Climate Tech gehört aktuell zu den wichtigsten Investmentthemen und ist gleichzeitig eines der anspruchsvollsten Felder, wenn es ums Fundraising geht. Wer als Gründer in diesem Sektor Kapital einsammeln will, braucht mehr als eine gute Idee: Es braucht die richtige Strategie, die richtigen Investoren und ein tiefes Verständnis der Spielregeln im Climate-Tech-Ökosystem.
Dieser Leitfaden zeigt dir, wie Fundraising für Climate-Tech-Startups in der Praxis funktioniert, von der Seed-Runde bis zur Series B, von EU-Fördermitteln bis zu spezialisierten Venture-Capital-Fonds wie dem World Fund.
Warum ist Fundraising im Climate-Tech-Bereich so besonders?
Climate-Tech-Startups unterscheiden sich fundamental von klassischen Software-Unternehmen. Sie arbeiten oft mit kapitalintensiven Hardwarelösungen, langen Entwicklungszyklen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die sich ständig verändern. Das macht das Fundraising komplexer, aber auch attraktiver für die richtigen Investoren.
Einige Besonderheiten, die Gründer kennen müssen:
- Lange Entwicklungszeiten: Viele Climate-Tech-Lösungen – etwa in den Bereichen Batterierecycling, grüner Wasserstoff oder Gebäudesanierung – benötigen Jahre von der Laborentwicklung bis zur Marktreife. Investoren müssen diesen langen Zeithorizont mitgehen wollen.
- Hoher Kapitalbedarf: Anders als bei reinen Software-Startups sind CAPEX-intensive Projekte (Capital Expenditures) im Climate-Tech-Bereich die Regel, nicht die Ausnahme. Produktionsanlagen, Pilotprojekte und Zertifizierungen verschlingen erhebliche Mittel.
- Impact-Nachweis als Pflicht: Investoren in diesem Segment verlangen zunehmend einen messbaren Klimanutzen – nicht nur als Marketingargument, sondern als harte Investitionskennzahl.
- Regulatorische Rückendeckung: Der European Green Deal, das EU-Klimagesetz und nationale Förderprogramme schaffen einen politischen Rückenwind, den Gründer aktiv in ihre Investorenpräsentation einbauen sollten.
Welche Finanzierungsquellen gibt es für Climate-Tech-Startups?
Die Finanzierungslandschaft für Klimatechnologien ist vielfältiger als in vielen anderen Sektoren. Gründer sollten die verschiedenen Quellen kennen und strategisch kombinieren.
Venture Capital: Der Motor für schnelles Wachstum
Spezialisierte Climate-Tech-VCs sind die wichtigste Kapitalquelle für ambitionierte Startups in diesem Bereich. Sie bringen nicht nur Geld mit, sondern auch Netzwerke, technisches Know-how und Zugang zu politischen Institutionen. Zu den aktivsten Playern in Europa zählt der World Fund, ein Berliner Venture-Capital-Fonds, der sich ausschließlich auf europäische Climate-Tech-Startups konzentriert.
Der World Fund hat im März 2024 seinen ersten Fonds mit einem Volumen von 300 Millionen Euro geschlossen, die größte Erstauflage eines VC-Fonds mit Fokus auf europäische Klimatechnologien in der Geschichte. Unterstützt wird der Fonds von institutionellen Investoren wie der Europäischen Investitionsbank (EIF), KfW Capital, Bpifrance, PwC Deutschland, der NRWbank sowie mehreren Pensionsfonds. Der Fonds investiert von der Seed-Phase bis zur Series B in Startups aus den Bereichen Energie, Lebensmittel & Landwirtschaft, Industrie, Gebäude und Transport.
EU-Förderprogramme: Nicht-verwässerndes Kapital nutzen
Neben privatem Venture Capital bietet die Europäische Union eine Vielzahl an Förderprogrammen, die Climate-Tech-Startups gezielt unterstützen. Diese Mittel sind besonders wertvoll, weil sie keine Unternehmensanteile kosten.
