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Spreeblick: Die Krux mit Google und falscher Bescheidenheit

wie viele wissen, betreibt Johnny das viel beachtete Blog Spreeblick.com und hat auch irgendwann letzten Jahres den Spreeblick Verlag gegründet, der unter seinen Fittichen weitere Blogs beherbergt. Was mich aber wundert und Johnny wohl auch: Er hat nix davon. Es ist nett, the biggest gorilla in the jungle zu sein, um es mal deutlich auszudrücken. Sein Traffic geht eher seitwärts als nach oben. Die Google-Suchanteile sind äusserst bescheiden. Und viele wissen, dass Johnny irgendwie mit angezogener Kommerzbremse bloggt. Warum, weiss ich persönlich nicht so genau. Ob es daran liegt, dass er einen magischen Weg zwischen allen Meinungen sucht, um ja keinen vor den Kopf zu stoßen oder er selbst nicht weiss, was er eigentlich will: Geld verdienen oder Geldverdienen vermeiden.

Steve Pavlina schreibt in How to make money from your blog nicht umsonst:

If you do decide to generate income from your blog, then don“€™t be shy about it. If you“€™re going to put up ads, then really put up ads. Don“€™t just stick a puny little ad square in a remote corner somewhere. If you“€™re going to request donations, then really request donations. Don“€™t put up a barely visible „€œDonate“€? link and pray for the best. If you“€™re going to sell products, then really sell them. Create or acquire the best quality products you can, and give your visitors compelling reasons to buy. If you“€™re going to do this, then fully commit to it. Don“€™t take a half-assed approach. Either be full-assed or no-assed

Dummerweise kann man auch wenig erfahren. Er teilt weder seine Erfahrungen auf dem Blog wie ein typischer Web 1-Anbieter mit, noch liest man sonst etwas. Stattdessen hört man mE falsche Aussagen, dass man mit Blogs keine Kohle machen kann.

Letztlich zählt am Ende nur eines: Traffic, Traffic, Traffic. Alles andere ist Tuning, um mit dem bestehenden Traffic Dinge zu verbessern. Was würde ich Johnny raten? Die Google-Quote erhöhen und dafür Sorge tragen, dass die Leser wiederkommen. Einfaches Rechenbeispiel: Dein Traffic sei momentan 10.000 Leser am Tag. 10% = 1000 kommen über Google. Erhöht sich die Quote auf 50% und sei die Konversionsrate Google-Leser zu Stammleser auch nur 5%, kann sich jeder ausrechnen, wie schnell der Traffic wächst, statt wie jetzt seitwärts zu gleiten.

Johnny fährt mit seiner Einstellung halbe Fahrt voraus und das bringt mE nix. Es sei denn, ich täusche mich. Nur wüsste ich nicht wo. Das Argument, dass Blogleser limitiert seien, interessiert mich nicht. Das Web besteht nur zu einem Bruchteil aus Bloglesern. Draussen sind Millionen von Usern, die amüsiert, unterhalten, informiert und gepimpt werden möchten. Blogs können das mind. genauso gut.

Warum ich Spreeblick als Beispiel nutze? Es sind so vieele draussen, die gerne mehr aus ihrem Blog machen würden, doch sie orientieren sich an einem schlechten Beispiel. Schlecht im Sinne von geschäftstüchtig. Hey, offen reden heisst nicht, dass ich Johnny nicht leiden mag oder ihm eines auswischen möchte. Ich halte sein halbherziges Vorgehen kaufmännisch für unökonomisch und möchte das mal ansprechen, weil mich Dritte wegen Johnny als Blogbeispiel fragen, ob man dann selbst nix wagen sollte. Er mag ein genialer Blogger sein, aber er braucht einen guten Manager, der sich der kaufmännischen Seite annimmt. Die Beeatles (es handelt sich nicht um VW Beetles hier, danke Johnny, wie peinlich :-), Elvis und Michael Jackson wären ohne ihre Manager eine Randerscheinung der Musik geblieben, egal was für Talente sie waren. Viele haben Talente, nur nicht auf allen Gebieten. Blogger können bloggen, nahezu alle können nicht managen.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

