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Neuartige Solarzelle wandelt künstliches Licht in Strom um

Maria Gramsch
UCL / James Tye

Solarzellen sind in der Lage, Sonnenlicht in Strom umzuwandeln. Forscher haben nun eine Möglichkeit entdeckt, um auch künstliches Licht zu verarbeiten. 

Die Zahl der Balkonkraftwerke in Deutschland ist in den vergangenen Jahren rapide angestiegen. Mehr als eine Million Mini-PV-Anlagen waren zum 30. Juni 2025 in Betrieb. Im Jahr 2024 waren es noch rund 780.000 Anlagen – 2023 nur knapp 350.000.

Immer mehr Menschen in Deutschland nutzen also die Sonnenenergie für ihre Stromversorgung. Doch bald könnte es auch möglich sein, künstliches Licht durch eine Solarzelle einfangen zu lassen und diese Energie in Strom umzuwandeln. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Forschern des University College London hat hierfür eine Solarzelle entwickelt, die Energie aus Innenlicht effizient gewinnen kann.

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Diese Solarzelle wandelt künstliches Licht in Strom um

Solaranlagen nutzen heutzutage aktuell standardmäßig Silizium-Solarzellen. Diese gelten als sehr robust und langlebig, sind allerdings in der Herstellung energie- und kostenintensiv.

Kostengünstiger in der Produktion sind die sogenannten Perowskit-Solarzellen, die ähnlich gute Wirkungsgrade erreichen können. Diese können günstiger und bei niedrigeren Temperaturen hergestellt werden, was sie vor allem für zukünftige Entwicklungen in der Solarenergie attraktiv macht.

Allerdings sind Perowskite noch relativ fehleranfällig und nicht so stabil wie Silizium-Solarzellen. Denn durch kleine Defekte in der Kristallstruktur können Elektronen stecken bleiben, bevor ihre Energie genutzt werden kann. Diese Defekte unterbrechen dann den Stromfluss und können zur Degradation des Materials im Laufe der Zeit beitragen.

Das Team der UCL-Forscher hat nun mit der Hilfe von verschiedenen Chemikalien einen Weg gefunden, diese Defekte zu reduzieren. So können Perowskit-Solarzellen potenziell für den Innenbereich einsetzbar gemacht werden.

Der Vorteil von Perowskit-Solarzellen liegt insbesondere darin, dass sie kostengünstig sind – sie verwenden Materialien, die auf der Erde reichlich vorhanden sind, und erfordern nur eine einfache Verarbeitung. Sie können auf die gleiche Weise wie eine Zeitung gedruckt werden.

„Milliarden von Geräten, die nur geringe Mengen an Energie benötigen, sind auf den Austausch von Batterien angewiesen – eine nicht nachhaltige Praxis“, erklärt Dr. Mojtaba Abdi Jalebi, leitender Autor der Studie. Genau für diese Geräte könnten künftig Perowskit-Indoor-Solarzellen zum Einsatz kommen.

Effizienzsteigerung für den Innenbereich

Die von den Forschern entwickelten Perowskit-Solarzellen konnten eine sechsmal höhere Effizienz ausweisen als bisher handelsübliche Solarzellen für den Innenbereich. Außerdem sind sie langlebiger und könnten schätzungsweise fünf Jahre oder länger im Einsatz sein. Bisher liegt die Nutzungsdauer bei nur wenigen Wochen oder Monaten.

Derzeit sind Solarzellen, die Energie aus Innenlicht gewinnen, teuer und ineffizient. Unsere speziell entwickelten Perowskit-Indoor-Solarzellen können viel mehr Energie gewinnen als handelsübliche Zellen und sind langlebiger als andere Prototypen.

Die neuartigen Perowskit-Solarzellen ebnen laut den Forschern den Weg für die Nutzung des bereits vorhandenen Umgebungslichts. So könnte durch eine Solarzelle auch künstliches Licht wieder in Strom umgewandelt werden.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.