AirBattery Energiespeicher Langzeitenergiespeicher Kavernen

AirBattery: Neuartiger Langzeitenergiespeicher für Deutschland

Maria Gramsch
Augwind Energy

Für die Energiewende werden künftig große Mengen an Speicherkapazitäten benötigt. Das Unternehmen Augwind Energy will dafür eine sogenannte AirBattery nutzen, die Strom in Kavernen speichert. Das weltweit erste kommerzielle Exemplar soll nun in Deutschland entstehen.

Erneuerbare Energien spielen eine unverzichtbare Rolle für die Energiewende weltweit. Denn sie können eine klimaneutrale, sichere und zukunftsfähige Energieversorgung ermöglichen.

Allerdings werden für die Versorgungssicherheit geeignete Speicher oder Backup-Systeme benötigt. Denn erneuerbare Energien wie Sonne und Wind liefern nicht konstant Strom, da nicht immer die Sonne scheint oder der Wind weht.

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Für das Gelingen der Energiewende ist es daher unverzichtbar, dass die Speicherkapazitäten in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Hierfür können unter anderem Batteriespeicher zum Einsatz kommen. Aber auch andere Systeme wie Pumpspeicherkraftwerke oder Druckluftspeicher sind möglich.

Das israelische Unternehmen Augwind Energy kombiniert für sein AirBattery-System das Prinzip von Pumpspeicher-Wasserkraftwerken mit der Druckluftspeicherung. Das weltweit erste kommerzielle System soll nun in Deutschland entstehen und soll künftig als Saisonspeicher Energie über viele Monate hinweg speichern.

Wie funktioniert die AirBattery von Augwind Energy?

Bei der AirBattery von Augwind handelt es sich um einen elektromechanischen Speicher. Dieser kombiniert die bereits bewährten Arbeitsweisen von Druckluftspeichern in Verbindung mit Wasserturbinen.

Dabei wird Luft in einem unterirdischen Prozess komprimiert und in sogenannten Salzkavernen gespeichert. Diese Kavernen, also unterirdische Hohlräume, können beispielsweise durch das Auswaschen von Salz entstehen.

Das System von Augwind nutzt für diese Komprimierung die unterirdischen Behälter „AirX“. Zu Beginn des Prozesses ist einer dieser Behälter mit Luft und einer mit Wasser gefüllt.

Dann pumpt das System das Wasser in den mit Luft gefüllten Behälter. Während der Wasserstand im LuftBehälter steigt, wird diese Luft wie ein Kolben komprimiert.

Wie entsteht Energie aus der gespeicherten Druckluft?

Ist der Luftdruck hoch genug, wird die Luft zur Speicherung weitergeleitet. Der Luft-Behälter wird somit zum Wasser-Behälter und umgekehrt. Für einen neuen Kompressionszyklus wird das Wasser zurück in seinen ursprünglichen Behälter gepumpt und der Vorgang kann wiederholt werden.

Damit die gespeicherte Druckluft genutzt werden kann, wird diese zurück in den mit Wasser gefüllten AirX-Behälter geleitet. Die Luft strömt beim Entladen durch die gleichen Pumpen zurück, die in dem Fall als Turbinen arbeiten und so Strom erzeugen.

Das Wasser wird somit wieder in den anderen Behälter geleitet. Ist dieser Vorgang abgeschlossen, kann ein neuer Expansionszyklus starten.

Erste AirBattery in Deutschland geplant

Augwind Energy will die weltweit erste kommerzielle AirBattery in Deutschland errichten. Der Bau soll im Jahr 2027 starten, die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant.

Deutschland gilt als idealer Standort für die Energiespeicherung in Salzkavernen. Mehrere Hundert solcher Höhlen könnten hierzulande für die Energiespeicherung genutzt werden. Jede Höhle könnte dabei zwischen drei bis acht Gigawattstunden Strom speichern

Ein Pilotprojekt in Israel konnte in den vergangenen Jahren bereits eine enorme Steigerung des Wirkungsgrads zeigen. Im Jahr 2021 lag der Wirkungsgrad noch bei 21 Prozent.

Mit Verbesserungen an Maschinen und Verfahren im Jahr 2024 kann inzwischen ein Wirkungsgrad von 47 Prozent erreicht werden. Das Ziel des Unternehmens für ein vollständig kommerzielles AirBattery-System liegt bei 60 Prozent.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.