Solar-Dachziegel Matrix-Technologie Photovoltaik Solarenergie Erneuerbare Energien Energiewende Fraunhofer ISE

Solar-Dachziegel mit Matrix-Technologie – für doppelte Leistung bei Schatten

Maria Gramsch
Bild: Fraunhofer ISE / Sophia Bächle

Solarmodule auf dem Dach sind längst Alltag. Doch viele Hausbesitzer stören sich an der Optik. Das Fraunhofer ISE hat jetzt eine Pilotlinie für Solar-Dachziegel gestartet, die klassische Dacheindeckungen ersetzen und dank Matrix-Schindeltechnologie bei Teilverschattung doppelt so viel Leistung liefern sollen wie herkömmliche Module.

Die Solarenergie ist einer der zentralen Pfeiler der Energiewende und gewinnt sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich zunehmend an Bedeutung. Seit dem Jahr 2008 hat sich die Zahl der Photovoltaikeinheiten in Deutschland beständig weiterentwickelt.

Während im Jahr 2020 in Deutschland noch rund zwei Millionen Photovoltaikeinheiten verbaut waren, sind es 2025 – also nur fünf Jahre später – bereits mehr als 5,68 Millionen Einheiten gewesen. Dabei setzen auch immer mehr Hausbesitzer auf Solaranlagen oder steckerfertige Balkonkraftwerke.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück Apple AirPods gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Solarmodule auf Dächern sind daher längst keine Seltenheit mehr, sondern gehören vielerorts fest zum Stadtbild. Gleichzeitig wächst jedoch der Wunsch nach Lösungen, die sich harmonischer in die bestehende Architektur einfügen und weniger technisch wirken.

Genau hier setzen Solardachziegel an, die klassische Dacheindeckungen ersetzen und dabei Solarmodule so integrieren, dass sie sich optisch deutlich unauffälliger ins Gesamtbild einfügen. Auch das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE arbeitet an einer entsprechenden Lösung und hat nun eine Pilotlinie für PV-Dachziegel aufgebaut.

Solar-Dachziegel: Was ist die Matrix-Schindeltechnologie?

Die Solar-Dachziegel entstehen im Forschungsprojekt „SPHINX“ (Sustainable Photovoltaics Integration in buildings and Infrastructure for multiple applications), an dem mehrere europäische PV-Hersteller und Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Ziel der Forscher ist es, kostengünstige und schnell einsetzbare gebäudeintegrierte Photovoltaik-Elemente mithilfe der innovativen Matrix-Schindeltechnologie zu entwickeln.

Diese vorgefertigten Module soll es in unterschiedlichen Größen und Ausführungen geben, beispielsweise als leichte Bauelemente, halbtransparente Varianten oder als Solar-Dachziegel. Für letztere hat das Fraunhofer ISE nun eine Pilot-Produktionslinie in Betrieb genommen. Hier werden erste Kleinserien industrienah gefertigt.

Die Ziegel sind dabei besonders dünn angelegt und intelligent über die Matrix-Technologie miteinander verbunden. Dadurch haben sie eine höhere Toleranz gegenüber Teilverschattung.

„Matrix-Schindelmodule sind prädestiniert für integrierte Anwendungen, insbesondere in Gebäudefassaden und wie hier als PV-Dachziegel auf Dächern“, erklärt Torsten Rößler, Projektleiter am Fraunhofer ISE. „Gerade dort kommt es auf maximale Flächenausnutzung, Verschattungstoleranz und eine ansprechende Ästhetik an.“

Durch die Matrix-Anordnung fließt der Strom um die verschatteten Bereiche herum. Laut dem Fraunhofer ISE kann so je nach vorliegender Teilverschattung die doppelte Leistung im Vergleich zu herkömmlich verschalteten PV-Modulen erreicht werden.

Warum Solar-Dachziegel noch zu teuer sind

Seit März 2025 wurden über die industrienahen Fertigungslinie bereits 800 Schindelmodule fertiggestellt. Insgesamt sollen 4.000 Dachziegel mit Matrix-Schindeltechnologie hergestellt werden.

Trotz der industrienahe Fertigungslinie gestaltet sich die Produktion der Solar-Dachziegel derzeit noch sehr aufwendig. Da hierbei auch händisch Elemente angebracht werden müssen, ist die Produktionsweise noch zu teuer für die Massenproduktion.

Langfristig wollen die Forscher ihre Technologie aber nicht nur auf Dächer bringen, sondern auch für Autodächer, Motorhauben, Häuserfassaden oder Lärmschutzwände nutzen.

Aktuell werden die Solar-Dachziegel bereits auf fünf Dächern in der Schweiz getestet. Die Dachinstallation übernimmt der Projektpartner Freesuns, ein Schweizer Solardach-Hersteller. „Unser Fokus liegt bei dieser Produktentwicklung auf Anwendungen für Bestandsbauten und insbesondere denkmalgeschützte Gebäude“, erklärt John Morello, Gründer und CTO von Freesuns.

Google lässt dich jetzt selbst bestimmen, welche Quellen du in der Suche häufiger siehst. Mit zwei schnellen Klicks kannst du BASIC thinking kostenlos als bevorzugte Quelle hinzufügen und damit unabhängigen Tech-Journalismus unterstützen. Vielen Dank!

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Social Media Manager (m/w/d) – LinkedIn...
Landkreis Rotenburg (Wümme) in Rotenburg (Wümme)
Cross-Media-Designer*in, Content-Creator*in i...
Hochschule Emden/Leer in Emden
Content Creator / Mediengestaltung (m/w/d), S...
Bundeswehr Baden-Württemberg in Stuttgart
Social Media & Community Manager (Early T...
SharkNinja UK Ltd. in Frankfurt am Main
Online Redakteur / Content Creator (m/w/d)
United Charity in Baden-Baden
Sales & Marketing Manager (w/m/d) Schwerp...
Bisley GmbH in Düsseldorf
Praktikum Online Marketing (m/w/d)
HARIBO Deutschland in Grafschaft
Social Media Manager (m/w/d)
RABOT Energy DE GmbH in Berlin
Teile diesen Artikel
Folgen
Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
Keine Kommentare