44 Kommentare

  • Die Googlequote kann man sicher nicht so einfach erhöhen. Man kann zwar sicher ein paar SuMa-Optimierungen fahren, aber entscheidener sind halt die Themen über die man schreibt. Googlebesucher kann man halt nicht einfach aus dem Hut zaubern. Würde er einen Beitrag über Yoomiii schreiben wären das beispielsweise 50 Zugriffe am Tag. Und ca. 8% mehr Googlekunden. Aber sobald er sowas macht wird er sich Stammleser vergraulen, insbesondere wenn er versuchen soll auf 50% Suchanteil zu wachsen.
    Auch die Conversion zu Stammlesern von 5% halte ich für sehr gewagt. Ich würde sie auf maximal 1% schätzen.
    Schaue nur mal selten rein, sehe eher andere Wachstumsprobleme. Zum einen lebt der Blog stark vom Podcast, wer keine Lust auf Podcast hat fühlt sich ausgeschlossen. Auch fühle ich mich als neuer Leser subjektiv als Außenseiter. Die große eingeschworene Gemeinschaft schreckt mich irgendwie ab. Auch bedient der Spreeblick auch eine bestimmte Klientel die nicht unbedingt nach dem Googlen hängen bleiben wird.

  • Mal im Ernst: Wer von einem Projekt wie Spreeblick nicht wirklich gut leben kann mach doch einen entscheidenen Fehler oder? Selbst bei sehr sensiblem Werbeeinsatz habe ich mir da gerade ein gutes tägliches Gehalt zusammengerechnet. Ganz abgesehen davon, dass ein Blog mir diesem Renomee auch Werbedeals fernab von TKP-Kampagnen und Adsense verhandeln könnte. Daher auch meine Empfehlung: Einen Vermarkter suchen! (Sich aber bitte nicht verbiegen lassen)

  • […] Der erste Artikel galt Spreeblick.com als lahmendes Beispiel, wie man sich von der inneren Einstellung her selbst ausbremsen kann. Der zweite Artikel knüft daran an: Wenn man sich schon nicht selbst managen kann, weil das Bloggen per se für viele ein Zeitfresser ist und man zu 99.9% als Blogger nicht seinen Job aufgibt, nur um 100% zu bloggen. Bis man spürbare Umsätze mit dem publizistischen Bloggen macht, vergehen locker ein-zwei Jahre. Also muss man es nebenher betreiben. Doch wie auf eine guten Leitpfad kommen, bis man gar sein Hobby zum Beruf machen kann? Als Amateuer schwer, ganz schwer. […]

  • Ich schaue bei Spreeblick so gut wie nie rein, da mir das zu avantgardistisch erscheint. Bestimmte Musikstile sind auch nicht mein Thema und in Berlin wohne ich auch nicht. Also…

  • Netter Artikel (meine ich ernst). Ich sehe die Probleme eher dort, wo sie flash sieht: Neue Leser fühlen sich ausgegrenzt, Google-Besucher bleiben sehr selten hängen. Auch gehen meine Überlegungen, was die Qualität der Leserschaft angeht eher in seine Richtung.

    Ich hab noch nie etwas geschrieben, weil es gerade ein gutes Google-Thema wäre. Google interessiert mich nicht, ich kenne nicht einmal unser aktuelles Ranking. Dumm? Mag sein. Vielleicht auch nicht. 😉

    „Avantgardistisch“ empfinde ich gleichzeitig als Kompliment und als falsch, wenn Spreeblick schon Avantgarde sein soll, was sind dann andere Blogs, die nicht gleich Mainstream sind?

    Ein Manager ist eine hübsche Idee. Leider ist es schwer Menschen zu finden, die gleichzeitig geschäftliches und stilistisches Gespür haben. Letzteres bleibt meist für Erstes auf der Strecke und daher bin ich gespannt, wer bspw. die Rolle eines Nick Denton in Deutschland übernehmen sollte. Versuchen tun es ja einige.

    Aber du hast Recht: Mir sind die Inhalte wichtiger als die Google-Positionierung. Erst muss das eine stimmen, dann das andere. Nicht umgekehrt.

    Achja, noch was: Wer sich „da draußen“ an irgendetwas orientieren muss um „etwas zu wagen“, sollte vielleicht doch eher über Franchising nachdenken. Und „Beatles“ schreibt man mit „ea“. 😉

  • Das Schöne am Online Veröffentlichen ist doch die Möglichkeit Sachen auszuprobieren, ohne gleich die ganze Schiene Marketing, Marktforschung, Testexemplar, etc. fahren zu müssen. Werbekonzepte, Anzeigenstrukturen und Businesspläne gleich so festzurren zu müssen, dass man nicht mehr ohne Änderungen im gesamten Produktionsablauf auskommt, das ist doch gerade der Nachteil der klassischen Medien.

