Sonstiges

Auferlegte Transparenz: Firmen müssen in Zukunft mit den Ex-Mitarbeitern rechnen

Die Stimmen der vielen Ex-Mitarbeiter finden heute lediglich Gehör im kleinsten Kreis, unter Bekannten und Verwandten. Die Sünden, Kündigungsgründe, die Umstände der Kündigung, Managementfehler, Intrigen, Mobbing, geldgeile Betriebsräte, chaotischen Entscheidungen, unter den Teppich gekehrte Skandälchen, Beischlafgewohnheiten und sexuelle Abarten hochrangiger Angestellter, all das wird auch seinen Weg in Weblogs finden. In Weblogs, die von frustierten Mitarbeitern anonym betrieben werden und mit der Firma abrechnen wollen. Wo man sich wunderbar unter Gleichgesinnten austauschen kann. Das Frustpotential dürfte bei dermaßen vielen Arbeitslosen aber auch unterbezahlten und drangsalierten Mitarbeitern immens hoch sein. Wenn ich zB im Rahmen des aktuellen Falles Transparency lese, daß es nicht ok ist, über Gehälter im Internet zu sprechen, dürfte das noch das allerliebste Problem einer Firma sein, angesichts dessen, was sonst noch zu erwarten ist. Ich bin gespannt, wie oft in Zukunft Bloghosting-Anbieter um Preisgabe der Kontaktinformationen verklagt werden. Quasi „Goolag“ (Yahoo, Google, Microsoft China…)-Fälle in Deutschland.

Kostproben
Die bisherigen Beispiele sorgen, wie man so hört, für einigen Aufruhr in den Firmenzentralen. Und es handelt sich hierbei im Großen und Ganzen um sehr sachlich geschriebene Blogs, bei denen man immer merkt, daß sich die bloggenden (Ex-)Mitarbeiter auf die eine oder andere Art mit der Firma verbunden fühlen.

Mini Microsoft (anonymer Schreiber) = Auf diesem Blog werden gerade jetzt wegen der Verschiebung von Windows Vista und den deswegen äußerst gefrusteten Mitarbeitern intimste Interna besprochen, bis hin zu Bonisystemen in allen Details oder Managern die „MIA“ (missing in action) sind. Da ist mehr Transparenz in tausenden Kommentaren als der Firma lieb sein kann.

Xooglers (namentlich bekannte Ex-Mitarbeiter) = Ein Blog von Ex-Google Mitarbeitern. Die Rechtsabteilung von Google hat bereits vorsorglich mit den Machern des Blogs gesprochen und anscheinend die Dinge geregelt, bis wohin man bereit ist, keine Gegenmaßnahmen zu ergreifen

GHP Express Blog (anonym): Über eine in Schieflage geratene Firma. Auf diesem Blog wird das Management heftigst kritisiert. Das not very amused auch reagiert hatte.

siehe auch Blogbiz.de dazu >>

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

2 Kommentare

  • […] Ich enthalte mich der Bewertung von Transperency International, denn ich habe mich weder mit deren Arbeit noch mit den Menschen, die diese Arbeit leisten befasst. Ich kenne nur eine unglückseelige Geschichte, die in unverantwortlicher Weise durch die Blogosphäre gezerrt wurde. Besonders fragwürdig hat sich hier das Basicthinking-Blog [-1-,-2-, -3-] hervorgetan. Dass der Focus einen tendeziellen Bericht verfasst, macht die Angelegenheit nicht besser. Die aus der Pressemitteilung von Transparency International Deutschland angesprochenen Punkte waren bereits durch die Bloggerin Moni.wasweissich publik. War in der Pressemeldung noch etwas anderes, das den Datenschutz in Bezug auf die Personalakte der Ex-Mitarbeiterin verletzte? […]

  • Die Rechtsabteilung von Google hat bereits vorsorglich mit den Machern des Blogs gesprochen und anscheinend die Dinge geregelt, bis wohin man bereit ist, keine Gegenmaßnahmen zu ergreifen

    Diese Regelung finde ich ehrlich gesagt eigentlich ganz ansprechend…solang das ganze auf einer fairen Basis abgelaufen ist.