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Prämie statt Auto: Erste deutsche Stadt plant Anreize für Auto-Abmeldung

André Gabriel
Unsplash / Anh Tuan To

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Die Stadt Marburg in Hessen will eine Prämie einführen, wenn Bürger ihr Auto ein Jahr lang abmelden. Ziel ist es, den Autoverkehr zu reduzieren und die Stadt zu entlasten – auch für umweltfreundliche Projekte. Doch können Gutscheine mobile Alternativen attraktiver machen?

Als verkehrspolitische Maßnahme hat die hessische Universitätsstadt Marburg laut einer Pressemitteilung ein Programm entwickelt, das die Bürger:innen motivieren soll, ihr privates Auto abzumelden. Dabei soll es sich um Guthaben und Gutscheine für Carsharing, öffentliche Verkehrsmittel sowie regionale Lokale und Geschäfte handeln.

Auto abmelden: Marburg verspricht Prämie von 1.250 Euro

Die Jahresprämie beläuft sich auf maximal 1.250 Euro und teilt sich in verschiedene Kategorien auf. Wer sie beansprucht, kann in 100-Euro-Schritten selbst entscheiden, wie sie aufgeteilt werden soll. Das sind die Optionen:

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  • Klimaboni: 50 Euro
  • Scouter oder Carsharing: bis zu 800 Euro
  • Mobilitätsangebote der Stadtwerke Marburg: bis zu 600 Euro
  • Marburg-Gutscheine: bis zu 400 Euro

Jan Röllmann, Geschäftsführer Stadtmarketing Marburg e.V., sieht eine klare Win-win-Situation: „Wir finden den Mix der Förderung sehr schön und freuen uns, dass neben dem ÖPNV und dem Carsharing auch die lokale Wirtschaft gestärkt wird. Das sichert Arbeitsplätze und Umsätze.“

Richtiger Weg hin zu einer zukunftsfähigen Mobilität?

Es gebe immer mehr Menschen, die ein eigenes Auto in Frage stellen. „Denn tatsächlich steht ein Privatauto in Deutschland im Schnitt 23 Stunden am Tag, statt bewegt zu werden“, so Dr. Thomas Spies, Oberbürgermeister von Marburg.

Regelmäßige Kosten wie Steuern, Versicherungen und Tankfüllungen, dazu mögliche Reparaturen und der stetige Wertverlust: Ein eigenes Auto ist teuer. Zumal diese Kosten beispielsweise durch Carsharing obsolet werden, ohne wirklich auf ein Auto zu verzichten.

Die Initiative zielt auch darauf ab, wertvolle Flächen in der Innenstadt zu entlasten – dort, wo der Raum sehr begrenzt und kostspielig ist. Pro Auto müssen 12 bis 15 Quadratmeter unterhalten werden und die Grundstückskosten liegen pro Fahrzeug bei 2.400 Euro, heißt es.

Zudem könnte die Stadt gewonnene Flächen für klimarelevante Maßnahmen nutzen – unter anderem für neue Grünanlagen, Bäume und Radwege. Der Stadtrat Dr. Michael Kopatz spricht von „mehr Platz für Mensch und Natur in den Straßen.“

Marburger Autolos-Prämie geht in die Pilotphase

In der Pilotphase ist die Prämie auf die ersten 50 abgemeldeten Pkw beschränkt. Sofern die Stadtverordneten am 14. Juni ihr Go für das Vorhaben geben.

Dann können alle Autohalter:innen, die noch mindestens ein Jahr in Marburg wohnen, die Prämie beantragen. Dafür benötigen sie neben der bescheinigten Autoabmeldung und einem gültigen Führerschein einen Nachweis über einen Marburger Wohnsitz.

Danach können die Nutzer:innen ein Jahr lang testen, ob der mobile Mix ohne eigenes Auto für sie angenehm und sogar günstiger ist. Und zusätzlich ein paar neue lokale Restaurants und Geschäfte kennenlernen – per Bus, Bahn, Carsharing, Fahrrad und/oder Fußweg.

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André Gabriel schreibt seit Januar 2021 für BASIC thinking. Als freier Autor und Lektor arbeitet er mit verschiedenen Magazinen, Unternehmen und Privatpersonen zusammen. So entstehen journalistische Artikel, Ratgeber, Rezensionen und andere Texte – spezialisiert auf Entertainment, Digitalisierung, Freizeit und Ernährung. Nach dem Germanistikstudium begann er als Onlineredakteur und entwickelte sich vor der Selbständigkeit zum Head of Content.