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Festkörperbatterie von Donut Lab: Revolution oder Schwindel?

Maria Gramsch
Donut Lab

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Das finnische Start-up Donut Lab will eine Festkörperbatterie entwickelt haben, die serienreif sei. Das Versprechen: Eine vollständige Ladung in nur fünf Minuten. Experten sprechen von einem Schwindel.

Festkörperbatterien gelten derzeit als vielversprechende nächste Generation von Energiespeichern. Im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus verwenden sie festen statt eines flüssigen Elektrolyten.

Das hat insbesondere den Vorteil, dass so das Brandrisiko minimiert werden kann. Gleichzeitig ermöglichen sie eine höhere Energiedichte und potenziell schnellere Ladezyklen bei kompakterer Bauweise.

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Allerdings befinden sich Festkörperbatterien überwiegend noch in der Entwicklungs- und Pilotphase. Bis zum Jahr 2030 sollen die Produktionszahlen Prognosen zufolge jedoch enorm ansteigen.

Allein in China sollen die Produktionskapazität auf 156 Gigawattstunden ansteigen. In Europa liegt die Zahle bei 33 Gigawattstunden, in den USA bei 120 Gigawattstunden.

Das finnische Start-up Donut Lab will genau hier ansetzen – so zumindest das Versprechen. Das Unternehmen hat die Einführung der „weltweit ersten Festkörperbatterie, die für den Einsatz in Serienfahrzeugen bereit ist“ angekündigt.

E-Autos: Diese Festkörperbatterie lädt in fünf Minuten

Donut Lab verspricht mit seiner neuen Batterie „eine größere Reichweite, leichtere Strukturen und eine beispiellose Flexibilität beim Fahrzeug- und Produktdesign“. Bereits ab dem ersten Quartal 2026 wird der neue Akku in allen 2026er-Modellen von Donut-Mutterkonzern Verge Motorcycles verbaut sein. Zusätzlich ist er künftig für OEM-Anwendungen verfügbar.

Der finnische Hersteller verspricht eine Ladezeit von nur fünf Minuten. Gleichzeitig soll die Batterie eine Lebensdauer von 100.000 Ladezyklen mit nur minimalem Kapazitätsverlusten haben. Die Energiedichte liegt bei 400 Wattstunden pro Kilogramm, während aktuell herkömmliche E-Auto-Batterien im Schnitt auf 150 bis 250 Wattstunden pro Kilogramm kommen.

Auch Temperaturschwankungen sollen der Festkörperbatterie kaum etwas ausmachen. Demnach könne die Batterie sowohl bei -30 Grad Celsius als auch bei Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius mindestens 99 Prozent ihrer Kapazität zugreifen.

Batterie soll ohne kritische Rohstoffe auskommen

Wie genau die Festkörperbatterie von Donut Lab zusammengesetzt ist, erklärt das Unternehmen in seiner Ankündigung jedoch nicht. Es wird lediglich davon gesprochen, dass die Batterie „aus reichlich vorhandenen, erschwinglichen und geopolitisch sicheren Materialien besteht“.

Die Technologie sei „nicht auf seltene oder sensible Elemente angewiesen“. Daher weise sie unter anderem geringere Kosten als Lithium-Ionen-Batterien auf.

Auch der Verzicht auf brennbaren flüssigen Elektrolyte bringe den Vorteil, dass es nicht zu thermischen Kettenreaktionen kommen kann. Dadurch könne laut Donut Lab die Ursache für Batteriebrände beseitigt werden, was die „Donut-Batterie extrem sicher und wirklich revolutionär“ mache.

Handelt es sich tatsächlich um eine serienreife Festkörperbatterie?

Doch wie revolutionär ist die Entwicklung von Donut Lab tatsächlich? Die veröffentlichten Kennzahlen markieren mehr als nur ambitionierte Zielgrößen. Denn sie gehen weit über das hinaus, was derzeit in der gesamten Batteriebranche als Standard gilt.

Donut Lab hat dabei den Vorteil, dass es seine neu entwickelten Technologien direkt in den elektrischen Motorrädern des Mutterkonzerns Verge Motorcycles einsetzen kann. Damit kann der Hersteller Entwicklungszyklen enorm verkürzen und lange Test- und Pilotphasen umgehen.

Dennoch wirft die vorgestellte Festkörperbatterie bei Experten Fragen auf. Yang Hongxin, Vorsitzender und CEO des chinesischen Batterieherstellers Svolt Energy, bezeichnete die Batterie sogar als „Scam“. „Jeder Techniker mit Grundkenntnissen würde sie als Betrug erkennen“, erklärt er, da sich alle Parameter widersprechen würden.

Auch sind Experten sich nicht einig, ob es sich tatsächlich um eine Festkörperbatterie handelt – oder vielleicht doch eine andere Art von Energiespeicher. Denn die beschriebenen Eigenschaften würden eher zu Ultrakondensatoren oder hybriden Speicherformen passen.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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