- Horizon Europe: Das größte EU-Forschungs- und Innovationsprogramm mit einem Budget von knapp 100 Milliarden Euro für den Zeitraum 2021–2027. Für Deep-Tech- und Climate-Tech-Startups besonders relevant sind die Cluster 4 (Digitales, Industrie, Weltraum) und Cluster 5 (Klima, Energie, Mobilität).
- EIC Accelerator: Das European Innovation Council Accelerator fördert einzelne Startups mit bis zu 2,5 Millionen Euro als Zuschuss und bis zu 15 Millionen Euro als Eigenkapital. Besonders geeignet für Startups mit disruptiven Technologien und hohem Skalierungspotenzial.
- InvestEU: Das Programm mobilisiert private Investitionen durch EU-Garantien. Der EIF hat über InvestEU beispielsweise 50 Millionen Euro in den World Fund investiert. Ein klares Signal für die Bedeutung spezialisierter Climate-Tech-Fonds.
- Nationale Förderprogramme: In Deutschland bieten KfW, BAFA und der DeepTech & Climate Fonds (DTCF) zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten. Auch Landesförderungen – etwa durch die NRWbank – spielen eine wichtige Rolle.
Corporate Venture Capital: Strategische Partner mit tiefen Taschen
Immer mehr Industriekonzerne bauen eigene Venture-Arme auf, um frühzeitig in relevante Klimatechnologien zu investieren. Corporate VCs wie Porsche Ventures, Bosch Ventures oder Siemens Energy Ventures bringen neben Kapital auch Zugang zu Lieferketten, Vertriebskanälen und industriellen Pilotprojekten mit. Für Climate-Tech-Startups, die auf industrielle Skalierung angewiesen sind, kann ein Corporate-VC-Investor den entscheidenden Unterschied machen.
Debt Financing: Unterschätzte Alternative für reife Startups
Fremdkapital spielt im Climate-Tech-Sektor eine wachsende Rolle. 2024 flossen in Europa 16,5 Milliarden Euro an Fremdkapital in Climate-Tech-Unternehmen, mehr als in jeden anderen Sektor. Für Startups, die bereits Umsätze generieren und Vermögenswerte vorweisen können, ist Debt Financing eine sinnvolle Ergänzung zur Eigenkapitalfinanzierung, da es die Verwässerung der Gründeranteile begrenzt.
Das „Series B Valley of Death“: Die größte Hürde im Climate-Tech-Fundraising
Eine der drängendsten Herausforderungen im europäischen Climate-Tech-Ökosystem ist die sogenannte „Series B Valley of Death“ – ein Begriff, den Danijel Višević, Managing Partner des World Fund, geprägt hat. Gemeint ist die strukturelle Finanzierungslücke, die entsteht, wenn Startups nach erfolgreichen Seed- und Series-A-Runden auf der Suche nach größerem Wachstumskapital sind.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Zwischen 2020 und 2024 klaffte eine Finanzierungslücke von 13,5 Milliarden US-Dollar zwischen europäischen und amerikanischen Climate-Tech-Startups auf Series-B-Niveau. Während US-amerikanische Startups im Schnitt 45,5 Millionen Dollar in einer Series-B-Runde einsammelten, kamen europäische Pendants nur auf 35,2 Millionen Dollar. Zudem schafften in Europa nur 15 Prozent der Climate-Tech-Startups den Sprung von der Seed-Runde zur Series B – in den USA waren es 25 Prozent.
Der World Fund hat seinen 300-Millionen-Euro-Fonds explizit darauf ausgerichtet, diese Lücke zu schließen. Durch das Führen von Finanzierungsrunden und das Reservieren erheblicher Mittel für Folgeinvestitionen unterstützt der Fonds seine Portfoliounternehmen gezielt dabei, die Series-B-Hürde zu überwinden.
Wie bereite ich mein Climate-Tech-Startup auf das Fundraising vor?
Erfolgreiches Fundraising beginnt lange vor dem ersten Investorengespräch. Wer gut vorbereitet in den Prozess geht, spart Zeit, schützt seine Verhandlungsposition und erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit erheblich.
