Hitflip: Blog-Marketing

beim ersten Anlauf, via Trigami (bezahlte Blogpostings), konnte man bei Hitflip keinen Erfolg verbuchen, via Blogs für sich Werbung zu machen. Es hat so gut wie niemanden interessiert. Siehe Resumee.

Offensichtlich hat Hitflip daraus gelernt und mit de neuen Aktion namens Blogitzeljagd wesentlich mehr Erfolg.

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Grundelemente:
– interessante Preise ausloben, aber mit ca. 1000 Euro noch recht kostengünstig
– muliplikatorische Effekte durch Spielregel, auf das Blog zu verweisen, von dem man über dieses Game erfahren hat und auf ein weiteres Blog zu verlinken, das bereits irgendwann einmal über Hitflip was geschrieben hat (aber nicht über das Game selbst)
– zudem soll der Blogger im Posting angeben, welchen Preis man sich wünscht = Ziel ist, andere Blogger damit zu ködern

Insgesamt ein sehr simples, einfaches Game. Da man mit Speck Mäuse fängt, ist das Element mittels der Preisauslobung abgedeckt. Und für eine Verbreitung sorgt auch die Verlinkungsregel. Gut, das ist jetzt nicht die Klasse eines Schlämmer-Blogs, aber immerhin ein Wegweiser für KMUs, die es nicht so dicke wie ein VW Konzern haben, sich einen Superstar leisten zu können.

Wie, keinen Ton über evil und good Marketing? Wieso? Jeder Blogger muss doch selbst wissen, was ihm gefällt, wo er bei was mitmacht, worüber er schreibt, etcpp. Viele Menschen lassen sich nun einmal lieber extrinsisch aktivieren statt intrinsisch. Die Frage, die sich mir eher stellt, ob Blog-Marketing überhaupt die notwendige Flächendeckung erreichen kann, um eine adäquate Anzahl neuer Kunden auf sich aufmerksam zu machen im Verhältnis zur Größe der Firma? Sprich: geht man den Weg der kleinen Schritte und fängt mit geringen Marketingkosten wenig Kunden ein oder ballert man mit viel Geld auf klassischen Wegen, hat dann aber immense Streuverluste zu verzeichnen? So hat zB Spreadshirt eine Größenordnung erreicht, wo es langsam schwer fällt, via Webmarketing noch weiter im gleichen Tempo zu wachsen. Ich weiß nicht, ob Hitflip diese Schwelle langsam auch erreicht hat. Hat überhaupt Webmarketing eine Ineffizien-Schwelle, um dann auf TV/Tageszeitungen/Radiowerbung switchen zu müssen?

btw, das am Rande: in den USA hat man im Web aufgrund der Plattformen wie MySpace, YouTube und Digg.com wesentlich mehr junge, unverbrauchte Kanäle, die User mittels Werbung zu erreichen. Wie schnell das aber geht, dass eine Übersättigung eintritt bzw. immer brachialere Methoden schon nach kürzester Zeit angewendet werden müssen (!), zeigt der jüngste Schritt von Digg: man lässt die Top-Digger Liste verschwinden. Da eben diese User zunehmen mit viel Geld gelockt wurden, Topstories zu posten. Ebenso sehe ich ein zunehmendes Problem bei den ganzen Social Networks. Sobald die Unternehmen gelernt haben, die kommunikativen Netzwerke für ihre Zwecke zu incentivieren, werden auch da die User zunehmend abwinken. Was wiederum dem Social Network schaden wird. Es ist ja kein Zufall, dass zB McDonalds ein Profil bei MySpace hat, das zahlreiche “Friends” aufweist, sozusagen als Indikator, wie Unternehmen diese Netze zu durchdringen versuchen. Oder noch viel schlimmer: die ätzende Spammerei der Musikgruppen auf MySpace. Kaum ein Tag, dass man nicht irgendeinen Scheiß im internen Postfach erblickt. Seitdem nutze ich MySpace auch nicht mehr.

Das ist aber insgesamt eine ganz andere Story, wie intelligent die Firmen gemeinschaftlich sein müssen, um einen Kanal nicht erneut so zuzuballern, das die Konsumenten keinen Bock mehr haben. Und von gemeinschaftlicher Intelligenz bei Firmen zu sprechen ist ja fast schon ein Oxymoron.

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15 Kommentare

  1. Don Alphonso

    Zufällig bezahlter Link/Googlespam würde ich das nennen.

    Weiss jeder, dass da die Samwers dabei sind? OK, der für diese Idee verantwortliche Hansdampf von allen Gassners weiss das. Aber sonst? Und was bringt sowas langfristig? Mehr als später mal eine Veröffentlichung in einem Medium über das Benehmen eines Gründers in Asien? Ich glaube, mein Screenshot hält länger als so eine “Link mich und gewinn” Geschichte.

