KI-Impfstoff

Neuer KI-Impfstoff soll vor noch unbekannten Coronaviren schützen

Felix Baumann
Bild: University of Cambridge

Ein neuartiger Impfstoff, der mithilfe von KI entwickelt wurde, hat eine erste klinische Sicherheitsstudie am Menschen erfolgreich überstanden. Ziel ist ein universeller Schutz vor aktuellen und künftigen Varianten des Sarbeco-Coronavirus. Künftig könnten Mediziner neue Vakzine mit diesem computerbasierten Verfahren vorausschauend statt lediglich reaktiv herstellen.

Wissenschaftler der Universität Cambridge und des Biotech-Unternehmens DIOSynVax nutzen Künstliche Intelligenz für die medizinische Forschung. Sie entwarfen mithilfe von Computersimulationen ein sogenanntes Super-Antigen für das menschliche Immunsystem. Bisherige Präparate fokussieren sich meist auf bekannte Virusstämme. Aus diesem Grund müssen Forscher diese Vakzine kontinuierlich an neue Mutationen anpassen.

Der neue Ansatz zielt stattdessen auf gemeinsame genetische Merkmale ab, die alle Erreger der Sarbeco-Familie teilen. Zu dieser Erregergruppe gehören das SARS-CoV-2-Virus, das SARS-Virus sowie weitere Coronaviren aus Fledermäusen. Diese Viren bergen ein Risiko für künftige Übertragungen auf den Menschen. Die computergenerierten Impfstoffe können Menschen laut den Forschern auch bei künftigen Virusmutationen schützen.

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KI-Impfstoff gegen Coronaviren: Erste Studie mit 39 Freiwilligen

Durch die vorausschauende Herangehensweise soll der bisherige Kreislauf ständiger Impfstoffanpassungen durchbrochen werden. Forschungsleiter Professor Jonathan Heeney erklärte hierzu, man habe die Impfstoffentwicklung von einer reaktiven zu einer zukunftssicheren Methode umgestellt.

Die neuen Impfstoffe würden auch dann noch Schutz gegen Viren bieten, wenn diese zu neuen Stämmen mutierten. In der ersten klinischen Sicherheitsstudie erhielten 39 gesunde Freiwillige das neue DNA-Vakzin. Die Tests fanden in den National Institute for Health and Care Research Clinical Research Facilities in Cambridge und Southampton statt.

Das verantwortliche Forscherteam verabreichte den Wirkstoff über ein Mikrofluidik-System ohne Nadeln. Die medizinischen Auswertungen zeigten im Anschluss an die Verabreichung keine signifikanten Nebenwirkungen bei den Probanden. Stattdessen dokumentierten die Forscher eine breite Immunantwort gegen SARS-CoV-2, das SARS-Virus und die Coronaviren aus Fledermäusen.

Phase-2-Studie soll Immunantwort in größerem Kreis prüfen

Biotech-Unternehmen DIOSynVax entwickelt auf Basis der neuen Technologie bereits Impfstoffkandidaten gegen saisonale sowie pandemische Influenza und hämorrhagische Fieberviren. Zudem könnte das Prinzip laut den Forschern künftig auch auf andere Virusgruppen wie Ebola-Viren übertragen werden.

Eine geplante Phase-2-Studie solle die Immunantwort in einer größeren Teilnehmergruppe ermitteln, bevor das Mittel für die Bevölkerung verfügbar wird. Der leitende Prüfarzt Professor Saul Faust ordnete die Ergebnisse ein. Er betonte, dass diese neue Klasse universeller Impfstoffe zukunftssicher sei.

Die Vakzine würden nicht nur gegen viele Varianten gleichzeitig schützen, sondern potenziell auch gegen verwandte Viren. Das betreffe auch Erreger, die bisher noch nicht auf den Menschen übergesprungen seien. Vor einer breiten Verfügbarkeit des neuen Impfstoffs für die Bevölkerung sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig. Die kommenden Testreihen sollten Aufschluss über die Immunantwort in einer größeren Personengruppe geben.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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