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Blogs mit Videos verseuchen?

Signal 77:

Wie war das eigentlich mit den Blogs, als noch nicht jeder per Drag&Drop irgendwelche runzeligen Videos von YouTube einstellen konnte? Das ist eine Seuche. Was mich aber am meisten wundert: Selbst die eigentlich guten Blogs, die genug guten Content haben, ballern sich die Einträge mit dem Scheiß voll. Robert Basic hat es glücklicherweise schon erkannt und diese pseudo-spannenden Videos in einen seperaten Blog ausgelagert.

Da habe ich eine ziemlich abweichende Meinung: Was einem als Blogger Spaß macht zu bloggen, ist zunächst einmal nicht die Sache der Leser, sondern alleine dem Blogger selbst überlassen. Wenn also der Blogger der Meinung ist, sich über ein witziges Video zu unterhalten, das er in seinem Beitrag embedded hat, ist daran nichts Schlechtes zu sagen. Wer sagt denn, daß der Textcontent stets gegenüber fremden Videocontent zu bevorzugen ist? Es geht schließlich um Fun. Und ich als Leser kann mich wunderbar über witzige, spannende, traurige Videoinhalte ebenso unterhalten wie das geschriebene Wort. Wenn mir der Inhalt nicht gefällt, lese ich es eben nicht. Das kann ebenso visueller als auch textlicher Inhalt sein. Und die Leser werden in Zukunft mE noch viel mehr Inhalte sehen, die eben nicht immer nur Text sind, da einerseits die Technik als auch die Tools dazu immer besser werden, solche Art von Content einzustellen. Wer weiss, eventuell kann man in naher Zukunft gar Kinotrailer mit eigenem Inhalt durchmischen, zB sein Face anstatt dem von Arnold Schwarzenegger einbauen??? Warum nicht? Bloggen ist Fun. Zeitvertreib. Dialog. Austausch. In jeglicher Form.

Was dem Leser nicht gefällt, entscheidet er aber ebenso wie der Blogger, der bloggt, was ihm gefällt. Und nicht alle Blogger richten sich nach ihrem eigenen Gusto. Wenn ich zB meinen Blog öffentlich mache, stelle ich damit dem Leser einen Social Place zur Verfügung. Nennen wir es Cafe. Der Kaffee und Kuchen schmeckt, die Kellnerin sieht gut aus und ist freundlich dazu? Ok, dann kommen die Leser möglicherweise wieder. Schmeckt der Cafe nicht, kann ich – muss aber nicht – meinen öffentlichen Raum so umgestalten, daß sich gerne wieder Besucher einfinden. Ich persönlich achte darauf. Man kann aber nicht von jedem verlangen bzw. erwarten, daß man sich immer nur an seinen Besuchern orientiert. Jeder Cafebesitzer ist nun einmal anders gebaut. Manch ein Blogger ist der Meinung, daß sein Blog ihm alleine gehört, andere (ich zB) denken, daß ein guter Teil des Blogs den Lesern gehört. Weil er eben öffentlich ist. Sprich: Je mehr Freiraum man Bloggern als Leser zur Verfügung stellt, mit Inhalten und Darstellungsformen zu experimentieren, desto weiter bringen wir Blogs in deren Ausgestaltung nicht nur technisch voran. Das finde ich spannend.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Ach, ich glaube, es gibt halt immer welche, die zwanghaft gegen den Strom schwimmen wollen und sich dann irgendwann im Kreis drehen. Warum ist es in Ordnung, einen Link zu einem Videostream zu bloggen (wie wir es früher machten), aber uncool, ein Youtube-Video reinzubasteln.
    Erlaubt ist, was gefällt – das sagte ein Blogger, der damals noch Papier nutzte: Goethe.

  • Naja, einige Übertreiben es ja auch mit den youtube Videos… Generell find ich die nicht schlecht und binde auch dann und wann mal eins ein. Die meisten Blogs weisen doch so oder so oft auf anderen Content hin. Hier wird er halt nur eingebunden..

  • jedem das was ihm gefällt, eigener blog – eigener inhalt. du sagst ja auch nicht – du darfst in ein tagebuch keine bilder oder photos reinkleben, weil dadurch der seiteeinsanspruchderfrankfurterallgemeinenlesergedrückt wird. ich poste videos, wenn sie mir gefallen und ich sie weitergeben möchte, genauso wie bilder. die argumentation zielt ja auf reinen sprachblog ab – kann man ja machen reinsprachblogger.de aber meiner meinung nach besschneidet man technische möglichkeiten

  • hmmm, Du bist absolut nicht anderer Meinung als ich. Ganz im Gegenteil, das was Du da schreibst, stimmt mit dem, was ich schon seit Jahren predige zu 100% überein. Mein Blog, meine Inhalte. Dein Blog, Deine Inhalte!

    Die Seuche ist halt die, dass immer mehr von diesen Videos eingebunden werden. Selbstverständlich schaue ich die in der Regel nicht an, verdamme den Einbauer aber auch nicht. Aber es scheint mir, als wolle manch einer billig und schnell Content und Postings für seinen Blog schaffen. Und dies breitet sich eben seuchenartig aus.

  • Natürlich kann jeder schreiben oder einbetten, was er will. Dieses Recht maße ich mir selbst ja auch an. Mein Blog, mein Inhalt, und jedermanns Browser-Eingabezeile ist frei. Und solange diese Videos nicht schon im RSS-Feed anfangen zu laden, ärgern mich eingebettete Videos auch nicht weiter.

    Ich frage mich bei dem ganzen grassierenden YouTube-usw.-Eingebette jedoch manchmal, wann der erste auf die Idee kommt, doch endlich diese ach so witzigen Powerpoint-Witzgeschichten zu posten, wie sie einem früher permanent von Firmenmail-Verteilern ins Mitarbeiter-Outlook gebröselt sind. Meist gesucht und gefunden von gelangweilten minderbeschäftigen Vertriebsmitarbeitern… 😉

    Und die meisten dieser kursierenden Mäusevideos haben eben genau diese „Qualität“.

  • Videos im Blog

    Im Basic ThinkingBlog wird im Moment strittig diskutiert, ob man in seinem Blog Videos von You Tube oder auch Google Videos im Content integrieren soll. Losgetreten hat die Ganze Geschichte Mario aus dem Signal77 Blog der anscheinend etwas gegen die Blo

  • […] was mag zu diesem unmut geführt haben? die pop-ups? groschenroman hin oder her, frauen mögen einen anderen stil der schreibe als männer und das man nicht über die art und weise der inhalte anderer schreiberlinge erbost sein sollte, hat die diskussion gezeigt. […]