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Musik-Streaming: Mit diesen 5 Tipps kannst du KI-Songs erkennen

Maria Gramsch
Bild: Mit ChatGPT generiert (KI)

KI-generierte Inhalte nehmen auch auf den Streaming-Plattformen wie Spotify, Deezer und Co. immer weiter zu. Meist ist diese Musik für die Hörer auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Doch es gibt typische Hinweise, die künstlich erzeugte Songs entlarven können. Wir verraten dir, wie du KI-Songs erkennen und von echter Musik unterscheiden kannst. 

Das Thema Künstliche Intelligenz hat sich spätestens seit der Veröffentlichung von ChatGPT rasant entwickelt. KI-Tools reichen heute bereits von einfachen Assistenzsystemen bis hin zu Anwendungen, die ganze Texte, Bilder oder Videos erstellen und sogar Stimmen imitieren können.

Kaum ein Bereich ist von dieser Entwicklung unberührt geblieben. Auch die Musikindustrie ist davon betroffen, denn mittlerweile lassen sich Songs mithilfe von KI in nur wenigen Minuten erstellen.

Für die Hörer wird es dabei zunehmend schwieriger, künstlich erzeugte Musik von menschlich produzierten Titeln zu unterscheiden. Auch die bisher fehlende einheitliche Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Songs auf Streaming-Plattformen trägt dazu bei.

Doch wie bei KI-generierten Bildern und Videos gibt es auch im Bereich der Musik einige Anzeichen, die auf künstlich erzeugte Inhalte hindeuten. Diese können dabei helfen, KI-Songs zu erkennen.

KI-Songs erkennen: So kannst du die künstlich erzeugte Musik entlarven

Streamingdienste veröffentlichen täglich eine enorme Menge neuer Musik. Auf großen Plattformen kommen jeden Tag zehntausende neue Songs hinzu, unter denen sich inzwischen zunehmend Titel finden, die vollständig oder teilweise mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurden.

Allein der Streamingdienst Deezer zählt täglich fast 75.000 KI-generierte Titel, was nach eigenen Angaben mehr als 44 Prozent der gesamten täglichen Einreichungen ausmacht. Für Hörer wird es bei dieser Masse natürlich immer schwieriger, KI-generierte Songs von klassisch produzierter Musik zu unterscheiden.

1. Credits checken: Ein Blick hinter die Kulissen

Wer sich bei einem Musiktitel unsicher ist, ob es sich um einen KI-generierten oder einen klassisch produzierten Song handelt, kann einen Blick in die Credits und Künstlerangaben werfen. Diese liefern häufig Hinweise darauf, wer an der Produktion beteiligt war.

Fehlen hier wichtige Informationen, könnte das ein Anzeichen für KI-Beteiligung sein. Unter normalen Umständen sind an einem Song meist auch mehrere Menschen beteiligt, darunter Sänger, Songwriter und Produzenten.

Findet sich in den Angaben zum Titel jedoch nur ein Name, kann es sich um einen Hinweis auf einen KI-Song handeln. Hier lohnt es sich dann, genauer hinzuschauen.

2. Artist überprüfen: Was ist über den Künstler zu finden?

Mit den Angaben aus den Credits eines Songs lassen sich dann über eine schnelle Google-Suche weitere Informationen herausfinden. Denn viele Musiker sind bereits seit Jahren oder sogar Jahrzehnten aktiv, weshalb sich im Internet meist Interviews, frühere Veröffentlichungen oder andere Spuren ihrer Arbeit finden lassen.

Fehlen solche Informationen vollständig oder wirkt ein Künstlerprofil ungewöhnlich leer, kann das ein Hinweis auf KI-generierte Inhalte sein. Auch eine professionelle Website und aktive Social-Media-Profile mit Fan-Interaktionen deuten auf menschliche Künstler hin.

Hat ein Künstler hingegen zahlreiche Alben in kürzester Zeit veröffentlicht, könnte dies ein Hinweis auf KI-Inhalte sein. Denn unter normalen Umständen brauchen Musiker mehrere Monate, um ein Album zu vollenden.

3. Streamingdienst checken: Werden KI-Inhalte gekennzeichnet?

Der Marktführer Spotify hat zunächst eine Verifizierung für Künstler eingeführt. Der Streamingdienst weist darauf hin, dass vorwiegend KI-generierte Künstler oder KI-Persönlichkeiten nicht für eine Verifizierung berechtigt sind. Künftig soll es auch eine Kennzeichnung für nicht KI-generierte Inhalte geben.

Konkurrent Deezer hingegen setzt verstärkt auf die Kennzeichnung von KI-Inhalten. „Indem wir in den letzten anderthalb Jahren KI-generierte Musik erkannt und gekennzeichnet haben, hat Deezer eine Vorreiterrolle bei der Transparenz im Musikstreaming eingenommen“, erklärt CEO Alexis Lanternier. Allein im Jahr 2025 habe Deezer mehr als 13,4 Millionen KI-generierte Titel erkannt und markiert.

4. Genau hinhören: Gibt es Anzeichen für KI-Songs?

Dieser Teil ist leider nicht so einfach. Denn 97 Prozent der Nutzer können laut einer Deezer-Umfrage nicht unterscheiden, ob ein Song von einer KI stammt oder nicht. Dennoch kann es auch hier Anzeichen geben.

So wirken KI-generierte Songs mitunter ungewöhnlich gleichförmig oder enthalten kleine Unstimmigkeiten bei Gesang, Rhythmus oder Übergängen. Auch austauschbare Texte, wiederkehrende Melodien oder ein insgesamt sehr generischer Klang können Hinweise darauf sein, dass die Musik nicht vollständig von Menschen produziert wurde.

5. Musik über einen KI-Detektor checken

Inzwischen gibt es zahlreiche Tools im Internet, die KI-generierte Inhalte überprüfen und entdecken können. Das gilt auch für den Musikbereich.

Diese Anwendungen analysieren etwa Klangmuster, Stimmcharakteristika oder typische Produktionsstrukturen und versuchen daraus Wahrscheinlichkeiten für KI-Erzeugung abzuleiten. Allerdings sind auch diese Methoden nicht absolut zuverlässig, da sich KI-generierte Musik stetig weiterentwickelt und immer stärker an menschliche Produktionen angepasst wird.

Eines dieser Tools hat Deezer seinen Nutzern zur Verfügung gestellt. „Die große Mehrheit der Menschen möchte wissen, ob ihnen KI-Musik empfohlen wird, und unsere Daten zeigen, dass fast die Hälfte der Nutzer, die von einer anderen Plattform zu Deezer wechseln, KI-Tracks in ihren Playlists haben“, so Deezer-CEO Alexis Lanternier.

Mit dem KI-Detektor von Deezer können Hörer auch ihre Playlists auf anderen Plattformen überprüfen. Einfach Streamingdienst auswählen und Playlists scannen. Einziger Haken: Die exakten Songs spuckt der Detektor nicht aus. Wer es genauer wissen möchte, kann einzelne Titel über spezialisierte Dienste wie den AI Songs Checker prüfen lassen. Eine hundertprozentige Gewissheit gibt es aber nie.

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Maria ist freie Journalistin und technische Mitarbeiterin an der Universität Leipzig. Seit 2021 arbeitet sie als freie Autorin für BASIC thinking. Maria lebt und paddelt in Leipzig und arbeitet hier unter anderem für die Leipziger Produktionsfirma schmidtFilm. Sie hat einen Bachelor in BWL von der DHBW Karlsruhe und einen Master in Journalistik von der Universität Leipzig.
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