GoogleSharing: Neues Browser-Plugin stoppt die Google-Schnüffelei

André Vatter

Wenn Google noch einen guten Grund für die Entwicklung eines eigenen Browsers brauchte – hier ist er: Der Entwickler Moxie Marlinspike hat sich ein neues Plugin ersonnen, das Firefox-Nutzer vor der Schnüffelnase der Suchmaschine retten soll. Das Addon aktiviert einen externen Proxy, der dann anspringt, wenn Nutzer Dienste von Google in Anspruch nehmen (Suche, News, Maps), die kein Login in das eigene Konto voraussetzen.

Das Plugin hört auf den Namen GoogleSharing (Download). Laut Beschreibung werden die Anfragen aller teilnehmenden Nutzer miteinander vermischt, so dass Google nicht nachvollziehen kann, wer beispielsweise welche Suche gestartet hat und welche Seite danach besucht wurde. Die Daten werden per HTTPS ausgetauscht. GoogleSharing soll alleine auf den Google-Plattformen zum Einsatz kommen – sobald der Nutzer die Sphären der Suchmaschine verlässt, deaktiviert es sich automatisch. De facto wirkt die zehnminütige Surf-Sitzung eines einzelnen Users dann für Google so, als seien Dutzende Nutzer anwesend gewesen. „Das Ergebnis besteht daraus, dass man Google Suche, Bilder, Karten, Shopping, News und so weiter benutzen kann, ohne dass Google in der Lage wäre, den Nutzer per IP-Adresse, Cookie oder andere identifizierbare HTTP-Header zu verfolgen“, so Marlinspike.

Ich habe es eben einmal versuchsweise ausprobiert: GoogleSharing ist blitzschnell installiert, das Plugin setzt sich dann in die rechte Seite der Statusleiste und zeigt an, wann es aktiv ist und wann nicht. Die einzige Konfigurationsmöglichkeit besteht darin, den Proxy zu verändern und bestimmte Google-Dienste von der Umleitung auszuschließen. Marlinspike hat den Proxy-Code öffentlich gemacht, so dass auch andere Nutzer einen GoogleSharing-Umleiter einrichten können.

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Zweifelsohne wird das Google nicht schmecken. Der Plugin-Autor verteidigt sein Projekt mit dem Argument, dass der Suchriese gerade dort Erfolg hat, wo die Privatsphäre auf der Strecke bleibt – womit er Recht haben dürfte. Google ist nicht gerade ein Vorreiter beim Datenschutz, heute werden die Daten aller Nutzer (ob eingeloggt oder frei auf der Plattform) getrackt und gespeichert. Erst nach neun Monaten werden diese Informationen von Google anonymisiert – gelöscht wird nichts.

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(André Vatter)

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André Vatter ist Journalist, Blogger und Social Median aus Hamburg. Er hat von 2009 bis 2010 über 1.000 Artikel für BASIC thinking geschrieben.