Pumpturbine Meeresboden Energie Speicher

Pumpturbine speichert Energie in Betonkugeln auf dem Meeresgrund

Felix Baumann
Bild: Fraunhofer IEE

Anzeige

Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft. Doch die Speicherung stellt nach wie vor eine Herausforderung dar – etwa bei Wind- oder Sonnenflauten. Eine neue Pumpturbine verspricht nun aber Abhilfe. 

Die Speicherung von Energie aus Wind und Sonne entscheidet über die Sicherheit unserer Stromversorgung. Ein Team aus Deutschland und den USA testet deshalb ein Pumpspeicherwerk am Boden des Ozeans. Das Projekt StEnSea nutzt den Wasserdruck in Tiefen von 650 Metern, um Energie zwischenzulagern. Der Vorteil: Schwankungen im Netz können ausgeglichen werden.

Bei dem System handelt es sich um eine hohle Betonkugel am Meeresgrund, die Energie bei Bedarf freigibt. Dadurch könnten Netzbetreiber es vermeiden, dass sie Windräder bei Überkapazitäten abschalten müssen. Die Konkurrenz aus China scheint technologisch bereits einen Schritt weiter, da das Unternehmen Dongfang Electric die Funktion eines solchen Systems seit Längerem demonstriert.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 10.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Beats-Kopfhörer gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Neue Pumpturbine speichert Energie am Meeresgrund

Das Fraunhofer-Institut IEE arbeitet derweil mit Partnern wie Pleuger Industries und der Firma Sperra zusammen. Pleuger Industries baut die technische Einheit und verantwortet speziell die Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Die Firma Sperra druckt die Kugel der Pumpturbine mit einem speziellen 3D-Verfahren aus Beton.

Während der Prototyp im Maßstab eins zu drei einen Wirkungsgrad von 0,60 erreicht, zielt das System in voller Größe auf einen Wert von 0,80 ab. Damit steigern die Entwickler die Effizienz des Speichers um ein Drittel.

Ein Beispiel zeigt das Zusammenspiel mit Windparks auf hoher See. Wenn der Wind bei gleichzeitig geringem Bedarf in den Städten weht, treibt der Stromüberschuss die Pumpen an. Diese befördern das Wasser aus dem Inneren der Betonkugel ins Meer. Herrscht Flaute oder steigt der Bedarf am Tag, drückt der Wasserdruck der Tiefe das Wasser zurück in die Kugel.

Dabei passiert das Wasser die Turbine, die daraufhin elektrische Energie erzeugt und in das Stromnetz einspeist. Da die Anlagen am Meeresgrund liegen, greifen sie kaum in das Landschaftsbild ein. Forscher untersuchen jedoch die Auswirkungen auf das Ökosystem unter Wasser. Durch den Bau weiterer Kugeln passt das Team die Kapazität der Anlage an den Bedarf der entsprechenden Region an.

Synergien mit der Offshore-Industrie

Der Testkörper vor der US-Küste besitzt einen Durchmesser von zehn Metern und wiegt 1.000 Tonnen. In einer Tiefe von 650 Metern verspricht das System eine Speicherkapazität von einer Megawattstunde. Spätere Einheiten könnten in Tiefen von 600 bis 800 Metern funktionieren – bei einem Durchmesser von 30 Metern und ein Gewicht von 20.000 Tonnen.

Die Betreiber nutzen Synergieeffekte mit der bestehenden Offshore-Industrie sowie der Windbranche. Sie greifen auf vorhandene Logistik und spezialisierte Schiffe zurück, um die schweren Kugeln zu transportieren. Bestehende Methoden für den Korrosionsschutz schützen die Technik dauerhaft vor aggressivem Salzwasser. Auch Kabel und Sensoriksysteme übernehmen die Fachleute aus erprobten Anwendungen der Gas- und Ölförderung.

Das Fraunhofer IEE schätzt das weltweite Potenzial auf über 800 Terawattstunden. Dieser Wert übertrifft Schätzungen für den globalen Bedarf an Stromspeichern. Derzeit verknüpfen die Forscher aktiv die verschiedenen Einzelkomponenten des Speichers. Zudem lösen Fachleute die Probleme bei der Verlegung der Seekabel, die sie für diese Anwendung erstmals verlegten.

Auch interessant:

🤝 25 Euro geschenkt!

Eröffne jetzt dein kostenloses NIBC Tagesgeld und erhalte bis zu 2,75 Prozent Zinsen auf dein Geld! Und obendrauf gibt's sogar noch 25 Euro geschenkt!


Jetzt Zinsen sichern

Voraussetzungen gelten, Anzeige

STELLENANZEIGEN
Graphic Designer & Content Creator (m/w/d)
FamiCord AG in Leipzig
Senior SAP Consultant FI/CO (f/m/div.)
Bosch Gruppe in Wetzlar
Intern/Working Student (m/f/d) in Generative AI
Clarios Germany GmbH & Co. KG in Hannover
Intern (m/f/d) in Digital Marketing
Clarios Germany GmbH & Co. KG in Hannover
Senior Cyber Security Engineer (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in Hannover
Digital Marketing Manager (m/w/d)
Schwer Fittings GmbH in Denkingen
Personalberater (m/w/d)
Ratbacher GmbH - Karriere bei Rat... in Stuttgart, M...
Organizational Integration Manager (m/f/d)
Clarios Germany GmbH & Co. KG in
Teile diesen Artikel
Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
Keine Kommentare