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Deutschlands erste Einspeisesteckdose soll Strom schneller ins Netz bringen

Beatrice Bode
LEW / Jonas Ziegler

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Deutschlands erste Einspeisesteckdose könnte die Energiewende beschleunigen. Das Pilotprojekt soll Anlagen für Erneuerbare Energien schneller, effizienter und planbarer an das Stromnetz anbinden. 

Im Kampf gegen den Klimawandel geht Deutschland offenbar einen neuen Weg: In Bayrisch-Schwaben wurde kürzlich die bundesweit erste sogenannte Einspeisesteckdose der LEW Verteilnetz (LVN) in Betrieb genommen.

Das Pilotprojekt soll die Energiewende beschleunigen, indem es grüne Energie aus dezentralen Quellen künftig schneller, effizienter und planbarer in das bereits bestehende Stromnetz integriert.

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Wie funktioniert Deutschlands erste Einspeisesteckdose?

Das Konzept beschreibt keine Steckdose im herkömmlichen Sinne, sondern einen gebündelten Netzanschlusspunkt im Hoch- und Mittelspannungsnetz.

Das Besondere an der Idee: Der Netzbetreiber stellt vorausschauend Einspeisekapazitäten bereit und schreibt diese aus, anstatt für jeweils einzelne Einspeiseprojekte Baumaßnahmen zu planen und durchzuführen.

Das heißt, dass Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien wie Solarparks, Windräder oder große Batteriespeicher nicht erst langwierige Netzanschlussverfahren durchlaufen müssen, bis sie angebunden werden.

Stattdessen schafft die Einspeisesteckdose eine zentrale Anbindungsmöglichkeit, an der sich die Baumaßnahmen ausrichten können. Das spart Kosten, ist schneller und bringt mehr Planungssicherheit für alle.

Mix verschiedener Energieträger nutzt Netzkapazität effizient

Das Herzstück der Einspeisesteckdose ist die Idee der Überbauung von Netzkapazitäten und eines intelligenten Managements. So handelt es sich bei der Einspeisesteckdose in Bayrisch-Schwaben um einen Transformator mit einer Maximalleistung von 80 Megavoltampere.

An diesen zentralen Punkt können sich nun mehrere dezentrale Erzeuger oder Speicher anschließen. Im Falle des bayrischen Umspannwersks Balzhausen sind es insgesamt sieben Projekte: Drei Batteriespeicher, drei Photovoltaik-Parks sowie eine Windkraftanlage.

Die installierte Gesamtleistung der angeschlossenen Anlagen liegt mit 126 Megawatt deutlich über der verfügbaren Trafoleistung von 80 Megavoltampere. Der Mix der verschiedenen Energieträger sowie entsprechende Anschlussvereinbarungen ermöglichen eine Überbauung der Netzanschlusskapazität um 60 Prozent.

Da die Wind- und PV-Anlagen zu unterschiedlichen Zeiten Strom liefern, kann die tatsächliche Netzkapazität der Einspeisesteckdose optimal genutzt und das Netz maximal ausgelastet werden.

Vorteile der Einspeisesteckdose

Die Einspeisesteckdose zeigt mehrere Vorteile: Zum einen wurde der Netzanschlussprozess bei der LVN als Verteilernetzbetreiber optimiert und gebündelt, was Zeit und Kosten sparte.

Zum anderen teilen sich die an der Einspeisesteckdose angebundenen Anlagen Infrastruktur, Bauaufwand und Anschlusskosten. Das Verfahren schafft außerdem Planungssicherheit und reduziert Kosten seitens der Projektentwickler.

Die Überbauung des Netzanschlusspunktes sorgt dafür, dass Netzkapazitäten technisch effizienter ausgelastet werden und sich zusätzlicher Netzausbau vermeiden lässt. Das reduziert die Netzausbaukosten insgesamt und stärkt damit den Wirtschaftsstandort.

Volkswirtschaftliche Kosten für Netzausbau halbiert

Im Pilotprojekt in Bayern konnten die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten für die Netzintegration der Anlagen für Erneuerbare Energien sowie der Batteriespeicher halbiert werden.

„Die Einspeisesteckdose zeigt, wie wir die Herausforderungen der Energiezukunft pragmatisch und lösungsorientiert bewältigen können“, erklärt LEW-Vorstand Christian Barr.

Nun geht es darum, dass wir die Leitprinzipien der Einspeisesteckdose – vorausschauender Netzausbau, Ausschreibung der Kapazitäten und Überbauung mehrerer Einspeiser auch im großen Maßstab und mit fairer Kostenverteilung umsetzen können. Hier müssen wir den rechtlichen und regulatorischen Rahmen auf Bundesebene entsprechend weiterentwickeln.

Welchen Nutzen haben Stromkunden vom neuen Konzept?

Auch für Verbraucher könnte die Einspeisesteckdose eine spürbare Entlastung bringen. Um den grünen Strombedarf zu decken, müssen bisher auch größere Anlagen angeschlossen werden, die räumlich weiter entfernt sind.

Das treibt die Kosten, die der Stromkunde tragen muss, in die Höhe. Durch den Anschluss an strategisch gelegene Einspeisesteckdosen würden sich Wege verkürzen.

Um das Konzept der Einspeisesteckdose großflächig umzusetzen, muss der Bund allerdings den rechtlichen und regulatorischen Rahmen weiterentwickeln.

Das umfasst eine gesetzliche Grundlage, die eine vorausschauende Bereitstellung von Netzkapazitäten durch Verteilnetzbetreiber fördert. Netzbetreiber benötigen außerdem die Möglichkeit, die so geschaffenen Kapazitäten mittels Ausschreibung und verbindlich vorgesehener Überbauung optimal auszulasten.

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Beatrice ist Multi-Media-Profi. Ihr Studium der Kommunikations - und Medienwissenschaften führte sie über Umwege zum Regionalsender Leipzig Fernsehen, wo sie als CvD, Moderatorin und VJ ihre TV-Karriere begann. Mittlerweile hat sie allerdings ihre Sachen gepackt und reist von Land zu Land. Von unterwegs schreibt sie als Autorin für BASIC thinking.