Das Samsung Galaxy Z Fold8 zugeklappt und aufgefaltet.

Samsung denkt neu: Warum sich das Galaxy Z Fold8 richtig lohnt

Nils Ahrensmeier
Bild: Samsung

Samsung hat mit dem Galaxy Z Fold8 in diesem Jahr nicht einfach nur ein neues Foldable nachgeschoben, sondern das Format komplett neu gedacht: kürzer, breiter, handlicher. Daneben gibt es mit dem Galaxy Z Fold8 Ultra weiterhin die klassische, langgezogene Variante für alle, die lieber beim gewohnten Look bleiben wollen. Wir haben beide Geräte ausführlich im Alltag getestet.

Samsung Galaxy Z Fold8 und Fold8 Ultra: Design und Verarbeitung im Vergleich

Das Samsung Galaxy Z Fold8 bricht mit allem, was Samsung bei seinen Falt-Flaggschiffen bisher gemacht hat. Statt des gewohnten, fast quadratischen Formats setzt Samsung auf ein Reisepass-Format: fast 20 Millimeter kürzer, dafür rund zehn Millimeter breiter als der Vorgänger. Aufgeklappt ist das Gerät gerade einmal 4,5 Millimeter dünn, zugeklappt 9,7 Millimeter – und mit 201 Gramm ist es das bisher leichteste Fold, das Samsung je gebaut hat.

Im Alltag liebe ich dieses Format. Das Außendisplay lässt sich endlich wieder komfortabel nutzen, ohne dass man sich beim Tippen die Finger verrenkt, wie es bei den langen, schmalen Vorgängern und auch beim Ultra der Fall ist. Für die einhändige Bedienung ist das Fold8 durch die zusätzliche Breite einen Tick weniger geeignet, das fällt aber im Alltag kaum ins Gewicht, weil sich das Gerät insgesamt einfach angenehmer anfühlt.

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Das Samsung Galaxy Z Fold8 in "Lavender"
Das Samsung Galaxy Z Fold8 ist deutlich handlicher als das Z Fold8 Ultra (Bild: BASIC thinking)

Das Fold8 Ultra bleibt dagegen beim bekannten Konzept: außen ein sehr schmales, langes 6,5-Zoll-Display im 21:9-Format, innen ein opulenter 8-Zoll-Bildschirm im Format eines iPad mini. Für sich genommen ist das immer noch ein richtig gutes Gerät – nur wirkt das lange, schmale Außendisplay direkt neben dem Fold8 irgendwie aus der Zeit gefallen. Gerade bei Videos oder Spielen sorgt das Format spürbar für mehr schwarze Balken und weniger nutzbare Fläche, wo das Fold8 einfach die deutlich angenehmere Vorschau liefert.

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Bei der Verarbeitung nehmen sich beide Geräte nicht viel: Aluminiumrahmen, Glasrückseite, IP48-Zertifizierung gegen Wasser – staubdicht ist allerdings keines der beiden Geräte, was bei diesem Preis ruhig besser sein dürfte. Auch der Flex-Modus, also das angewinkelte Aufstellen für freihändiges Filmen, ist beim Fold8 komplett gestrichen worden. Das Ultra beherrscht ihn immerhin noch im 90-Grad-Winkel. Einen S Pen unterstützt inzwischen übrigens keines der beiden Geräte mehr – was mich persönlich aber überhaupt nicht stört, ich habe den Stift noch nie wirklich vermisst.

Richtig spannend wird es beim Blick auf die Displayfalte: Durch die neue Flex-Titanium-Technologie mit einer hauchdünnen Titan-Legierungsfolie unter dem Panel ist die Falte beim Fold8 kaum noch spürbar und optisch deutlich unauffälliger als bei allen Vorgängern. Beim Ultra ist die Knickfalte zwar ebenfalls etwas dezenter als beim Fold7, aber im direkten Vergleich zum Fold8 immer noch klar sichtbar. Auch hier zeigt sich: Das neue Format tut dem Gerät sichtbar gut.

Welches Display liefert mehr nutzbare Fläche?

Beide Geräte fahren mit zwei Displays auf. Beim Fold8 sind das ein 5,5 Zoll großes Außendisplay im 10:16-Format sowie ein 7,6 Zoll großes Innendisplay im 4:3-Format – beide mit adaptiven 120 Hertz und einer Spitzenhelligkeit, die in Messungen sogar über 3.100 Nits erreicht hat. Beim Fold8 Ultra ist das Außendisplay mit 6,5 Zoll im 21:9-Format deutlich länger und schmaler, innen wartet ein 8 Zoll großer Bildschirm im 4:3,6-Format. Auch das Ultra wird beeindruckend hell, kommt aber laut Messungen leicht unter dem Wert des Fold8.

