Blogs müssen keine Archivmonster sein

Robert Basic

viele User beklagen sich bei Weblogs über das Durcheinander an Links und der unstrukturierten Ablage. Verständlich, denn welche Ablageansichten gibt es, um Information einzusehen? Im Großen und Ganzen dominiert auf Blogs das chronologische Element. Neue Infos sind wichtig, alte vergessen. Alles für den Stammleser und benachbarten Blogger, alles für die Kommunikation jetzt und hier, vernetzt oder auf dem Blog selbst. Eine immense Fokussierung. Es verwundert daher nicht, warum Blogs häufig auch kein Trafficmagneten sind, weil sie kaum in der Lage sind, aus Zufallsbesuchern Dauerbesucher zu machen. Wie kann man das anders gestalten? Aktualität ist nicht immer die einzige Sichtweise auf Informationen. Man kann ebenso Informationen nach Autor, nach Thema, nach Ort, nach xyz ablegen, ohne jemals ein chronologisches Sortierkriterium hinzuzunehmen.

Wie schaut es momentan bei Blogs aus:
1. Chronologische Sortierung auf der Startseite = Für Aktuelles wunderbar, Zielgruppe: Stammleser, nicht aber für den Suchenden womöglich, der gezielt nach zusammenhängenden Infos sucht.
2. Archiv nach Kategorien= Alle Infos werden idR nach „Kategoriename“ und dann im zweiten Sortkriterium nach Datum (absteigend) angezeigt
3. Archiv nach Monat = Rein chronologische Sortierung
4. Suche = Ebenfalls chronologische Suche, WordPress zB erlaubt allerdings keine Joker und AND/OR Suchen (oder?)
5. Tagcloud = Nicht anders als Archiv nach Kategorie, zeigt dem Leser „lediglich“ die Hauptschwerpunkte an, was schon mal nicht dumm ist, um die Webseite einzuschätzen
6. Tags pro Einzelartikel = Häufig verlinkt nach Technorati, á la ciao Leser, such woanders nach Deinem Glück (um es mal überspitzt auszudrücken). Manchmal nach innen verlinkt, aber ebenso chronologische Sortierung. Es gibt auch einen dritten Weg, den ich empfehlen möchte. Nicht, weil er auf meinem Mist gewachsen ist, sondern bisher recht gut angenommen wird, seitdem ich es eingebaut habe: Zu den Tags werden am Ende des Postings X weitere Artikel angezeigt, die mit den gleichen Tags markiert wurden. Erstmals also sowas wie zusammenhängende Artikelcluster = Infocluster, statt diese olle Sortierung nach Zeit. Diese Artikel sind häufig sehr passend, wenn man vernünftig getaggt hat. Klar. Wenn nicht, bringt es nix.

Weg von der Chronologie, hin zur Themennachbereitung per Navigation
Wie man sieht, die chronologische Ansichten auf das Informationsgemenge eines Blogs dominieren gewaltig und verwirren mE einen Teil der Leser, wenn die etwas suchen. Um aber Flagge auf einem Gebiet zu zeigen, reicht es nicht aus, einen Artikel nach dem anderen herauszufeuern, sondern man muss in der Lage sein, im Sinne des Leser Artikel zusammenzufassen, zu sortieren und zu katalogisieren. Die ein Thema behandeln. Und nicht unbedingt chronologisch sortiert sind. Wie? Indem man es zB analog löst wie das Blog Netprofit.

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Es ist zunächst dreispaltig aufgebaut, was jetzt nicht kriegsentscheidend ist. Aber, links findet man „Infocluster“ und rechterhand die klassische Blognavigation:
Netprofit 1

Betrachten wir das linke Infocluster, „Grundwissen“ ->
Netprofit 2
Der Leser begreift sehr schnell, daß er Grundwissen zu dem Themembereich SEO abfragen kann, nicht mehr unterteilt nach „Chronologie“, sondern nach logischem Aufbau des Themas, das in Schritte unterteilt wurde, was sich in den Artikelüberschriften auch wiederspiegelt.

Auf diese Weise kann man dem Leser zusätzlich zur bisherigen Blognavigation endlich auch mal zusammenhängende Informationen liefern, die von der chronologischen Sortierung weggehen. Sprich: Informationen werden nicht mehr durch die „Müllhalden“-Navigation abgewertet, weil sie eben alt sind, sondern sie werden aufgewertet. Durch eine simple Änderung der Betrachtunsperspektive der Navigationsbäume.

Wie kann man das in WordPress umsetzen?
Man kann bei WordPress oW manuelle Links in der Sidebar platzieren. Diese Links können dann auf einzelne Artikel verweisen.

Beispiel: Oberthema „Weblog starten“, per H2 Tag als Überschrift des Thema wählen
10 Einzelartikel: Weblog erklärt (als Link), Themenideen (Link), Softwareauswahl (Link) …

Dabei spielt es keine Rolle mehr, ob der Artikel „Weblogs erklärt“ vorletztes Jahr geschrieben wurde und Themenideen gestern. Mit der Standardlösung „nach Kategorie“ wäre so eine Darstellung schlichtweg nicht möglich, ein Thema inhaltlich zu sortieren.

Alternativ kann man WordPress Pages einsetzen, um Themen zu clustern. Angenommen, man möchte Weblogs nicht nur erklären, sondern auch noch viele Unterthemen behandeln (wie findet man Leser, AdSense-Tipps, Programmierung, …), die aus lauter Einzelartikeln (ca. 150) bestehen. Dann würde so eine Darstellung wie beim Blog Netprofit in der Seitenleiste irgendwann zu lang werden. Was tun? Easy, man bildet in die Sidebar lediglich die Unterthemen ab und verlinkt auf einzelne Pages (1 Page = 1 Unterthema). Innerhalb jeder Page kann man dann in Ruhe zB eine kapitelartige Linkstruktur mit Verweisen auf die Einzelartikel aufbauen. Oder gar auf einer Page das gesamte Unterthema abhandeln, was natürlich zum Scrollen sehr lang wird (Abseits.de verfährt so).

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Resumee
Ein solcher Aufbau erfordert manuellen Aufwand, es gibt dafür keine integrierten Blogfunktionen, da die Blogsysteme zurecht schlank gehaltene Content Management Systeme sind, die hierarchische Navigationsstrukturen idR nicht unterstützen. Man kann aber mit wenig Aufwand einiges erreichen, um es dem Leser leichter zu machen. Sich auf Deinem Blog zurechtzufinden. Wenn Du schon thematische Schwerpunkte setzt. Wer als Blogger kein Interesse an einer strukturierten Informationsablge hat, nur das aktuelle Gespräch bevorzugt, der hat natürlich keinen Nutzen davon.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.