Der Climate Performance Potential (CPP) Score: Was Investoren wirklich wollen
Spezialisierte Climate-Tech-Investoren wie der World Fund bewerten Startups nicht nur nach klassischen VC-Kriterien wie Team, Marktgröße und Technologie. Entscheidend ist der Climate Performance Potential (CPP) – eine Kennzahl, die das Emissionsminderungspotenzial einer Technologie in absolutem Maßstab bewertet. Startups, die nicht nachweisen können, dass ihre Lösung signifikant zur Dekarbonisierung beiträgt, werden von spezialisierten Fonds in der Regel nicht berücksichtigt.
Gründer sollten daher frühzeitig eine belastbare Impact-Analyse erstellen, die folgende Fragen beantwortet:
- Absolutes Emissionsminderungspotenzial: Wie viele Tonnen CO₂-Äquivalente kann die Technologie bei vollständiger Skalierung einsparen?
- Skalierbarkeit: Ist die Lösung auf globale Märkte übertragbar, oder bleibt sie auf eine Nische beschränkt?
- Additionalität: Leistet die Technologie einen Beitrag, der ohne das Startup nicht entstehen würde?
- Messbarkeit: Können die Klimawirkungen mit anerkannten Methoden quantifiziert und überprüft werden?
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So bereitest du deine Fundraising-Runde vor
Eine strukturierte Vorbereitung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Finanzierungsrunde. Diese Anleitung führt dich durch die wichtigsten Schritte, von der ersten Analyse bis zum Term Sheet.
- Finanzierungsbedarf und Meilensteine definieren: Bevor du mit Investoren sprichst, musst du genau wissen, wie viel Kapital du benötigst und wofür. Definiere konkrete Meilensteine, die du mit der Finanzierungsrunde erreichen willst, etwa den Bau einer Pilotanlage, die Zertifizierung deiner Technologie oder den Markteintritt in einem zweiten Land. Investoren wollen wissen, wie ihr Geld eingesetzt wird und welche Wertsteigerung damit verbunden ist.
- Investoren-Longlist erstellen und priorisieren: Recherchiere systematisch, welche VCs, Corporate Investoren und Family Offices in deinem Sektor und deiner Phase aktiv sind. Nutze Datenbanken wie Crunchbase, Dealroom oder Pitchbook, aber auch öffentliche Portfolioseiten spezialisierter Fonds. Priorisiere Investoren, die bereits in ähnliche Technologien investiert haben, sie verstehen dein Geschäftsmodell schneller und können den Prozess beschleunigen.
- Pitch Deck und Datenraum aufbauen: Dein Pitch Deck ist deine wichtigste Visitenkarte. Es sollte auf maximal 15 bis 20 Folien das Problem, deine Lösung, den Markt, das Geschäftsmodell, das Team, die Traktion und den Kapitalbedarf klar kommunizieren. Parallel dazu baust du einen strukturierten Datenraum auf, der alle relevanten Dokumente enthält – von Finanzprojektionen über IP-Nachweise bis zu Kundenverträgen.
- Warm Introductions nutzen: Kalte E-Mails an Investoren haben eine sehr geringe Erfolgsquote. Nutze dein Netzwerk, um warme Einführungen zu erhalten, über Acceleratoren, Co-Investoren, Beiratsmitglieder oder andere Gründer aus dem Portfolio deiner Zielinvestoren. Der World Fund beispielsweise betont, dass ein starkes Deal-Sourcing-Netzwerk aus Co-Investoren, Unternehmern und Corporate Partnern ein zentrales Element seiner Investmentstrategie ist.
- Due Diligence vorbereiten: Sobald ein Investor ernsthaftes Interesse zeigt, beginnt die Due Diligence. Bereite dich darauf vor, indem du alle rechtlichen, finanziellen und technischen Unterlagen sorgfältig pflegst. Dazu gehören Gesellschaftsverträge, Cap Tables, Patentanmeldungen, Kundenverträge, Finanzberichte und – im Climate-Tech-Bereich besonders wichtig – eine detaillierte Impact-Analyse deiner Technologie.