    PS: Der recht lange Steve Pavlina Artikel ist absolut empfehlenswert! Nicht unbedingt als der Weisheit letzter Schluss, aber als kritischer Gegenspieler für die eigenen Blog-Geschäftskonzepte.

  • @Markus: Pavlinas Artikel ist absolut lesenswert, wenngleich nicht der Weisheit letzter Schluss. Aber sehr interessant.

    Man muss denke ich nicht für alles gleich einen Manager haben, solange einige Fertigkeiten in einer Hand zusammenlaufen. Networking ist wohl eher angesagt als Eigenbrötlerei.

    Das Johnny so wenig Suchmaschinen-User hat und darauf Wert legt, wundert mich besonders. Dann nützt auch die riesige Leserzahl nichts, wenn unterm Strich davon nichts bleibt. Nicht die Masse macht es, sondern viel öfter die Klasse und das inhaltliche Konzept. Wenige(r) gute (evtl. auch kaufwillige) Besucher sind mehr, als tausende Vorbei-Gucker.

    Blondinenwitze & Co. brachten kurzfristig Schwung, keinesfalls aber langfristig. Viel zu schnelllebig ist die Welt orientiert, denn bei Ausfall bricht die Blase zu schnell wieder zusammen. Langzeit-Content ala Pavlina wirkt auch noch, wenn wir ein neues Jahr schreiben.

    Und wer sagt eigentlich, dass ein Blog immer wie ein Blog aussehen muss? Wer andere Leser haben will, muss wohl Nutzen bieten und die Leser mit den Gewohnheiten abholen, die sie haben. Die wenigsten Menschen bloggern (derzeit). Oder?

  • Jörg, den Dreh in deiner Argumentation bzgl. Google verstehe ich nicht, denn es sind eben genau die Google-Besucher, die (meist) nicht wiederkommen. Sie suchen etwas, finden es vielleicht und gehen wieder.

    Eben daher geht es uns darum, eine Stammleserschaft zu schätzen.

    Trotzdem: Natürlich denken auch wir viel nach und werden weiter arbeiten. Das geht auch das Thema Design an, dass ich genauso sehe wie du es andeutest.

  • @Johnny: Googles Besucher scheinen grundsätzlich flüchtiger zu sein als andere. Keine Ahnung, was Leute suchen, die Euch finden. Wenn diese allerdings nicht das finden, was sie suchten oder zu wenig davon (zu blogaffin o.ä.) dann bleiben davon zu wenig neue Stamm-Leser hängen.

    Wenn Du allerdings in der Tat nur 10% Suchmaschinen-Besucher hast, dann liegt die Quote mehr als unter dem Durchschnitt. Andere Blogs erreichen je nach Ausrichtung 60-80%. Der Unterschied im verlorenen Potenzial ist erheblich, dass mein Robert einfach. Andere Aspekte mal nicht betrachtet.

  • Unsere Überschriften sind wie unsere Wortwahl in den Texten selten wirklich Google-freundlich. Man sieht das auch ganz gut an den GoogleAds, die oft allenfalls lustige Bezüge herstellen.

    Aber wer nimmt denn absichtlich bestimmte Keywords zu bestimmten Zeiten in seine Titel, um die Google-Treffer zu erhöhen? Das ist doch langweilig! 😉

  • Dass es außerhalb der Blogleser eine große Menge potenzieller Leser gibt, ist vollkommen richtig. Nur die kommen mit den derzeitgen Weblogs nicht zurecht. Deshalb sind Weblogs in ihrer „klassischen“ Form ein Randgruppenphänomen. Wer auf Durcheinander steht, wird Weblogs lieben. Die meisten Leser wollen aber mehr Ordnung in den Informationen und kein intellektuelles Chaos. Meiner Ansicht nach ist es weniger die Frage, ob man sich dazu durchringt, stärker auf Werbung zu setzen. Vielmehr ist es die Frage, ob man sich dazu durchringt, wie ein Journalist zu arbeiten und sich an den Bedürfnissen der Leser zu orientieren anstatt die eigenen auszuleben. Damit wird man in Klein Bloggersdorf geteert und gefedert. Aber man hat die Chance, viele treue Leser unter der Mehrheit der Internetnutzer gewinnen.

