Die meisten Webbrowser laden ihre Oberflächen zunehmend mit Funktionen voll, die viele Anwender nerven. Das Projekt „Just the Browser“ verspricht eine technische Lösung, KI-Inhalte, Shopping-Funktion und Werbung zu verbannen.
Hinter dem Projekt Just the Browser steckt der US-Journalist und Programmierer Corbin Davenport. Sein Tool ermöglicht es, Webbrowser ohne KI-Funktionen, die Cursor okkupieren oder im Hintergrund Tabs umschichten. Davenport veröffentlichte deshalb spezifische Gruppenrichtlinien für drei große Browser, zusammen mit einer ausführlichen Dokumentation.
Die technische Basis bilden sogenannte Bordmittel, weshalb du keine zusätzlichen Plug-ins installierst oder den Quellcode der Programme anrühren musst. Da die Software im Kern unverändert bleibt, erhalten die Browser weiterhin alle wichtigen Sicherheitsupdates. In der Regel reaktivieren diese automatischen Updates die unerwünschten Funktionen auch nicht eigenständig.
Just the Browser installieren
Zur Installation kopierst du einen einfachen Befehl in das Befehlsterminal deines Computers, wählst den gewünschten Browser aus und bestätigst den Vorgang. Mit demselben Shell-Befehl entfernst du die installierten Richtlinien bei Bedarf wieder oder stellst den Originalzustand wieder her. Nach der Anwendung zeigen Browser wie Edge oder Firefox einen Hinweis an, dass eine Organisation die Software verwaltet.
Diese Organisation bist jedoch du selbst als Nutzer von „Just the Browser“. Die Skripte unterstützen Windows-Systeme in allen gängigen Konfigurationen. Für Linux-Anwender deckt das Tool bisher Distributionen wie Debian, Ubuntu, Fedora und OpenSUSE ab.
So ist es etwa möglich, den Firefox-Browser innerhalb weniger Sekunden erfolgreich von KI-Ballast und Werbung zu befreien. Bei dem Vorgang sind kaum manuelle Schritte notwendig. Das spart Zeit. Wichtig ist, dass das Skript dabei sowohl die Standardinstanz als auch mögliche parallel installierte Versionen des Browsers verändert.
Einschränkungen bei mobilen Browsern
Gleichzeitig solltest du beachten, dass bei einer späteren Rückgängigmachung der Richtlinien unter Umständen einige manuell vorgenommene Einstellungen verschwinden. Normale Browserupdates sollten die gesetzten Richtlinien im Alltag nicht tangieren. Falls Browser-Herausgeber jedoch grundlegende Änderungen vornehmen, die bestehende Richtlinien stören, musst du das Script eventuell neu ausführen.
Aber es gibt auch Einschränkungen. Wenn du etwa KI-Komponenten deaktivierst, dann verlierst du in Firefox gleichzeitig die interne Übersetzungsfunktion. Während die Unterstützung für Google Chrome unter Linux spezifisch noch in Arbeit ist, steht eine mobile Lösung für Android aktuell gar nicht zur Verfügung. Im Gegensatz dazu listet das GitHub-Repositorium iOS bereits für eine mögliche Ausweitung der Funktionen auf.
Per Flatpak installierte Browser unter Linux unterstützt das Projekt derzeit ebenfalls noch nicht. Da das Projekt unter der MIT-Lizenz steht, darf die Community es frei weiterverbreiten und kommerziell nutzen. Das Ziel bleibt dabei immer ein Browser, der schlichtweg nur ein Browser ist.
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