Das Galaxy Z Fold8 aufgefaltet mit geöffnetem Startbildschirm
Das Samsung Galaxy Z Fold8 hat einen deutlich breiteren Bildschirm als das Fold8 Ultra (Bild: BASIC thinking)

Im Alltag zahlt sich das kompaktere Format des Fold8 direkt aus: Bei YouTube-Videos etwa steht dank des breiteren Verhältnisses und schmalerer schwarzer Balken sogar mehr nutzbare Bildfläche zur Verfügung als beim größeren Innendisplay des Ultra. Auch beim Fotografieren im klassischen 4:3-Format nutzt das Fold8 die Fläche einfach besser aus. Zusammengeklappt eignet sich das Fold8 dadurch hervorragend, um unterwegs schnell Fotos zu zeigen oder ein Video zu schauen – beim Ultra hat man dafür zwangsläufig mehr ungenutzte Displayfläche an den Seiten.

Leistung und Hardware

Unter der Haube setzen beide Modelle auf denselben Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy – aktuell der stärkste Chip, den man in einem Android-Smartphone bekommen kann, wahlweise mit 12 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und bis zu einem Terabyte Speicher. In der Praxis ist die Leistung bei beiden Geräten nahezu identisch, im Alltag läuft alles kompromisslos flüssig.

Der Kompromiss zeigt sich erst unter Dauerlast: Das extrem schlanke Gehäuse des Fold8 lässt sich schlechter kühlen, weshalb der Prozessor bei anhaltender Last spürbar drosselt. Im normalen Alltag ist mir das kaum aufgefallen, auch bei sommerlichen Temperaturen lief das Gerät nicht direkt heiß – nur bei längeren Gaming-Sessions oder aufwendigen Aufgaben wird das dünne Gehäuse spürbar warm.

Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra vs. Fold8: Wie groß ist der Kamera-Unterschied?

Bei der Kamera zeigt sich der deutlichste Unterschied zwischen beiden Geräten. Das Fold8 verzichtet komplett auf eine eigene Zoom-Kamera und setzt nur auf eine 50-Megapixel-Hauptkamera sowie ein 50-Megapixel-Ultraweitwinkel – gezoomt wird rein digital aus dem Hauptsensor heraus. Das Ultra behält dagegen sein bekanntes Trio aus 200-Megapixel-Hauptkamera, 50-Megapixel-Ultraweitwinkel und einer dreifachen optischen Telekamera.

Und ja, das habe ich im Alltag wirklich vermisst. Bei einem Spaziergang durch die HafenCity, bei dem ich immer wieder weit entfernte Gebäude fotografieren wollte, habe ich mich mehrfach dabei ertappt, wie ich stattdessen zu meinem iPhone 17 Pro gegriffen habe, nur um den Zoom nutzen zu können. Mit dem Ultra war das schon deutlich komfortabler, auch wenn selbst dessen Zoom nicht ganz an ein klassisches Kamera-Flaggschiff heranreicht.

Insgesamt sehen die Fotos vom Fold8 gut aus, die vom Ultra aber sichtbar besser – kein Wunder, schließlich steckt darin auch der deutlich größere 200-Megapixel-Sensor. Ehrlich gesagt hätte ich mir genau diesen Sensor auch im normalen Fold8 gewünscht, dann wäre der fehlende Zoom deutlich leichter zu verschmerzen gewesen.

Wir haben wieder einige Fotos mit dem Fold8 und Fold8 Ultra gemacht, die ihr euch auf den Links anschauen könnt. 

Interessant ist dabei allerdings ein Detail: Die Telekamera des Ultra ist technisch schon seit Jahren nahezu unverändert und liefert in der Praxis kaum bessere Ergebnisse als ein digitaler Crop aus dem großen Hauptsensor – nennenswerte Vorteile zeigen sich erst so richtig ab etwa dem zehnfachen Zoom. Wer also nicht regelmäßig wirklich weit heranzoomt, verliert beim Fold8 in der Praxis weniger, als das Datenblatt vermuten lässt.
Bei den Selfies können mich beide Geräte nicht überzeugen. Die Frontkameras mit jeweils 10 Megapixeln liefern solide, aber keine besonders scharfen Ergebnisse. Mein Tipp, den ich mir mittlerweile angewöhnt habe: Einfach die Hauptkamera auf der Rückseite nutzen und das Außendisplay als Vorschau – der Qualitätsunterschied zur echten Frontkamera ist wie Tag und Nacht, man muss sich nur kurz daran gewöhnen, in die Linse statt aufs Display zu schauen.