  • @Jörg … sach ich doch (auch 🙂

    Ich bin stolz auf meine Google Besucher. Einige meiner Seiten würden ohne SE-Besucher nicht existieren.

    Bei der lokalen Info-Seite, die ich gerade seit ein paar Wochen aufbaue, sind die nachweisbaren Google Spitzen gekoppelt mit den passenden Stichworten/Suchanfragen zu bestimmten Terminen ein geldwertes Argument gegenüber der potentiellen Anzeigen-Kundschaft.

  • Jan: Word!

    Wenn man jetzt noch bedenkt, dass wir schon so oft geteert und gefedert wurden, dass es uns gar nix mehr ausmacht… dann kann man sich auch denken, wo unsere Überlegungen hin gehen. 🙂

  • Wenn Du etwas erreichen willst, musst Du verschiedene Faktoren in Betracht ziehen und Dein Handeln danach ausrichten. Und es geht weniger um Langeweile oder Spaß denn um Leser und Wirtschaftlichkeit.
    Nimm es einfach als Impuls zum Nachdenken, denn mitunter müssen wir unsere Perspektive ändern, um einfach zu anderen Sichtweisen zu gelangen.

  • Wie immer ist ja alles Auslegungssache…
    Der von Robert angesprochene wohl fehlende Hang zur Wirtschaftlichkeit und Vermarktungsstreben der „Spreeblicker“ kann verschiedene Ursachen haben. Spontan fällt mir dazu Jonnys lebenslauf ein.
    Zitat: Nach der Insolvenz seiner Firma 2003 machte er sein seit 2002 sporadisch gepflegtes Weblog Spreeblick zu seiner Hauptbeschäftigung, was schließlich in der Gründung der „Spreeblick Verlag KG“ im Juni 2005 gipfelte…“
    Nach einer Insolvenz wäre ich mit dem Begriff „Geschäftstüchtig und Geld verdienen“ auch etwas vorsichtig. Ich weiss, wovon ich rede. 😉
    Falls das ein Grund für die Zurückhaltung sein sollte…

  • Ich bin ein wenig verwundert.
    Hat einer von euch denn überhaupt den Johnny vom Spreeblick gefragt, was das Ziel seines Blogs ist?
    Will er wirklich damit Geld verdienen?
    Ist Geld denn Alles?

    Ich denke, Jonny geht seinen Weg und nicht den meinen oder den Weg eines Anderen.

  • Ja Robert, hab ich gemacht und alles noch einmal gelesen, aber ich kann kein anderes Ergebnis finden.

    Da ist ein Startartikel von dir.
    Dann kommen 4 Kommentare, die Johnny zu einer Antwort nötigen.
    Aber das waren Kommentare und keine Fragen an Johnny.

    Dann kommen wieder zwei Kommentare und Johnny darf wieder antworten, ohne direkt und konkret gefragt worden zu sein.

    So geht der ganze Diskurs hier weiter.
    Das ist ja auch in Ordnung so, wenn Du und Johnny befreundet seid und Du nur deshalb den Startartikel gesetzt hast, damit Johnny etwas bequemer in die Diskussion um Geld oder Niveau einsteigen kann . . .

  • heisst: Du bist der Meinung, dass Spreeblick.com einem höherem Zweck unterstellt worden ist = Niveau und nicht den Zweck verfolgt, Johnny zu ernähren = Geld verdienen? Erscheint mir sehr unlogisch, wenn man sich das damalige Statement von Johnny zum Start des Spreeblick Verlages durchliest, wo er sein Statement abgibt. Ich dachte, das wäre allgemein bekannt, sorry. Siehe als Hilfestellung diesen Artikel von JH >>

    Nur mal zur Klärung: Mir fällt auf, dass Du das Thema Geld mit einer Pinzette im Bezug mit Weblogs anfasst. Kannst Du das näher erläutern?