- Term Sheet verhandeln und abschließen: Das Term Sheet legt die wesentlichen Bedingungen der Investition fest – Bewertung, Investitionssumme, Liquidationspräferenzen, Anti-Dilution-Klauseln und Board-Rechte. Lass das Term Sheet von einem auf Venture Capital spezialisierten Anwalt prüfen, bevor du unterschreibst. Verhandle nicht nur über die Bewertung, sondern auch über strategische Mehrwerte wie Netzwerkzugang, operative Unterstützung und Folgeinvestitionszusagen.
Welche Fehler sollten Climate-Tech-Gründer beim Fundraising vermeiden?
Viele Fundraising-Prozesse scheitern nicht an der Technologie, sondern an vermeidbaren Fehlern. Diese Stolpersteine solltest du kennen:
- Falsche Investoren ansprechen: Nicht jeder VC ist für Climate-Tech-Startups geeignet. Generalist-Fonds ohne Sektor-Expertise verstehen oft weder die Technologie noch die Marktdynamiken. Spezialisierte Investoren wie der World Fund bringen dagegen technisches Know-how, politische Netzwerke und ein tiefes Verständnis für die Besonderheiten des Sektors mit.
- Impact zu weich formulieren: Vage Aussagen wie „wir helfen dem Klima“ reichen nicht aus. Investoren erwarten quantifizierbare Klimawirkungen, methodisch sauber berechnet und idealerweise von unabhängigen Experten validiert.
- Zu früh zu viel Kapital einsammeln: Eine zu hohe Bewertung in frühen Runden kann spätere Finanzierungsrunden erschweren, wenn das Unternehmen die gesetzten Meilensteine nicht erreicht. Setze realistische Bewertungserwartungen und fokussiere dich auf die Meilensteine, die du mit dem eingesammelten Kapital tatsächlich erreichen kannst.
- Fördermittel ignorieren: Viele Gründer unterschätzen das Potenzial von EU-Förderprogrammen und nationalen Förderungen. Diese nicht-verwässernden Kapitalquellen können die Eigenkapitalfinanzierung erheblich entlasten und die Bewertung in späteren Runden verbessern.
- Fundraising als einmaliges Event betrachten: Erfolgreiche Gründer bauen kontinuierlich Investorenbeziehungen auf – lange bevor sie aktiv Kapital einsammeln. Regelmäßige Updates, Einladungen zu Meilensteinen und persönliche Gespräche halten potenzielle Investoren warm und beschleunigen den Prozess, wenn es ernst wird.
Wie unterscheidet sich der World Fund von anderen Climate-Tech-Investoren?
Im wachsenden Feld der europäischen Climate-Tech-VCs nimmt der World Fund eine besondere Position ein. Gegründet 2021 von Daria Saharova, Danijel Višević, Tim Schumacher und Craig Douglas, hat sich der Berliner Fonds mit Büros in München, Köln und Amsterdam als führender europäischer Investor in diesem Segment etabliert.
Was den World Fund von anderen Investoren unterscheidet:
- Wissenschaftlich fundierter Investmentansatz: Das Team des World Fund besteht aus einer einzigartigen Mischung aus Wissenschaftlern, Unternehmern und Investoren. Diese Kombination ermöglicht es, technologische Durchbrüche frühzeitig zu erkennen und realistisch zu bewerten.
- CPP-Methodik als Investitionskriterium: Der selbst entwickelte Climate Performance Potential (CPP) Score stellt sicher, dass jede Investition einen messbaren und signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung leistet. Ein zu geringes Emissionsminderungspotenzial ist ein explizites Ausschlusskriterium.
- Fokus auf die Series-B-Lücke: Der Fonds ist explizit darauf ausgerichtet, die strukturelle Finanzierungslücke bei europäischen Climate-Tech-Startups auf Series-B-Niveau zu schließen. Ein Problem, das viele andere Investoren ignorieren.
- Operative Unterstützung über Kapital hinaus: Portfoliounternehmen profitieren von Zugang zu politischen Institutionen, ESG-Expertise, einem breiten Co-Investor-Netzwerk und Synergien innerhalb des Portfolios. Cylib-CEO Lilian Schwich beschreibt dies als „superior mix of technical experts as well as relevant networks“.
