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KI-Flut auf Spotify, Deezer und Co – Nutzer genervt

Fabian Peters
Bild: BASIC thinking

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Auf Spotify, Deezer und Co. werden immer mehr KI-generierte Musikstücke hochgeladen. Laut einer aktuellen Umfrage fühlen sich die meisten Nutzer von dieser KI-Flut betrogen. Sie stellen eindeutige Forderungen. Eine kommentierende Analyse.

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Hintergrund

  • Deezer hat eine Umfrage zu KI-generierter Musik in Auftrag gegeben. Sie wurde vom Marktforschungsinstitut Ipsos unter 9.000 Befragten aus acht Ländern durchgeführt. Darunter: die USA, Frankreich, die Niederlande und Deutschland. Laut Deezer kommen täglich rund 50.000 vollständig KI-generierte Titel zum Angebot der Streamingplattform hinzu. Das entspräche einem Anteil von 34 Prozent.
  • Den Ergebnissen zufolge konnten 97 Prozent der Teilnehmer keinen Unterschied zwischen vollständig KI-generierter und von Menschen gemachter Musik erkennen. 52 Prozent fühlten sich deshalb betrogen. Die Forderung: Eine klare Kennzeichnung KI-generierte Musik und die Sicherstellung, dass Komponisten und Autoren fair behandelt und bezahlt werden.
  • Spotify will seine Maßnahmen verstärkt haben, um Künstler und Produzenten vor KI-generierter Musik zu schützen. Ziel ist es zu verhindern, dass KI ohne Zustimmung Stimmen imitiert. Zudem arbeitet Spotify mit Distributoren zusammen, um betrügerische Musik direkt beim Upload zu stoppen. Uploader müssen in den Credits kenntlich machen, ob sie KI genutzt haben.

Für schnelle Klicks: KI-Flut aus Spotify und Co.

Die Flut an KI-generierter Musik offenbart ein Kernproblem: Streamer können kaum noch unterscheiden, ob ein Song von Menschen oder Algorithmen stammt. Das erschüttert nicht nur das Vertrauen in die Plattformen, sondern untergräbt auch die ökonomische Basis von Künstlern.

Gleichzeitig entsteht ein quantitativer Markt für schnelle Klicks und Tantiemen – zulasten von Kreativität und Qualität. Das Dilemma: Während Spotify Filter implementiert, ist unklar, wie fair Rechte wirklich geschützt werden. KI-Songs entwerten zudem echte musikalische Arbeit.

Musik verliert als Ausdruck menschlicher Erfahrung an Substanz, wenn sie algorithmisch generiert wird. Der Unmut vieler Nutzer zeigt aber, dass Authentizität und emotionale Bindung weiter zentrale Werte beim Musikkonsum sind.

Stimmen

  • Alexis Lanternier, CEO von Deezer, in einem Statement: „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Menschen wissen möchten, ob sie KI- oder von Menschen geschaffene Titel hören. Es besteht kein Zweifel, dass es Bedenken gibt, wie sich KI-generierte Musik auf den Lebensunterhalt von Künstlern und das Musikschaffen auswirken wird, und dass KI-Unternehmen nicht die Möglichkeit haben sollten, ihre Modelle mit geschütztem Material zu trainieren.“
  • Der New Yorker Musiker und Produzent Josh Kaufman wurde Opfer von KI-Fälschern, die Songs unter seinem Namen und einer KI-generierten Version seiner Stimme veröffentlichten: „Ich weiß ehrlich gesagt nicht einmal, wer der Feind ist. Ist es ein Computer? Ist es eine Person, die irgendwo sitzt und diese Musik entwickelt, nur um jemanden zu ärgern?“ Wo die Tantiemen für die Songs geblieben sind, weiß er nicht.
  • Bei Reddit machen derzeit immer mehr Streamer ihrem Unmut Luft. Sie sind von KI-generierter Musik genervt. Ein Nutzer dazu: „Immer öfter empfiehlt mir Spotify diesen Mist zum Anhören. Ich habe Künstler, von denen ich weiß, dass sie KI-Bots sind, deaktiviert. Im Moment scheint das noch machbar zu sein, aber ich habe das Gefühl, dass es unerträglich werden wird.“

Regulierung von KI-generierter Musik

Falls Transparenz und Kennzeichnungen bei den Streamingdiensten Einzug halten, könnten KI-generierte und menschengemachte Musik koexistieren. Plattformen, die Regeln und faire Vergütungssysteme etablieren, werden Vertrauen zurückgewinnen, andere Nutzer verlieren.

Ein kreativer Umgang mit KI kann zudem Chancen eröffnen, etwa wenn Künstler Algorithmen experimentell nutzen, um neue Klangräume zu schaffen. Ohne Regulierung droht jedoch die Masse an automatisierter Musik den Markt zu überschwemmen und die künstlerische Vielfalt zu ersticken.

Letztlich hängt die Zukunft der Musik weniger von der Technologie selbst ab als von der gesellschaftlichen Haltung: Wertschätzung für menschliche Kreativität, ethische Nutzung von KI und die Durchsetzung fairer Rechte werden entscheidend dafür sein, ob KI-Musik bereichert oder entwertet.

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Fabian Peters ist seit Januar 2022 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Redakteur und freier Autor tätig. Er studierte Germanistik & Politikwissenschaft an der Universität Kassel (Bachelor) und Medienwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (Master).