  • Ich antworte hier mal stellvertretend für Johnny, schließlich schreibe ich an dem Baby seit neuestem auch mit:

    Spreeblick WIRD sich stärker kommerziell ausrichten, an Designarbeiten in der Richtung sind wir dran. Inhaltlich werden wir auch nicht mehr so zimperlich sein. Den Namen „Group Tekan“ nicht mehr zu nennen, weil er Google-Besucher bringen könnte ist zwar underground, aber kindisch.

    Wer mit Johnny spricht, dem wird klar: das ist sein Baby und sein Herzblut. Er hat aber kein Problem damit, mit seinem Herzblut Geld zu verdienen. Im Gegenteil: er hat eine Familie zu ernähren.

    Ich habe ihn auch gefragt: wo bleibt denn da der Punk?
    Da hat er nur gemeint: unkommerzieller Punk ist immer derjenige, der sich geleistet werden kann.

    Und wer kann das schon?

  • M.E. ist es egal, ob der Leser, Kunde, oder Besucher von Google oder durch die Ladentür kommt. Ich denke, wichtig ist, dass er seinen Wunsch erfüllt sieht, das findet, was er sucht. Dann kommt er sicher auch wieder, vielleicht nicht morgen aber übermorgen und wird weiterempfehlen. Warum sollte die Bloggerei da eine Ausnahme sein?

  • alles Spreebots 🙂

    @Frank, vom Grundprinzip her korrekt. Wie bekommt er seinen Wunsch erfüllt? Hat er denn immer einen Wunsch und ist auf der Suche? Wohl nicht nur. Ich denke sogar, dass die meisten nicht suchend unterwegs sind.

  • @ Johnny: Demnächst nehmen Dir Deine Untertanen auch noch das Emailtippen und das Bloglesen ab… dann hast Du ENDLICH mal etwas Zeit 😉

    @ Robert: Domo Arigato Mr. Roboto!

    zum Thema: Ich kenne einige Leute, die schreckt an Blogs vor allem die Textwüste ab. Das muss man sich vorstellen: Ich suche nach X bei Google und lande bei einer Seite, die ein Post nach dem anderen bietet… Texte über Texte… Das kann schon abschrecken und muss aufgelockert werden. Im Grunde, wie im klassichen Print-Design. Das ist imho ein Riesenpunkt, da gehen viele Leser verloren.

    Oder man macht ganz bewußt Brand Eins. Text, Text, Text. Dann aber immer und immer anspruchsvoll. Also kein Platz für Tekkan. Will ich das? Nö. Will ich ne Kirmesveranstaltung? Auch nö.

    Nicht so einfach. Aber machbar imho.

  • Ich lese Spreeblick, weil es (ihmo) ein ehrliches Blog ist. Johnny und die anderen Autoren verbiegen sich nicht, um mehr Traffic zu bekommen. Johnny geht (wie schon immer, laut Lebenslauf) mit Spreeblick den Weg, den er für richtig hält – und dafür bewundere ich ihn.
    Der Unterschied zwischen Spreeblick und Blogs mit vergleichbar hohen Leserzahlen ist in meinen Augen die Ehrlichkeit. Ich will nicht in einem Blog lesen, wo ich immer im Hinterkopf haben muss, dass dieser Artikel wohl nur für mehr Google-Traffic sorgen soll.

    Deshalb: Mein Respekt an Johnny und Spreeblick – der geradlinge Weg macht euch anders – und in meinen Augen auch besser.
    Dabei schließe ich eine größere kommerzialisierung auch gar nicht aus, den ich weiß, dass es Johnny schaffen wird ohne die Stammleser zu vergraulen.

    MfG

  • @ johnny (zu No. 22)

    Ja, so kann es Einem ergehen. *GGG*
    Der Erste sagt so eben mal Dieses oder Jenes dahin, der Zweite bestätigt, der Dritte stellt infrage und der Vierte dementiert gar, während der Betroffene verdutzt durch die Wimpern pliert.

    Kunst – und das geschriebene Wort gehört für mich oft auch dazu – wurde schon oft zu Recht mit dem Wort ‚brotlos‘ in Verbindung gebracht.
    Ab dem Moment, wo der Kunstschaffende auf den Broterwerb schielte (und sei es nur aus Not) verloren seine Kunstwerke oft ihre individuelle Ausdruckskraft.
    (Unser tägliches Fernsehen führt uns dieses immer wieder vor Augen; wenn die Zuschauerquote nicht stimmt wird nicht nur bei den ‚Freien‘ schnell mal eine Sendung abgewürgt.)