- Institutionelle Glaubwürdigkeit: Die Beteiligung von EIF, KfW Capital, Bpifrance und mehreren Pensionsfonds verleiht dem World Fund eine institutionelle Glaubwürdigkeit, die für Portfoliounternehmen bei späteren Finanzierungsrunden wertvoll ist.
Welche Sektoren sind für Climate-Tech-Investoren besonders attraktiv?
Nicht alle Klimatechnologien sind für Venture Capital gleich gut geeignet. Die attraktivsten Sektoren für spezialisierte Investoren zeichnen sich durch ein hohes Emissionsminderungspotenzial, eine klare Skalierbarkeit und einen realistischen Weg zur Profitabilität aus.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Investitionssektoren und ihre Charakteristika:
| Sektor | Emissionsanteil global | Investitionsthemen | Typische Investitionsphase |
|---|---|---|---|
| Energie | ~34 % | Batterietechnologie, Solarenergie, Wasserstoff, Energiespeicher | Seed bis Series B |
| Industrie & Produktion | ~24 % | Grüner Stahl, Zement, Chemikalien, Kreislaufwirtschaft | Series A bis Series B |
| Gebäude | ~17 % | Serielle Sanierung, Wärmepumpen, Smart Building | Seed bis Series A |
| Transport | ~16 % | E-Mobilität, nachhaltige Luftfahrt, Logistik | Seed bis Series B |
| Lebensmittel & Landwirtschaft | ~19 % | Alternative Proteine, Präzisionsfermentation, AgriTech | Seed bis Series A |
Tipps für den Pitch vor Climate-Tech-Investoren
Ein überzeugender Pitch vor spezialisierten Climate-Tech-Investoren folgt anderen Regeln als ein klassischer Startup-Pitch. Diese Empfehlungen helfen dir, die richtigen Akzente zu setzen:
- Technologie verständlich erklären: Auch wenn dein Gegenüber technisch versiert ist. Erkläre deine Technologie so, dass sie auch ein Nicht-Experte versteht. Nutze Analogien, Visualisierungen und konkrete Zahlen statt Fachjargon.
- Marktgröße realistisch berechnen: Übertriebene TAM-Zahlen (Total Addressable Market) schaden mehr als sie nützen. Zeige, wie du von einem klar definierten Beachhead-Markt aus skalierst, und belege deine Annahmen mit Daten.
- Team in den Vordergrund stellen: Im Climate-Tech-Bereich ist die Kombination aus wissenschaftlicher Expertise und unternehmerischer Erfahrung besonders wertvoll. Zeige, warum genau dein Team die richtigen Voraussetzungen mitbringt, um dieses Problem zu lösen.
- Regulatorischen Rückenwind nutzen: EU-Klimaziele, nationale Förderprogramme und regulatorische Anforderungen schaffen Nachfrage für deine Lösung. Erkläre, wie dein Startup von diesem Rückenwind profitiert.
- Klaren Use of Funds darstellen: Investoren wollen wissen, wofür ihr Geld eingesetzt wird. Präsentiere einen klaren Plan, der zeigt, welche Meilensteine du mit dem eingesammelten Kapital erreichst und wie diese den Unternehmenswert steigern.
FAQ: Fundraising für Climate-Tech-Startups: Die wichtigsten Fragen
Wie lange dauert eine typische Fundraising-Runde für ein Climate-Tech-Startup?
Eine Fundraising-Runde dauert im Schnitt sechs bis neun Monate, von den ersten Investorengesprächen bis zum Closing. Im Climate-Tech-Bereich kann der Prozess durch die notwendige technische Due Diligence und Impact-Bewertung etwas länger dauern als in anderen Sektoren. Plane daher ausreichend Runway ein und starte den Prozess frühzeitig.
Wie viele Investorengespräche brauche ich, um eine Runde abzuschließen?
Erfahrungsgemäß führen Gründer 80 bis 150 Investorengespräche, bevor sie eine Runde erfolgreich abschließen. Die Erfolgsquote bei institutionellen Investoren liegt bei etwa zwei bis drei Prozent. Das bedeutet: Fundraising ist ein Zahlenspiel, das systematische Vorbereitung und Ausdauer erfordert.
