Blogger-Sponsoring im Bereich Tourismus

Robert Basic

Interessantes Experiment, was auf BloggersInAmsterdam.com nachzulesen ist. 25 ausgewählten US Bloggern wird eine Reise nach Amsterdam gesponsort. Die Regeln:

The nitty gritty on Bloggers in Amsterdam, Feb ’06:

• The bloggers going to Amsterdam in February ’06 (over there on the left) get a free roundtrip flight on KLM Royal Dutch Airlines.
• They’ll be able to stay for five nights at either the Lloyd Hotel or the Grand Hotel Krasnapolsky — both five star hotels near the center of Amsterdam.
• Last but not least, they get an I amsterdam Card, giving them free transportation around the city, gratis entrance to lots of museums and discounts at restaurants, etc.
• No blogging about the trip will be required. In exchange for the trip each blogger will [a] be interviewed about the trip (the Dutch Tourism Board may be using this for online/offline promotions), [b] give Holland.com one month of premium adspace, and [c] put the „Bloggers in Amsterdam“ logo in their nav bar for one year, linking it to this blog post to disclose the nature of the trip. The mantra here is transparency.
Holland.com is the web presence of the Netherlands Board of Tourism & Conventions. NBTC’s mission is to promote tourism and business travel to Holland.
Bloggers in Amsterdam is produced by Blogads.com. Founded in 2002, Blogads.com is a cooperative of leading bloggers helping advertisers place and manage ads on nearly 1000 blogs.

Diese Regeln findet man bei Gumia.de übersetzt, wenn einer des Englischen nicht so mächtig sein sollte. Gerhard berichtet ebenfalls darüber und vergleicht die Story mit bezahlten Bier-Journalistenreisen nach Belgien.

Zieht eine gesponsorte Reise nun eine Gefälligkeitsbeurteilung nach sich? Was wäre anders, wenn die 25 Blogger auf eigene Kosten nach Amsterdam fahren würden? Die Erlebnisberichte wäre ohne jeden Zweifel nicht dem Verdacht unterworfen, gefaked zu sein. Das, was den Bloggern wie oben beschrieben Gutes getan wird, kann mE schon dazu führen, daß man leicht manipuliert wohlgesonnen ist. Kann man fast schon mit Autotests vergleichen: Diese getesteten Automodelle sind in der Regel die absoluten Spitzenmodelle mit Vollausstattung. Doch entspricht das dem Fahrgefühl eines normalen Autofahrers, der sich eben nicht mal so auf die Schnelle die Luxusausstattung leisten kann? Sprich: Pimped Bloggers verhalten sich womöglich anders als unabhängig reisende Blogger, die nicht von vorn und hinten bedient und herumgeführt werden. Warum sollte es ihnen anders ergehen als Journalisten? Wenn man schon Blogger einläst, sollten die Umstände so nah wie nur möglich an den Gegebenheiten eines Allerweltstouris sein und so weit es nur geht manipulative Dinge ausgeschlossen werden.

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Theo/Gumia.de weist auf einen anderen Umstand hin:

Man erkennt, dass Blogger mittlerweile Meinungsmacher sind und – ähnlich zu Journalisten – Informationen an die Öffentlichkeit tragen. Das wird hier genutzt. Es entwickelt sich was! Das ist gut so!

Das kann man zweifelsohne auch feststellen.

Ich komme nicht umhin auf den berühmten About-Bloggers-Dialog zwischen Jon Stewart und Stephen Colbert hinzweisen (Video), der mE den Nagel auf den Kopf trifft, was den meinungsmachenden Bloggern droht:

JON: Now Stephen, like it or not, these bloggers have already gained a certain legitimacy.
STEPHEN: Yes, Jon, and therein lies our [die Medien] only hope. For with legitimacy, the bloggers will gain a seat at the table, and with that comes access, status, money, power. And if we’ve learned anything about the mainstream media, that breeds complacency.

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Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.