    Da nun auch ein verhungerter Künstler seinen Zukunftswert eingebüßt hat, sollte da Jemand auf weitere neue Kunstwerke erpicht sein, horche ich unwillkürlich auf, wenn bei einem Künstler auch nur indirekt vom Geldmangel die Rede ist.

    Wenn denn nun die liebe Werbung der einzige Weg ist, um einen am Hungertuch nagenden Künstler zu retten, nun, seis drum, da stehe ich nicht im Wege.
    Aber wenn auch das letzte kunstvoll geschriebene Wort ohne Not der Raffgier von Werbegeiern in die Arme geworfen werden soll, dann stelle ich mich gern quer.

    Aufgrund des Eintrags von Rene (No. 20) bin ich erneut im Zweifel, wer hier für wen mit welcher Berechtigung spricht . . .

  • @ Robert Basic (No. 19)

    „Nur mal zur Klärung: Mir fällt auf, dass Du das Thema Geld mit einer Pinzette im Bezug mit Weblogs anfasst. Kannst Du das näher erläutern?“

    Deine Frage ist leicht beantwortet.
    Geld und Weblogs ist nicht so sehr mein Thema.
    Aber Werbung, die von tiefsinnigen Texten ablenkt, ist mir ein Greuel!

  • Traffic, Traffic, Traffic

    Robert “Markwort” Basic hatte heute Themenabend und predigte aus dem alten Testament. “Traffic, Traffic, Traffic” ist sein Credo und ich als Blog-Evangelist höre schon etliche Silberlinge klimpern. Blogs sind also nichts an…

  • Jan: „sich an den Bedürfnissen der Leser zu orientieren anstatt die eigenen auszuleben“

    Wer so etwas einem Weblogger ernsthaft vorschlägt, hat eindeutig nicht verstanden, was ein Weblog eigentlich ist. Nicht alles, was wie ein Weblog aussieht, und derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung als „Weblog“ durchgeht, ist auch ein Weblog. Man kann natürlich den pastoral-jovial-schleimigen „ich-mache-alles-allen-recht“-Blogger geben. Nur verliert man damit das, was ein Weblog ausmacht, und das ein Weblog erst zum Weblog macht: Authenzität.

    Weblogs != Journalismus, und daher Weblogs != Online-Journalismus.

    Aber ich bin halt anders ;-), darum langweilen mich auch 90% der „Top-100-Weblogs“ und interessieren mich meistens Blogs, die in keiner Liste auftauchen.

    Das „richtiges Weblog-Betreiben“ und „Kommerz“ sich nicht ausschließen, zeigen viele amerikanische Blogs. Und auch Spreeblick, IMHO.

  • Man hat ja im groben zwei Gründe, ein Blog zu abonnieren: 1. Man muss (Fortbildung, Konkurrenz, Informationen etc) 2. Man will (gute Schreibe, netter Typ, persönlicher Bekannter)
    Spreeblick fällt eindeutig in die zweite Kategorie, d.h. durch die Authentizität der Texte entsteht eine „Leser-Blatt-Bindung“. Ich finde es klasse, dass nicht jeder Link mitgenommen wird – das machen schon so viele. Klar, wie oft hätte ich schon einen Link bloggen können, der aus irgendeinem US-Blog kommt und dann eine Woche später bei Robert oder Oliver oder wem auch immer auftaucht. Spreeblick ist aber kein Nachrichtenblog sondern ein Storyblog.

    Und außerdem denke ich, dass man ein Blog auf mehrere Arten zu Geld machen kann, nicht nur durch Google-Ads etc. Johnnys „Exposure“ in den letzten Jahren hat ihm mit Sicherheit auch offline neue Möglichkeiten eröffnet. Oder nicht?

  • Sebastian, das meine ich ja auch, wenn ich über „verschiedene Einnahmequellen“ rede, was ich oft thematisiert habe. Es muss nicht alles über die Werbung auf den Seiten fließen.

  • Jonny hat auf dem Kongress in Hamburg erzählt dass er von den Einhnahmen des Spreeblick-Shops, den Bannern, auf Kongressen reden und diversen Webdesign-Projekten leben kann.

    Das funktioniert doch alles oder sehe ich das falsch?

