Schmutzige Solarmodule verlieren spürbar an Leistung, regelmäßiges Putzen ist aber aufwendig und teuer. Eine aktuelle Studie zeigt jetzt: Eine hauchdünne Nanobeschichtung steigert den Stromertrag um bis zu 32 Prozent und übertrifft damit sogar die tägliche Handreinigung.
Die Rekordtemperaturen im Sommer 2026 zeigen, dass wir in vielen Bereichen nachhaltiger denken müssen. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Denn hierzulande erzeugen wir immer mehr Energie über nachhaltige Energieträger. So stammten etwa 16,9 Prozent der Stromversorgung im Jahr 2025 aus der Solarenergie.
Andererseits birgt die Technologie aber auch einige Herausforderungen. Denn wenn Solarpanels einmal schmutzig sind, sinkt ihre Leistung rapide. Eine neue Untersuchung von C. Ayyanar und R.V. Sabariraj zeigt aber, dass eine einfache Nanobeschichtung dieses Problem relativ einfach lösen kann.
So schnitt die Solar-Beschichtung im Test ab
Die Forscher testeten über 45 Tage hinweg drei 165-Watt-Solarmodule unter freiem Himmel. Eines war mit einer üblichen Schmutzschicht bedeckt, ein weiteres wurde per Hand gereinigt und das dritte erhielt die bereits erwähnte Nanobeschichtung. Ergebnis: Das beschichtete Panel lieferte 16 Prozent mehr elektrische Leistung als das ungereinigte Modul.
Doch damit nicht genug. Denn die Nanobeschichtung entspiegelte auch das Modul, was die Ausgangsleistung um bis zu 31,76 Prozent erhöht haben soll. Auch im Vergleich zum per Hand gereinigten Solarpanel erzielte die beschichtete Variante einen bis zu sieben Prozent höheren Stromertrag.
Ein Grund liegt darin, dass die Nanobeschichtung die Temperatur des Moduls um circa zwölf Prozent (Staubmodul), respektive sieben Prozent (Handreinigung) senkte. Außerdem gleiten Wasser und Schmutz durch den Perleffekt sofort ab, sodass Module automatisch sauberer bleiben.
Wie aufwendig ist die Nanobeschichtung in der Praxis?
Der Materialaufwand ist den Forschern zufolge relativ gering. Für einen Quadratmeter Fläche benötigten sie nach eigenen Angaben lediglich fünf bis zehn Milliliter an Flüssigkeit. Die aufgetragene Nanobeschichtung ist nur 1,5 bis zwei Mikrometer dick.
Solaranlagen-Betreiber sollen schon rund 60 Minuten nach dem Auftragen vom vollen Effekt profitieren. Da die Beschichtung eine Lebensdauer von circa drei Jahren aufweist, ist bei einer Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren pro Modul achtmal eine Auffrischung notwendig.
Es gibt aber auch kleinere Nachteile. Bevor eine neue Beschichtung aufgetragen werden kann, muss die alte Schicht zunächst entfernt werden. Zusätzlich sorgt der Ansatz für eine leichte optische Veränderung der Module. Denn es entsteht eine leichte Rauheit, die einen regenbogenartigen Schimmer zur Folge hat. Das Ganze soll aber keine Auswirkungen auf die Funktionsweise haben.
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