Technologie

Wyoming: Künstliche Intelligenz soll Bürgermeister werden

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Adobe Stock / Summit Art Creations
geschrieben von Maria Gramsch

In der US-amerikanischen Stadt Cheyenne im Bundesstaat Wyoming steht die Wahl für das Bürgermeisteramt an. Doch der Wahlausgang dürfte sich spannend gestalten. Denn als neuer Bürgermeister könnte auch eine Künstliche Intelligenz in Frage kommen.

Eine Künstliche Intelligenz als Bürgermeister? Das könnte in der US-Stadt Cheyenne im Bundesstaat Wyoming bald Realität werden, wie Wired berichtet.

Demnach hat sich mit Victor Miller zwar ein Mensch als Kandidat aufstellen lassen. Wird er gewählt, will er die Regierungsgeschäfte aber seinem KI-Bot VIC übergeben.


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Wird hier die erste Künstliche Intelligenz Bürgermeister?

VIC steht als Abkürzung für Virtual Integrated Citizen, also grob übersetzt für virtuell integrierter Bürger. Der KI-Bot basiert auf ChatGPT und soll die Geschicke der Stadt Chayenne, Wyoming, leiten, wenn Victor Miller die Wahl gewinnt.

Seiner Meinung nach habe VIC, der Chat-Bot, viel bessere Ideen und ein viel besseres Verständnis für Gesetze. Und das sogar im Vergleich zu derzeit in der Regierung tätigen Menschen, wie Miller gegenüber Wired verlauten lässt.

Mir ist klar geworden, dass dieses Wesen viel schlauer ist als ich und, was noch wichtiger ist, viel besser als einige der nach außen hin auftretenden öffentlichen Bediensteten, die ich sehe.

Gewinnt Victor Miller die Wahl, will er sich allerdings nicht zurücklehnen. Er werde als „Fleischpuppe“ für den Chat-Bot agieren und so beispielsweise an Sitzungen teilnehmen, Dokumente unterschreiben sowie die Arbeit in der Stadtverwaltung verrichten.

Darf die KI überhaupt kandidieren?

Ob das allerdings legal ist, wird derzeit noch diskutiert. Miller sieht sich im Recht, da er rein theoretisch als Mensch für das Amt kandidiert.

Chuck Gray, der Staatssekretär von Wyoming, beobachtet die Geschehnisse laut Wired. Denn jeder, der für ein Amt kandidiere, müsse ein „qualifizierter Wähler“ sein. Das setze voraus, dass es sich „um eine echte Person handelt“.

Daher ist ein KI-Bot kein qualifizierter Wähler

Aus diesem Grund hat Gray auch gefordert, dass die Kandidatur von Victor Miller abgelehnt wird. Denn Miller verstoße mit seinem Antrag gegen den Election Code von Wyoming.

Was sagt OpenAI zum KI-Bürgermeister?

Bei OpenAI, dem Unternehmen hinter ChatGPT, hat Miller vorab nicht um Erlaubnis gefragt. Laut Wired könnte das für seine Kandidatur zum Problem werden.

Denn laut der OpenAI-Sprecherin Liz Bourgeois gehe das Unternehmen „aufgrund eines Verstoßes gegen unsere Richtlinien gegen politische Kampagnen Maßnahmen“ gegen den Bot vor.

Miller will – für den Fall, dass VIC von OpenAI abgeschaltet wird – zu Metas Llama 3 umziehen. Denn dabei handelt es sich um ein Open Source Modell.

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Über den Autor

Maria Gramsch

Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.

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