    Spreeblick wächst langsam aber sicher, Jonny kann von dem ganzen Blog-jedöns irgendwie leben und davon sind wohl 99,9% der restlichen Blogger in Deutschland meilenweit entfernt.

    Warum wollt ihr ihm Werbung aufquatschen? Es funktioniert doch schon.

  • […] Ausgerechnet gestern, als ich aus Spaß und zu Testzwecken in der Sidebar rechts unten ein paar GoogleAds eingefügt habe, sah ich, daß Robert Basic in seinem Blog gerade Kommerz-Themenabende setzt (hier, hier, da und dort. Er zählt recht detailliert Einnahmequellen beim Blogging auf. Einen Teil der Methoden (z. B. Linkverkauf) würde ich eindeutig zur schmierigeren Sorte zählen. […]

  • […] Gerade überlegen sich die Blogger mal wieder, wie sie mit dem Bloggen Geld verdienen können. Dabei stehen die Blogger vor den gleichen Problemen, die auch die klassischen Medien mit ihren Internetangeboten haben und die Lösung beschränkt sich meist auf Google Adwords. Anders als bei den normalen Blogs machen sich die Betreiber von Videoblogs schon um einiges früher Gedanken um mögliche Geschäftsmodelle. Gerade einmal 60% betreiben ihre Videoblogs aus nichtkommerziellen Gründen. Die Mehrzahl der Business-Videoblogger (30%) versucht mit Werbung Geld zuverdienen oder die Karriere durch ein Videoblog zu fördern. Doch nicht nur der Wunsch des Geldverdienens dient als Antrieb, zum Teil ist es auch eine Notwendigkeit. Sobald ein Videoblog oder Vodcast eine gewisse Popularität erreicht hat besteht die Gefahr, dass er durch den eigenen Erfolg zugrunde geht. Die Traffickosten für die Übertragung von Videodateien können dafür sorgen, dass der Autor entweder das Angebot einschränkt oder sich Gedanken über eine Refinanzierung macht. Es besteht also eine Nachfrage für Geschäftsmodelle für Videoblogs und Vodcasts. Die Gängigsten werde ich nun Vorstellen. […]

  • […] Auf dem Blog Digitaler Film wird mein Artikel über die möglichen Finanzierunsquellen von “Amateuren” betriebenen Weblogs mit professionellen Bestrebungen aufgegriffen und das Ganze für Videoblogs gezeichnet. Mehr davon :-)) Da schwirren doch genug Kenner der Materie mit viel mehr Know How als ich herum, los, raus aus Euren Geschützgräben! […]

  • Das ist eine interessante Diskussion. Ich bin selbst kein Blogger, aber ich habe etwas Erfahrung mit Bezahl-Inhalten im Internet. Und nach dieser Erfahrung ist es einfach nicht möglich, mit Texten im Internet Geld zu verdienen. Weder jetzt noch in Zukunft. Man kann es drehen und wenden wie man will.

    Es gibt viele Gründe dafür. Der wichtigste davon ist, dass die Schöpfungshöhe zu gering ist. Heutzutage kann buchstäbliche JEDER ein Blog oder eine News-Site betreiben, so gering sind die Kosten für die Infrastruktur und so gering ist das nötige Know-How. Und weil das so ist, wird es immer genügend Leute geben, die einfach aus Spaß ganz hervorragende Inhalte schaffen.

    Das bedeutet, dass gute Inhalte keine knappe Ware darstellen. Es gibt sie im Überfluss — mehr als man konsumieren kann. Warum also sollte jemand etwas dafür bezahlen? Das wird niemals funktionieren, weder heute noch morgen.

    Die Idee, durch Werbebanner Geld zu verdienen, ist in der heute bekannten Form gescheitert. Als die Banner erfunden wurden, hatte man die Idee, dass man die Banner ganz gezielt auf jene Leser abstimmen könnte, die sich rasend für das beworbene Produkt interessieren. Tatsächlich sind aber die Klickraten selbst bei exakt eingegrenzten Lesergruppen (beispielsweise bei einem Blog über bestimmte Motorräder) so katastrophal gering (unter einem Zehntel-Prozent), dass es sich weder für den Betreiber der Site, noch für den Werbekunden wirklich lohnt.

