UVP diese Entscheidung dem Kunden oder der Kundin überlassen werden.

Generell hat Honor seine Software aber spürbar verändert. Benachrichtigungen kommen mittlerweile pünktlich an. Das Unternehmen hat zudem einige schöne Funktionen für den Formfaktor eingebaut, etwa eine Funktion, die Apps auf das Seitenverhältnis forciert.

Für die Kooperation mit Porsche Design gibt es eigene App-Icons, einen angepassten Startbildschirm sowie ein animiertes Hintergrundbild.

Eine App-Leiste wie beim Fold 5 von Samsung gibt es aber leider nicht. Außerdem könnte es mehr Gesten wie bei dem OnePlus Fold geben, die das Multitasking erleichtern. Man merkt aber, dass immer mehr Hersteller ihre Apps auf den größeren Formfaktor anpassen, womit der größere Bildschirm sinnvoll genutzt wird. Positive Beispiele dafür sind Instagram oder TikTok.

Die Akkulaufzeit

Trotz der Dünne hat Honor einen 5000 Milliampere großen Akku in das Gerät eingebaut, der mit ganzen 66 Watt per Schnellladegerät wieder geladen werden kann. Bedauerlicherweise hat das Gerät kein drahtloses Laden, was wohl der Grund für die Dünne sein wird.

Die Akkulaufzeit schwankt sehr am Nutzungsverhalten – je nachdem, welcher Bildschirm wann wie genutzt wird. Im Alltag bin ich meist ohne Probleme durch einen vollen Arbeitstag gekommen. Dabei habe ich beide Bildschirme ungefähr gleich viel genutzt.

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Das Honor Magic V2 RSR lädt mit schnellen 66 Watt wieder auf. (Bild: BASIC thinking)

Sobald der innere Bildschirm aber priorisiert wird, wie bei einer längeren Bahnfahrt und wechselnden Netzwerkverbindungen, braucht es ein Zwischenladen. Eine volle Ladung ist dabei in knapp unter einer Stunde möglich. Bereits nach zwanzig Minuten ist das Gerät wieder halbvoll.

Das ist ein großer Vorteil gegenüber dem Samsung Galaxy Z Fold, das mittlerweile mit lächerlichen 25 Watt geladen wird. Es unterstützt aber drahtloses Laden, was Honor nicht tut.

ANGEBOT

Das Honor Magic V2 RSR: Fazit

Das Honor Magic V2 RSR ist das wohl aktuell teuerste faltbare Smartphone auf dem Markt und nur etwas für Porsche Design Fans mit dem nötigen Kleingeld – 2.699 Euro. Es hat seinen eigenen Charakter und ist definitiv eine gelungene Kooperation. Nur hätte ein neuerer Prozessor oder eine bessere Kamera noch mehr Unterschied zum normalen Magic V2 gebracht als “nur” der Speicher und das Aussehen.

Deswegen sollten sich die meisten Kundinnen und Kunden, wenn überhaupt das normale Magic V2 anschauen, das mit aktuell knapp 1.360 Euro halb so wenig kostet. In dieser Preiskategorie findet man sonst noch das Z Fold 5 von Samsung, das in einigen Kategorien ein wenig besser ist. Punkten kann Honor mit dem Außendisplay, dem Gewicht sowie dem dünnen Gehäuse. Verbessert werden sollten die Kameras und die Software, wo Samsung aktuell deutlich überlegen ist.

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Über den Autor

Nils Ahrensmeier

Nils Ahrensmeier ist seit März 2022 Redakteur beim Online-Magazin BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er für MobileGeeks, das 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Nils als FSJler im Deutschen Bundestag sowie als freier Redakteur bei dem Blog "TechnikNews".

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