Sonstiges

Weblogs ohne Kommentarfunktion

dyingeyes weblog im Artikel Blogs, Kommentare und Kantinen zur Kommentarfunktion bei Weblogs.

Mit:

Weblogs sind wie Kantinen. In einer gewissen Hinsicht jedenfalls. Was das ›Leben‹ in einem Weblog zu einem guten Teil ausmacht, sind die Kommentare. Besonders dann natürlich, wenn sie reichlich aufkommen und ein großes Meinungsspektrum abdecken. Geradezu ideal wird die Situation, wenn sich rege Diskussionen entwickeln. Das ist dann wie in einer Kantine, wo sich nach der zentralen Essensausgabe das Leben weiträumig verteilt und ein gewisses, mehr oder weniger lautstarkes Gewusel entsteht. Selbst, wenn man nicht an irgendwelchen angeregten Tischdiskussionen teilnimmt, fühlt man sich nicht alleine – man konzentriert sich auf den Inhalt (das Essen) und bleibt trotzdem dem umgebenden Treiben gegenüber aufmerksam. Vielleicht entdeckt man einen Bekannten, eventuell wird man selbst entdeckt und angesprochen, es entwickelt sich ein Gespräch… man hört irgendwo mit, beobachtet.

Ohne:

Das ist wie eine leere Kantine kurz vor Küchenschluss. Man schlurft schnell noch hinein, um sich den Bauch zu füllen, sitzt im leeren Saal und kümmert sich um das Essen auf dem Teller, das vielleicht so gut ist wie immer. Irgendwo im Hintergrund wuseln ein paar Angestellte geschäftig herum. Ansonsten herrscht Stille….

… Kein Gewusel mehr, keine Leserstimmen, geräuschlos. Wie die Kantine kurz vor Küchenschluss. Ich hole mein Essen ab, esse und dann geht es weiter…

Damit dürfte mE alles zur Kommentarfunktion bei Weblogs gesagt sein. Oder?


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Kantinen sind schrecklich. Das Essen, die Gespräche, die Bedienungen, die Stühle, einfach alles. Weblogs sind toll! Nette Umgebung, nette Leute, nette Gespräche, interessante Meinungen. Leider ohne Essen 😉

  • Da Stimme ich Steffen zu, denn schließlich will man doch auch seinen Senf dazu geben wollen können 🙂

  • Na, das sehe ich ein bisschen anders.

    1. Die große Mehrheit der Blogs hat auf der Kommentarebene max. ein paar Gelegenheits-Schreiber.

    2. Die Kommentare sind und werden ein Problem.

    3. Erfolg ist der Kommentare Tod.

    Aber das hatte ich auch schon alles mal irgendwo geschrieben – ach ja, da:
    »Was braucht ein Blog um Blog zu sein? Thema: Kommentare«
    http://www.endl.de/weblog/2005/kw24.htm#0138

  • @Zielpublikum, habe mir das dort durchgelesen… wenn dem so wäre, hätte ich vor vier Jahren bereits niemals mit Kommentaren anfangen dürfen. Komischerweise ist das aber bei mir der Grund, warum mir Bloggen so Spaß macht. Alleine schon die Aussage „So richtig notwendig sind Kommentare nicht. Die meisten Blogs werden eh kaum oder nur sinnlos kommentiert, und letztendlich geht es ja mehr um das Subjektive des Verfassers. Wer aufeinander verweisen will, der soll eben verlinken. Idealerweise schreibt man dann seinen Kommentar bei sich ins Weblog und verlinkt aufeinander – oder setzt einen Trackback“ ist völliger Schmarrn mE.

    zu 1. so what?, 2. 2010 geht die Welt unter 🙂 und zu 3. kann ich nix sagen, da ich nicht BoingBoing heisse.

  • Seitdem hat sich meine Einstellung zu den Kommentaren auch ein wenig geändert und ich sehe das nicht mehr ganz so extrem.

    Ja, Kommentare sind wirklich was Feines, wenn (sic!) es in einem bestimmten Rahmen verläuft.

    Aber so idealistisch, wie in deinem Ausgangsartikel, sehe ich es eben nicht. Ok, dann sind sie eben erst 2010 dem Tode geweiht, mirwegen, aber ich bleibe dabei: sie haben keine Zukunft und können daher kein tragende Säule eines Weblogs sein.

    Aber ich will das nun wirklich nicht zu hoch aufhängen. Und schließlich kommentiere ich ja gerade. 🙂 Kantine olé!

  • Nagel auf dem Kopf getroffen würde ich sagen. Klar, mein Blog strotzt nicht gerade vor einer Fülle an Kommentaren, dennoch freue ich mich, wenn jemand etwas kommentiert. So bekomme ich eine kleine Rückmeldung, dass ich gelesen werde und das die Texte ankommen und unter Umständen Leuten irgendwie helfen.
    Meinen Blog durch Kommentar-Entzug zu kastrieren käme nicht in Frage. Auch wenn der Spam mehr werden sollte (habe zum Glück sehr wenig Spam)…