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Frachttaxis auf Schienen: Autonome Elektro-Waggons sollen Lkw verdrängen

Felix Baumann
Bild: Parallel Systems

Auf kurzen Strecken bleibt beim Gütertransport meist der Lkw das Mittel der Wahl, während die Schiene das Nachsehen hat. Das US-Start-up Parallel Systems will das ändern und demonstrieren, wie moderner Schienengüterverkehr mit vollautonomen Elektro-Waggons Straßen entlasten kann.

Hinter dem US-Unternehmen Parallel Systems steht Gründer und Chief Executive Officer (CEO) Matt Soule. Dieser verbrachte 13 Jahre bei SpaceX, bevor er im Jahr 2020 seine eigene Firma gründete. Kürzlich verkündete Parallel Systems den erfolgreichen Abschluss einer Finanzierungsrunde über 100 Millionen US-Dollar. Damit klettert das gesamte bisher eingesammelte Risikokapital des Start-ups auf mehr als 200 Millionen US-Dollar.

Seit dem Abschluss der Series-B-Phase im Jahr 2025 hat Parallel Systems den Schritt vom Prototypenbau zum Realeinsatz unter behördlicher Testgenehmigung vollzogen. Das neue Kapital soll nun in die Skalierung der Fertigung und internationale Expansion fließen. Und damit vor allem: in autonome Elektro-Waggons.

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Schienengüterverkehr: Das Frachttaxi für die Kurzstrecke

Der Markt für den Landfrachtverkehr in den USA weist derzeit ein Volumen von rund einer Billion US-Dollar auf. Bislang profitiert davon jedoch fast vollständig der Transport per Lkw. Rund 60 Prozent des Volumens entfallen auf Strecken unter 500 Meilen (etwa 800 Kilometer). Genau hier möchte Parallel Systems ansetzen und auf solchen Distanzen das Schienennetz besser auslasten.

Denn klassische Güterzüge rentieren sich schlichtweg nicht für kleinere Frachtmengen oder unregelmäßige Taktungen. Das System von Parallel Systems funktioniert hingegen wie ein Frachttaxi auf Schienen. Es kombiniert die Flexibilität des Lkw-Transports mit der Kosten- und Energieeffizienz der Schiene.

Mehrere große Eisenbahngesellschaften sollen bereits verbindliche Verträge unterzeichnet haben, um die Hard- und Software kommerziell einsetzen zu können. CEO Matt Soule betonte das Potenzial dieses Schritts:

Der Abschluss unserer Series-C-Runde ist ein bedeutender Wendepunkt für Parallel sowie für die Nahbereichslogistikbranche und das bisher stärkste Marktsignal dafür, dass der autonome Schienengüterverkehr bereit für seinen Moment ist.

Der Panther rollt: Serienfertigung und behördlicher Härtetest

Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen die Serienproduktion seiner dritten Fahrzeuggeneration namens „Panther“ finanzieren. Die Waggons bewegen sich völlig autonom und rein batterieelektrisch. Im US-Bundesstaat Georgia läuft bereits ein Pilotbetrieb in Partnerschaft mit der Regionalbahngesellschaft Genesee & Wyoming (G&W).

Der Praxiseinsatz erfolgt dabei auf dem bestehenden Schienennetz unter Aufsicht der US-Bundesbahnbehörde FRA. Das System scheint Potenzial zu haben und der Druck auf der Straße wächst immer weiter. Steigende Betriebskosten, schrumpfende Transportkapazitäten, weniger Fahrer und strenge Vorgaben sind nur einige Sorgen der klassischen Speditionen.

Gelingt der Testlauf, könnte die Schiene wie ein Entlastungsventil für verstopfte Autobahnen wirken und die Verkehrssicherheit steigern. Versender sollen zudem von sinkenden Frachtkosten profitieren, während der Elektroantrieb die Emissionen des Sektors reduzieren soll. Außerdem entstehen durch den Aufbau der Fertigung neue Arbeitsplätze, bevor das System zügig weltweit expandieren soll.

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.
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