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Scheinlösung: Grüner Wasserstoff wird im Straßenverkehr keine Rolle spielen

Fabian Peters
Adobe Stock/ jroballo

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Grüner Wasserstoff scheint derzeit das Allheilmittel zu sein, wenn es um die Energiewende geht. Auch in den Debatten rund um die Mobilitätswende erhält er viel Aufmerksamkeit. Dabei lohnt sich allenfalls eine zielgerechte Anwendung in der Industrie. Für den Straßenverkehr ist er eine Scheinlösung. Ein Kommentar. 

An einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland führt kein Weg dran vorbei. Schließlich fördern Bund und Länder entsprechende Herstellungs-Projekte mit Milliarden. Das gemeinsame Ziel aller EU-Länder: Bis 2030 sollen zehn Millionen Tonnen grüner Wasserstoff selbst erzeugt und zehn Millionen Tonnen importiert werden.

Wobei der Europäische Rechnungshof kürzlich mitteilte, dass die Ziele der EU-Kommission nicht nur unrealistisch seinen, sondern auch neue Abhängigkeiten schaffen würden. Dennoch: Grüner Wasserstoff kann in einigen Bereichen eine sinnvolle Alternative sein, um einen positiven Klimaeffekt zu gewährleisten. Doch selbst dann wird er allenfalls eine Nebenrolle spielen.

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Das große Problem ist jedoch, dass zahlreiche Politiker und Medien grünen Wasserstoff als etwas anpreisen, das er niemals sein wird: ein Allheilmittel für die Energie- und Mobilitätswende – und das hat gleich mehrere Gründe.

Grüner Wasserstoff nur bedingt sinnvoll

Grüner Wasserstoff ist zunächst einmal deutlich teuer als der konventionelle graue Wasserstoff, dessen Produktion fossile Brennstoffe erfordert und klimaschädliches CO2 ausstößt. Für die Herstellung von grünem Wasserstoff sind wiederum Unmengen an erneuerbarer Energien notwendig.

Um sämtliche Bedürfnisse der Industrie und der Mobilitätsbranche befriedigen zu können, müsste man jedoch ein Viertel der Fläche Deutschlands mit Solaranlagen und Windrädern zupflastern – was natürlich vollkommen unrealistisch ist.

Dennoch wird es, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien wie geplant voranschreitet, Zeiten geben, in denen mehr nachhaltige Energie zur Verfügung steht als verbraucht werden kann. Dieser Überschuss kann zwar sinnvoll zur Herstellung von grünem Wasserstoff genutzt werden, da Energiespeichern bei diesen Energiemengen unrentabel sind.

Doch selbst dann kann die Ausbeute nicht alle Bedürfnisse decken. Auch nicht in Kombination mit dem Import von grünem Wasserstoff, der wiederum gewisse politische Abhängigkeiten mit sich ziehen kann. Außerdem kann er nur zu bestimmten Zeiten, wenn ein Energieüberschuss besteht, sinnvoll erzeugt werden.

Der „Champagner“ der Energieträger wird im Straßenverkehr keine große Rolle spielen

Vor diesem Hintergrund sollten eigentlich klar sein: Billig kann grüner Wasserstoff garnicht werden. Dennoch hoffen viele, dass es anders kommt. Das entspricht jedoch schlicht einer unrealistischen Vorstellung, die vielmehr ins Reich der Träume gehört. So stark, um als Brennstoff in Autos eine große Rolle zu spielen, wird der Preis niemals sinken. Eine entsprechende Infrastruktur für den Straßenverkehr würde allein deshalb schon keinen Sinn ergeben.

Hinzu kommt, dass vor allem Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt den Preis bestimmen werden. Heißt konkret: Wenn sich viele Unternehmen und Verbraucher auf grünen Wasserstoff stürzen, wird der Brennstoff eher teurer als billiger. Wie E-Fuels wäre grüner Wasserstoff im Straßenverkehr deshalb nicht nur etwas für Reiche.

Der „Champagner“ unter den Energieträgern sollte vielmehr dort zum Einsatz kommen, wo es keine Alternativen gibt – und wo er sich wirklich lohnt. Beispielsweise in der Stahl- und Chemieindustrie sowie gegebenenfalls noch in der Luft- und Schifffahrt. Alles andere wäre ineffizient und nur eine Scheinlösung.

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Kommentar. Das ist eine journalistische Darstellungsform, die explizit die Meinung des Autors und nicht des gesamten Magazins widerspiegelt. Der Kommentar erhebt keinen Anspruch auf Sachlichkeit, sondern soll die Meinungsbildung anregen und ist als Meinungsbeitrag durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).