Das B-Touch: Ein Smartphone für Blinde

André Vatter

b_touchphoneDer Boom des iPhone dürfte an einer Personengruppe halbwegs spurlos vorübergehen: Blinde. Ich habe gerade einmal kurz recherchiert und herausgefunden, dass alleine in Deutschland 1,2 Millionen Menschen über keine oder stark eingeschränkte Sehfähigkeit verfügen. Die Bedienung von althergebrachten Handys und Telefonen mit Ziffernblock (die mit dem kleinen Knübbelchen auf der 5) dürfte für Blinde keine allzu großen Probleme darstellen – doch anders sieht es bei Smartphones mit Touchdisplay aus (das angekündigte Voice-Dial von Apple will ich erst einmal live erleben). Der Designer Zhenwei You hat sich deshalb eine Alternative einfallen lassen und das B-Touch ersonnen, das sich alleine durch akustische und taktile Reize verständlich macht. Dafür kann sich das Display je nach Situation verändern und zum Beispiel Brailleschrift darstellen. Mit Flüssigkeit gefüllte Knöpfe informieren über den Zustand des Weges, außerdem ist eine Art Sonar an Board, das dem Blinden sagt, wenn Hindernisse vor ihm auftauchen. Besonders hilfreich dürfte die Kamerafunktion sein, die geschossene Bilder mit einer (internen?) Datenbank abgleicht und dem Nutzer sagt, um was für einen Gegenstand es sich handelt. Auf GPS braucht ebenfalls nicht verzichtet zu werden.

Das B-Touch könnte also nicht nur zu einem perfekten Telefon und elektronischen Begleiter für Sehbehinderte avancieren, sondern auch ein würdiger Nachfolger des Blindenstocks werden. Noch handelt es sich dabei allerdings um eine reine Designstudie. Weitere Details, wie sich You den Einsatz des Smartphones im Blindenalltag vorstellt, werden im Video verraten:

Via: Yankodesign

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.