Welche Bewertung kann ich für mein Climate-Tech-Startup erwarten?
Bewertungen variieren stark je nach Phase, Technologie, Traktion und Marktumfeld. Als grobe Orientierung: Seed-Runden bewegen sich oft im Bereich von 5 bis 20 Millionen Euro Pre-Money-Bewertung, Series-A-Runden zwischen 20 und 80 Millionen Euro. Im Climate-Tech-Bereich können Startups mit nachgewiesenem Emissionsminderungspotenzial und starkem Team Bewertungsprämien gegenüber vergleichbaren Unternehmen in anderen Sektoren erzielen.
Sollte ich EU-Fördermittel vor oder nach einer VC-Runde einwerben?
Idealerweise kombinierst du beides strategisch. Fördermittel vor einer VC-Runde erhöhen deine Bewertung und reduzieren den Kapitalbedarf, was die Verwässerung für Gründer minimiert. Viele VCs sehen EU-Förderungen auch als Qualitätssignal, da die Vergabe an strenge Kriterien geknüpft ist. Nach einer VC-Runde können Fördermittel genutzt werden, um spezifische Entwicklungsprojekte zu finanzieren, ohne weiteres Eigenkapital aufzunehmen.
Wie wichtig ist ein Lead-Investor für meine Runde?
Ein Lead-Investor ist in den meisten Fällen unverzichtbar. Er setzt die Bewertung, verhandelt das Term Sheet und gibt anderen Investoren das Vertrauen, sich an der Runde zu beteiligen. Im Climate-Tech-Bereich sind spezialisierte Lead-Investoren wie der World Fund besonders wertvoll, da sie die Technologie verstehen und aktiv bei der Gewinnung weiterer Investoren helfen können.
Was ist der Climate Performance Potential (CPP) Score?
Der Climate Performance Potential (CPP) Score ist eine Bewertungsmethodik, die vom World Fund entwickelt wurde, um das Emissionsminderungspotenzial einer Technologie zu quantifizieren. Er berechnet, wie viele Tonnen CO₂-Äquivalente eine Technologie bei vollständiger Skalierung einsparen kann. Startups, die diesen Score nicht erfüllen, werden von spezialisierten Climate-Tech-Investoren in der Regel nicht berücksichtigt.
Welche Unterlagen brauche ich für die Due Diligence?
Für eine typische Due Diligence im Climate-Tech-Bereich benötigst du: Gesellschaftsverträge und Cap Table, Finanzprojektionen (drei bis fünf Jahre), Technologiedokumentation und IP-Nachweise, Kundenverträge und Referenzen, eine detaillierte Impact-Analyse mit Methodik, Lebensläufe des Kernteams sowie alle relevanten Genehmigungen und Zertifizierungen.
Fazit: Fundraising im Climate Tech erfordert Strategie, Geduld und die richtigen Partner
Fundraising für Climate-Tech-Startups ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Wer erfolgreich Kapital einsammeln will, braucht eine klare Technologievision, einen messbaren Klimanutzen, ein starkes Team und die Fähigkeit, den richtigen Investoren zur richtigen Zeit die richtige Geschichte zu erzählen.
Die gute Nachricht: Das europäische Ökosystem für Climate-Tech-Investitionen reift schnell. Spezialisierte Fonds wie der World Fund schaffen die institutionelle Infrastruktur, die Gründer brauchen, um die strukturellen Finanzierungslücken – insbesondere auf Series-B-Niveau – zu überwinden. Mit 300 Millionen Euro unter Management, einem wissenschaftlich fundierten Investmentansatz und einem Netzwerk aus institutionellen Investoren, Corporate Partnern und politischen Institutionen ist der World Fund ein zentraler Baustein des europäischen Climate-Tech-Ökosystems.
Für Gründer gilt: Bereite dich früh vor, kombiniere verschiedene Kapitalquellen strategisch, und suche dir Investoren, die nicht nur Geld mitbringen, sondern echten Mehrwert für dein Unternehmen schaffen. Die Klimakrise wartet nicht – und die besten Investoren wissen das.






