Blogs: Geschäftsneutral, Türöffner oder Umsatzkanonen

Robert Basic

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Connected Marketing über eine Studie zur Geschäftsrelevanz von Mundpropaganda:

Reichheld hat statistisch überprüft, dass letztlich nur eine einzige Messgröße verlässliche Rückschlüsse auf die Umsatzentwicklung eines Unternehmens erlaubt: die Netto-Anzahl der sogenannten „Promoters“ („Net Promoter Score“)… wer die Kunden zur Mundpropaganda begeistern kann, sollte direkten positiven Einfluss auf sein Umsatzwachstum nehmen können.

Und fragt schlußfolgernd:

1. In den betrachteten Märkten (professionelle IT-Käufer) sollte man – wenn Reichheld recht hat – Cisco ein höheres Wachstum zutrauen als Microsoft.
2. Die Blogger-Schelte, die Dell insbesondere bei Jeff Jarvis abbekommen hat, scheint die IT-Leute nicht besonders zu interessieren.
3. Und auch Robert Scoble und die anderen Microsoft-Blogger scheinen auf die allgemeine Mundpropaganda unter IT-Leuten wenig Einfluss zu haben.

Könnte das bedeuten, dass der ganze Blog-Hype letztlich selbst dort überbewertet wird, wo die Blogs am meisten Wirkung haben sollten – nämlich in der IT-Branche?

Leider kann ich die Studie nicht public einsehen, aber von meinem Verständnis hat da jemand etwas untersucht, was ein uralter Bart ist: Es geht um aktive Kundenreferenzen. Kunden, die bereit sind, Anbieter weiter zu empfehlen, ohne daß der Anbieter darum bitten muß (passive Kundenreferenz). Selbstverständlich wird ein Unternehmen mit aktiven Kundenreferenzen einen umsatzrelevanten Vorteil gewinnen. Was im Umkehrschluß aber nicht heißt, daß alle Unternehmen ohne aktive Referenzen nun benachteiligt sind, denn der Erfolg hängt schließlich von vielen weiteren Faktoren ab (zB exzellentes Marketing, super Brand, effiziente Vertriebsstrukturen, vaD gute Produkte/Services…). Und gerade im IT Bereich ist eines eklatant wichtig: Gute Kontakte.

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Insofern stellt sich für mich nicht die Frage, ob das Wohl und Wehe eines Unternehmens von den aktiven Kundenreferenzen abhängt, denn es ist lediglich ein umsatzwirksamer Faktor von vielen. Ergo ist die obige Ableitung, daß Cisco schneller wachsen müßte als Microsoft oder Robert Scoble én masse Kunden reinschaufelt auf Basis der aktiven Kundenreferenzen viel zu linear und einseitig betrachtet.

Was ist aber nun mit dem Nutzen von Blogs? Sind sie im geschäftlichen Sinne irrelevant? Sowohl Consumer Blogs, die über Firmen reden als auch Corporate Blogs? Sie stellen – ich wiederhole mich – nur einen Teil vom Gesamtkuchen dar.

Sind Blogs nun wirksam oder irrelevant?
– Natürlich kann wie im Fall Kryptonite der Ruf eines Unternehmens spürbar und umsatzrelevant geschädigt werden, wenn der gesamte Einfluss immer größer wird (in den USA die Kette Blogs -> Medienberichte).
– Blogs können aufgrund ihrer positiven Wirkung auf Suchmaschinen gerade Kleinunternehmen vehement zum Geschäftserfolg verhelfen (auch hier wiederum keine simple Linearität: Ganz sicher nicht, wenn zB das Produkt keinen interessiert, da kann man noch so sehr bloggen. Oder das Blog toll ist, der bloggende Unternehmer aber bei der eigentlichen Akquise eine Null ist. Oder der Unternehmer bei der Abwicklung ganz mies und insofern das wiederum über negative Word to Mouth auf ihn zurückschlägt. Etcpp)
– Große Unternehmen wie SUN können Blogs zu ihrem Vorteil nutzen. Siehe hierzu den SUN Artikel über verstärkten Einsatz von Blogs
– meine These: Je kleiner die Firma umso größer der potenzielle Anteil am Geschäftserfolg durch ein Blog/mehrere Blogs
– Je größer die Firma umso mehr relevante Faktoren sind vorhanden, die den Anteil von Blogs am Geschäftserfolg reduzieren

Aber grau ist alle Theorie, wenn man keine eigenen Praxiserfahrungen gesammelt hat: Ich habe meinerseits die Erfahrung gemacht, daß Blogs nach einem Zeitraum von ca. 3-6 Monaten anfangen, umsatzrelevant zu werden. Das hängt aber wie immer vom gesamten Erscheinungsbild des Blogs und des Bloggers ab. Mein Lieblingsspruch ist immer, daß ein Blog ein Verstärker der Schwächen und Stärken eines Unternehmers ist. Bezogen auf KMUs. Großkonzerne sind aufgrund der möglichen Einsatzgebiete von Blogs anders zu betrachten mE.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.