In Mannheim mischt eine neue Pilotanlage im Tanklager der Exolum Mannheim GmbH erstmals regenerative reFuels flexibel mit fossilen Brennstoffen. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) begleitet den Aufbau wissenschaftlich. Ziel ist die Förderung nachhaltiger Kraftstoffe für Schiffe, Flugzeuge und den Schwerlastverkehr.
Im Tanklager der Exolum Mannheim GmbH können Tankwagen ab sofort sogenannte reFuels laden. Eine Software dokumentiert dabei für jede Lieferung die Einsparung an Treibhausgasen. Olaf Toedter vom Institut für Kolbenmaschinen des KIT koordiniert das gesamte Vorhaben.
Professor Thomas Hirth, Vizepräsident Transfer und Internationales des KIT, sieht in der Technik einen entscheidenden Schritt für den Hochlauf von reFuels. Er erklärt, dass die Anlage erstmals nach Bedarf abgestimmte Mengen mischen und die Klimawirkung sofort transparent nachweisen kann.
reFuels: Klimafreundliche Kraftstoff-Produktion in Mannheim
Die präzise Bilanzierung der CO2-Reduktion soll Unternehmen so einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten. Denn klimaneutrale Kraftstoffe spielen eine wichtige Rolle, da sich nicht alle Verkehrsbereiche vollständig elektrifizieren lassen. Die Rohstoffe für die Produktion stammen aus CO2, nachhaltigem Wasserstoff sowie Reststoffen der Land- und Forstwirtschaft, Industrieabfällen und Haushaltsabfällen.
Das Ministerium für Verkehr unterstützt das Projekt mit dem Namen BlendBilanz4Mobility mit rund 325.000 Euro. Verkehrsstaatssekretärin Elke Zimmer betont, dass regional produzierte Kraftstoffe die Versorgungssicherheit fördern. Das Land will damit den Einsatz von nachhaltigem Benzin bei der Landespolizei und den Seehäfen am Bodensee ermöglichen.
Präzise Sensoren sorgen dafür, dass jede Mischung genau nach den festgelegten Anteilen entsteht. Die digitale Ausstattung macht die Einsparung von CO2 künftig direkt auf dem Tankbeleg für die Kunden sichtbar. Das soll Unternehmen dabei helfen, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und Verbesserungen ihrer Klimabilanz offiziell zu belegen.
Digitale Transparenz für die Energiewende
Die Pilotanlage verbindet präzise Messtechnik mit drei Lagertanks für erneuerbare, strombasierte und fossile Kraftstoffe. Die technische Lösung ebnet den Weg für einen breiten Einsatz von reFuels bei Endverbraucherinnen und Endverbrauchern.
Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrssektor. Da der Verkehr neben der Industrie einen großen Teil der Emissionen verursacht, fördern solche Innovationen eine klimafreundliche Mobilität.
Die Anlage in Mannheim zeigt, wie die Kombination aus moderner Software und klassischer Infrastruktur den Klimaschutz voranbringen kann. So entstehen bedarfsgerechte Lösungen für die Energiewende auf der Straße, in der Luft und auf dem Wasser.
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