  2. Don Alphonso

    Nein, da habe ich noch getippt. Ich halte sowas für Dreck, der vielleicht einmal funktioniert, oder auch zweimal oder fünfmal. Aber bekommt man damit Kunden, oder wühlesn sich nur die geier durch die Hitflip-Resterampe? Klar muss jeder selber wissen, was er tut, aber es geht nicht auf Dauer gut, denn man kann vermuten, dass sich hier eine zynische Firma und zynische Blogger gegenseitig bekriechen. Aber auf einen schnellen verkauf hin organisierte Firmen kennen eben keine “Nachhaltigkeit” jenseits des Googlespams, und da kommen ja auch die richtigen zusammen. Oliver Gassner ist in meinen Augen der Inbegriff des käuflichen Blog-Adabeis, von seinem gekauften Blogeintrag für Ask.com über 23HQ bis zu dem Ding hier.

    Spreadshirt war definitiv ein anderer Ansatz. Da gab es klare Geschäftsbeziehungen, die Firma war im Hintergrund, ok.

    Wie auch immer: Leute, die Frauen als “Bitches” taggen, haben mutmasslich die richtige Einstellung zu solchen Marketingideen.

  3. Robert Basic

    du meinst den Bitchbutton auf der DLD? Kannste nicht wissen, ist ein interner Joke, der von weiblicher Seite stammt:)

    btw, Blogbar hat heute ständig Datenbank-Aussetzer (Error.. nicht erreichbar), sach mal dem Admin Bescheid

  4. Mat

    Ist ne geie Idee, hatte ich ja gestern schon gesehen.
    Marketingtechnisch ganz groß, kleiner Aufwand grosser Effekt. Besser als der String-Emil ;)

  5. micha

    Ich hatte gestern abend auch überlegt, ob ich bei der Geschichte mitmache. Habs aber dann doch sein lassen, da ich im Grunde Dons Meinung bin. Auch, wenn nicht gar so krass.

    Aber man muss festhalten, dass sich die Hitflipper zumindest Gedanken gemacht haben und versuchten kreativ zu sein.

  6. Don Alphonso

    Nein, ich meine die reise eines Gründers nach Asien und das Taggen von dort geknipsten Frauen als “Bitches” bei Flickr.

    Wundert mich nicht, wenn man dann Blogger als Linkhuren anspricht.

  7. Mat

    Naja,es ist so insofern gut gemacht, da auch die Blog-Vernetzung gefördert wird. Hauptnutzenzieher ist mit Sicherheit Hitflip, das ist wohl wahr. Aber ne gute Idee. Bleib ich bei.
    Aber ichfind ja auch Trigami und ReviewMe gut.
    Böser Junge ich ;)

  8. oliverg

    Manche Leute arbeiten halt für Geld. So iss das ;) aus Vermietung und Verpachtung kommt hier nix rein. (OK, kaum was ;) ) Ich hab auch nicht vor mir von jedem meiner Kunden ein Unbedenklichkeitszertifikat mit Signatur aus Ingolstadt vorlegen zu lassen. Oder erst bei der Blogbar nachzusehen, ob höherenorts Einwände vorliegen.
    Und ich publiziere (auf besonderen Wunsch), von wem ich mein Geld hab. Im Gegensatz zu anderen. (OK, muss mal die Wikiseite updaten gehen ;) )

    Ach ja, ich hab n Gerücht gehört ein A-Blogger würde zur SZ gehen bzw für die arbeiten? Richtig? (Kam nur als Frage zu mir ;) )

  9. Mat

    Ach, was ich zu Dons “Link/Googlespam” noch sagen wollte – Andre weist explizit darauf hin dass auch NoFollow Links erwünscht sind.
    Wobei bei den “Teilnahmebedingungen” noch nicht mal steht dass man eienn Link setten muss…..

  10. Thomas R. Koll

    Ich denke mal dass man die Werbemöglichkeiten im Netz selbst als Spreadshirt noch sehr lange ausnutzen kann bevor man über die alten Medien neue Kunden heranschafft. Ein Platz in den TOP 100 DBC dürfte dem Hitflip-Blog jetzt sicher sein.
    Es gibt immer irgendeinen Grund um eine neue Kampagne zu starten und wie man sieht gehen die kreativen Ideen auch nicht aus. Wobei diese Art von Wettbewerben gibt’s in Varianten schon länger.

  11. Titania Carthaga

    Über “Produkte” zu schreiben würde mich nun g a r nicht locken, zumindest nicht in meinem [privaten] Blog. Was anderes sind Corporate Blogs. Das Einzige, wozu ich mich hinreißen ließe, wären Buchrezensionen – das mach ich auch gern gegen Bezahlung ;o)
    @Onlinemarketing: es kommt ja immer auf das Produkt an. Spreadshirt zettbe ist ein reines Online-Produkt, hat aber (Zielgruppe) keine allzu hohen technischen Hürden. Dennoch ist irgendwann die “internetaffine” Kundschaft, sprich, diejenige, die man über solche Kanäle wie GoogleAds etc erreicht, abgegrast. Will man weiter wachsen, muss man in den Offlinebereich wechseln bzw. eine Brücke zwischen beiden bauen. Und d a s ist bis jetzt noch ziemliches Neuland für die allermeisten Marketingmenschen [ wohl “dem”, er bereits Erfahrungen in dem Bereich hat ;o) ].

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