Akku und Laden

Der Akku bereitet bei beiden Geräten keine Sorgen. Das Fold8 setzt erstmals auf eine Silizium-Kohlenstoff-Zelle mit 4.800 mAh, das Ultra kommt dank des größeren Gehäuses auf 5.000 mAh. Beim Laden hat Samsung ordentlich nachgelegt: Statt der bisher eher zähen 25 Watt laden beide Geräte jetzt mit über 40 Watt, eine volle Ladung ist damit in rund einer Stunde erledigt. Kabellos sind bis zu 20 Watt drin, auf eine magnetische Ladehalterung nach Qi2- beziehungsweise MagSafe-Vorbild müsst ihr bei beiden Geräten aber weiterhin verzichten.

Im Alltag bin ich mit beiden Geräten locker durch den Tag gekommen, ohne mittags noch mal an die Steckdose zu müssen. Ein Unterschied zwischen Fold8 und Ultra war für mich dabei kaum spürbar.

Software

Beide Geräte starten mit One UI 9 auf Basis von Android 17, inklusive des vollen Galaxy-AI-Pakets. Now Nudge, das kontextbasiert Vorschläge aus Chats erkennt und etwa passende Fotos zum Verschicken vorschlägt, ist für mich bislang eher eine nette Spielerei geblieben als ein Feature, das ich täglich brauche. Auch Samsung DeX habe ich in meiner Testzeit ehrlich gesagt kein einziges Mal angerührt.

Beim Multitasking und Splitscreen zeigt sich der Vorteil des größeren 8-Zoll-Displays im Ultra: Mehrere Apps nebeneinander fühlen sich dort etwas komfortabler an. Allerdings habe ich Multitasking im Alltag insgesamt zu selten genutzt, um daraus für mich einen echten Vorteil zu ziehen – für die meisten dürfte das Fold8 hier völlig ausreichen. Praktisch finde ich dagegen die neue Quick-Share-Kompatibilität zu Apple-Geräten: Dateien, Fotos und Videos lassen sich damit endlich direkt an ein iPhone, iPad oder Mac senden, ganz ohne Umweg über eine Drittanbieter-App.

Software-Nervereien sind mir in der Testzeit keine besonderen aufgefallen. Auch bei den Updates bleibt Samsung vorbildlich: Beide Geräte bekommen sieben Jahre lang Android- und Sicherheitsupdates, ihr seid damit bis mindestens 2033 versorgt.

Galaxy Z Fold8 und Fold8 Ultra im Vergleich: Ein Fazit

Das Galaxy Z Fold8 ist für mich das spannendste Foldable, das Samsung bisher gebaut hat. Das neue, kompaktere Format macht aus einem sperrigen Nischengerät endlich ein Smartphone, das sich im Alltag wirklich gut anfühlt – leicht, handlich, mit einem Außendisplay, das man tatsächlich gerne benutzt, und aufgeklappt ein kleines Tablet für Fotos, Videos und Lesen.

Das Fold8 Ultra ist für sich genommen ebenfalls ein richtig gutes Smartphone mit dem stärkeren Kamerasystem und dem größeren Innendisplay, wirkt aber direkt neben dem Fold8 mit seinem langgezogenen Außendisplay fast schon aus der Zeit gefallen, gerade bei Videos und Spielen.

Der große Haken beim Fold8 bleibt der Preis – und der fehlende Zoom, den man im Alltag durchaus merkt. Mit einer UVP von knapp 2.000 Euro ist das Gerät kein Schnäppchen, mittlerweile ist es aber schon für rund 1.500 Euro zu bekommen. Und genau ab diesem Preispunkt kann man beim Fold8 wirklich gut zugreifen: Wer ein Mini-Tablet für unterwegs möchte und auf einen guten Zoom verzichten kann, bekommt hier eines der spannendsten Smartphones des Jahres.

Spannend wird obendrein, dass Samsung mit diesem Format offenbar einen Trend setzt: Gerüchten zufolge soll auch Apple sein erstes faltbares iPhone im September in einem ähnlich kompakten Format vorstellen. Wenn das stimmt, könnte sich zeigen, dass Samsung mit dem Fold8 tatsächlich die Zukunft der Foldables vorweggenommen hat.

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Nils Ahrensmeier ist seit März 2022 Redakteur beim Online-Magazin BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er für MobileGeeks, das 2022 in BASIC thinking aufging.
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