SAP Frauenquote USA Trump

Kniefall vor Trump: SAP schafft Frauenquote ab – und verrät seine Werte

Fabian Peters
SAP

Der deutsche Softwarekonzern SAP hat weltweit seine Frauenquote abgeschafft. Die überraschende Ankündigung ist ein Kniefall vor Donald Trump, denn das Unternehmen beugt sich dem Druck der US-Regierung. Damit wirft SAP seine eigenen Werte über Bord – und unterwirft sich der Ideologie eines spalterischen Mannes. Ein Kommentar.

SAP will sein selbsterklärtes Ziel, mindestens 40 Prozent Frauen zu beschäftigen, nicht weiter verfolgen. Das geht aus einem Bericht des Handelsblatts (Paywall) unter Berufung auf eine interne E-Mail hervor. Demnach will das Management auch nicht mehr auf Geschlechtervielfalt im Vorstand setzen.

Grund für die Entscheidung ist keinesfalls eine mangelnde Umsetzbarkeit – so arbeiten derzeit bereits rund 36 Prozent Frauen für SAP. Vielmehr macht Unternehmenschef Christian Klein einen Kniefall vor US-Präsident Donald Trump. Ein Rückschritt, der zeigt, wie schnell man seine eigenen Prinzipien über den Haufen werfen kann – und Glaubwürdigkeit verspielt.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Auf Trump-Kurs: SAP schafft Frauenquote ab

Der Hintergrund: Trump will das US-Regierungsprogramm für Diversität, Gerechtigkeit und Inklusion (DEI) torpedieren – obwohl es in der Menschenrechtsgesetzgebung und im 14. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten verankert ist. Der US-Präsident hatte bereits wiederholt auf ein Zuwiderhandeln gedrängt und will Unternehmen seine Ideologie landesweit aufzwingen.

Es ist zwar verständlich, dass SAP als börsennotiertes Unternehmen seinen Aktionären verpflichtet ist und sich an gewisse Vorgaben halten muss. Was jedoch weniger verständlich ist, ist die Frage, warum das Unternehmen seine Frauenquote weltweit abschafft – und nicht nur in den USA.

Die Investoren hätte man zudem doch zumindest zunächst einmal befragen können. Apple hält etwa an seinem Diversitätsprogramm fest, da sich die Aktionäre für eine Beibehaltung ausgesprochen haben. SAP hingegen schlägt nun den Weg eines Mannes ein, der Vielfalt und Gleichstellung als Schwäche ansieht.

Außerdem ist die Entscheidung nicht nur ökonomisch äußerst fraglich, sondern für SAP sogar rückschrittlich. Denn das Unternehmen galt als Arbeitgeber lange Zeit als Vorreiter und Vorbild. SAP war etwa der erste Daxkonzern mit einer Frau an der Vorstandsspitze. In puncto New Work und Mitarbeiterangebot agierte das Unternehmen zudem lange Zeit als Pionier.

Mauern statt Brücken

Doch nun der Kniefall; und ein Trauerspiel, das zeigt, wie schnell einige Akteure sich von ihren Prinzipien und Überzeugungen lossagen, wenn wirtschaftlicher Druck droht. Und damit ist SAP nicht allein. Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg kuscht vor Donald Trump und hat seine Unternehmenspolitik auf Kurs des US-Präsidenten gebracht.

Letztlich verraten solche Unternehmen nicht nur ihre Werte, sondern auch ihre Mitarbeiter. Sie werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht. Doch statt ein Zeichen für Gleichberechtigung zu setzen, überlassen Facebook und SAP ihre Agenda einem Mann, der lieber Mauern baut als Brücken.

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Kommentar. Das ist eine journalistische Darstellungsform, die explizit die Meinung des Autors und nicht des gesamten Magazins widerspiegelt. Der Kommentar erhebt keinen Anspruch auf Sachlichkeit, sondern soll die Meinungsbildung anregen und ist als Meinungsbeitrag durch Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt.

Auch interessant: 

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Vehicle Testing Lead (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Sales Manager (m/w/d) Online Marketing
Sellwerk GmbH & Co. KG in Düsseldorf, Meerbusch, Kaa...
Sales Manager B2B für Stellenanzeigen und Soc...
Recruiting Excellence GmbH in Düsseldorf
(Junior) Social Media Manager*in (m/w/d) – Be...
Digital Vision Academy in Berlin
Performance Marketing Lead (m/w/d) – Pa...
NILO HAMBURG Inh. Niclas Tretschock in Meerbusch
Trainee Online Marketing Manager (m/w/d) Schw...
Finnwaa GmbH in Jena
Teile diesen Artikel
Chefredakteur
Folgen:
Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).