Mit der enormen Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz ist es oft kaum noch machbar, Texte von Menschen und KI zu unterscheiden. Eine neue Studie zeigt nun sogar, dass KI-Geschichten bei Lesern teilweise besser ankommen als von Menschenhand verfasste Texte.
Künstliche Intelligenz hat sich in nur wenigen Jahren rasant entwickelt. KI-Tools können heute inzwischen nicht mehr nur einfache Fragen beantworten, Texte schreiben sowie Bilder und Videos erstellen. Sie können auch Geschichten erzählen, die auf den ersten Blick kaum noch von menschlichen Werken zu unterscheiden sind.
Insbesondere der Durchbruch von ChatGPT hat dazu beigetragen. Das KI-Tool aus dem Hause OpenAI ist laut einer Bitkom-Umfrage aus dem Jahr 2025 auch die bekannteste generative KI-Anwendung in Deutschland. Demnach nutzen 43 Prozent der Befragten das Tool, weitere 43 Prozent kennen es, nutzen es aber nicht.
Die Fortschritte dieser Technik sind so enorm, dass es gerade bei Texten immer schwieriger wird zu erkennen, ob sie von einem Menschen oder einer KI stammen. Genau damit beschäftigt sich eine aktuelle Studie der Villanova University.
Studie zeigt: KI-Geschichten kommen besser an als menschliche
Für ihre Untersuchung haben die Forscher drei fiktive Kurzgeschichten von menschlichen Autoren sowie drei von ChatGPT geschriebene Geschichten verwendet. In drei Experimenten sollten Probanden diese Geschichten einschätzen.
In dem ersten Experiment erhielten die 1.682 Teilnehmer eine Geschichte. Dazu bekamen sie teils korrekte und teils falsche Informationen darüber, ob diese von einer KI oder einem Menschen verfasst worden war. Im Anschluss sollten die Probanden die Qualität bewerten sowie angeben, wie fesselnd die Geschichte für sie war.
In den beiden weiteren Experimenten erhielten die 424 beziehungsweise 481 Probanden jeweils eine von einem Menschen sowie eine von einer KI verfassten Geschichte. Dabei erhielten die Probanden keine Informationen zum Autor, denn diese sollten die Urheberschaft nach dem Lesen selbst bestimmen.
Die Ergebnisse zeigten dabei ein klares Bild: Die Studienteilnehmer bewerteten die von KI generierten Geschichten am besten, wenn sie dachten, diese wären von einem Menschen verfasst worden.
Warum bewerten Menschen KI-Texte besser?
„Ich würde sagen, dass die öffentlichen Vorstellungen über die Fähigkeiten von KI zunehmend veraltet sind“, erklärt Hauptautorin Deena Weisberg von der Villanova University. „Wir gehen davon aus, dass kreatives Schreiben spezifisch menschliche Eigenschaften wie emotionales Verständnis und Lebenserfahrung erfordert; dies führt dazu, dass Menschen die Fähigkeiten der KI unterschätzen.“
Dieses Verhalten offenbart laut Weisberg „eine Voreingenommenheit zugunsten von Erzählungen, die von echten Menschen verfasst wurden“. Dieser Effekt tritt jedoch nicht nur ein, wenn Geschichten tatsächlich von Menschen geschrieben wurden – sondern auch, wenn die Leser dies nur annehmen.
Die Gründe hierfür sieht Weisberg in der Art des Schreibens. „Texte von KI sind tendenziell klarer, direkter und leichter zu erfassen“, erklärt die Wissenschaftlerin. „Im Gegensatz dazu sind von Menschen verfasste Geschichten oft subtiler und komplexer.“
Die Forscher konnten außerdem feststellen, dass bei der Unterscheidung zwischen KI-Texten und menschlichen Geschichten die Vertrautheit mit KI-Systemen eine große Rolle spielt. Denn Menschen, die mehr mit KI-Systemen zu tun haben, können in einem Text eher die für KI-Texte typischen Muster erkennen. „Dies deutet darauf hin, dass die Förderung von KI-Kompetenz ein Weg sein könnte, Menschen dabei zu unterstützen, sich in der neuen, von KI geprägten Welt zurechtzufinden“, so Weisberg.
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