    Man kann das lange hin und her diskutieren. Man kann Ausnahmen finden und auf brandneue Entwicklungen hoffen, die alles ändern. Tatsache ist, dass das Internet viele Dinge für immer verändert hat. Viele Geschäftsideen sind quasi über Nacht zerplatzt. Liest noch jemand die „Gelben Seiten“? Schleppt noch jemand ein Telefonbuch vom Postamt nach Hause? Macht sich noch jemand die Mühe, eine Kleinanzeige aufzugeben, anstatt es schnell bei eBay einzugeben? Kauft noch jemand für 3.000 Euro den „Brockhaus“, anstatt bei Wikipedia kostenlos nachzulesen?

    Es gibt einfach Dinge, die vorbei sind. „Text“ ist einfach kein Geschäftsmodell mehr, es sei denn, als Roman.

    Selbst WENN es ein Geschäftsmodell wäre (was ich bestreite), wäre es doch in dem Augenblick keines mehr, in dem es jedem offen steht. Nur knappe Güter mit wenigen Anbietern führen dazu, dass Gewinnspannen entstehen. Aber der Witz an Blogs (oder allgemein Textangeboten im Web) ist doch, dass jeder zum Anbieter werden kann — und dass es deswegen auch so viele Leute tun.

    Und da sind wir wieder am Anfang meines kleinen Vortrags: Die Schöpfungshöhe ist zu gering. Wenn man erstmal hunderttausend Euro investieren müsste — ja, DANN gäbe es nicht so viele Anbieter, und folglich stiege der kommerzielle Wert.

    Wenn es also irgendeinen Weg gäbe (was ich bestreite), um aus einem Textangebot ein Geschäftsmodell zu machen, dann ginge das nur, indem der Aufwand drastisch erhöht würde. Etwa, um jeden Tag mit einem Haufen toller Autoren die tollsten Artikel zu schreiben. Exklusive Interview, Reportagen, oder andere Dinge, die außerhalb der Reichweite der „normalen Blogger“ lägen, damit sich die Zahl der Mitbewerber reduziert und die Ware wertvoller wird.

    Nur ist das eben außerhalb der Reichweite eines Bloggers. Selbst größere Projekte wie Spiegel-Online sind finanziell äußerst waghalsig.

    Möglicherweise kann ein Blog in den USA ganz nett von etwas Werbung leben, aber die Leserzahlen dort sind im Vergleich zum deutschen Markt dramatisch höher.

  • […] Zuirück zum Thema: Der Kernpunkt ist imho eine passende Vermaktungsform und -strategie. Hier aber zeigen die Erfahrungen von einigen wenigen Blogs (namentlich MacEssentials – s. Kommentar – und Spreeblick – s. Kommentar, nebst einem weiteren Ungenannten), dass es eben daran in der Praxis scheitert. Die klassischen Vorstellungen eines typischen Vermarkters gehen nicht konform mit den Vorstellungen der Blogger. Das fängt schon daran an, dass ein Vermarkter u.a. mit irgendwelchen Affiliate-Bannern auffährt, die den Blogleser eh nicht interessieren, weil völlig unpassend. […]

  • Bloggerliebe im Quadrat…

    Hihi. Es ist doch schön, mit anzusehen, wie in Klein-Bloggersdorf Nachbarschaft gepflegt wird. Turi : Wer bitte ist Don Alphonso? Andere Frage: Wie stehst Du zu Johnny Haeusler, dem langjährigen Front-Runner der deutschen Blogosphäre? Basic: Johnny …

  • […] Hihi. Es ist doch schön, mit anzusehen, wie in Klein-Bloggersdorf Nachbarschaft gepflegt wird. Turi : Wer bitte ist Don Alphonso? Andere Frage: Wie stehst Du zu Johnny Haeusler, dem langjährigen Front-Runner der deutschen Blogosphäre? Basic: Johnny ist zwiegespalten, er wandert zwischen den Welten: Einerseits will er der Johnny bleiben, der er meint zu sein. Andererseits würde er schon gerne viel Asche verdienen, ohne als Geschäftsmann im klassischen Sinne knallhart Business zumachen. Turi : Was hältst du von Johnnys Idee, ein Werbenetzwerk für Blogs aufzuziehen? Basic: Da bin ich skeptisch. Johnny ist einfach kein Geschäftsmann, das hat er auch in der Vergangenheit schon bewiesen hat. Er braucht lange Leine – und einen Manager, der die Kohle einsackt. […]