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Trafficschlampen

und weiter gehts mit dem „Wie macht man sein Bloghobby zum Beruf“.

Patrick liefert in einem Artikel – Traffic, Traffic, Traffic – auf Blogdiplomatie Gegenargumente zum dem wichtigsten Aspekt, um aus seinem Hobby einen Fulltime Job zu kreieren, nämlich das Streben nach mehr Traffic:

Blogs sind also nichts anderes als reine Contentmaschinen, Linkfarmen und Trafficmagneten? Wer Blogs als Werbefläche mit gelegentlichen Inhalten definiert, hat leider nicht wirklich verstanden, was Weblogs sind und was sie bewirken können. Wer Inhalte von Blogs nach Keywords ausrichten möchte, zerstört den eigentlichen Mehrwert von Weblogs. Wer auf ein New Marketing Instrument das Oldschool Marketing überstülpen möchte, vernachlässigt wertvolle Aspekte der Kommunikation durch Blogs.

Und setzt mE an einer verquerten Logik an, die das Pferd fälschlicherweise von hinten aufzäumt. Gehen wir es mal in Ruhe an, ist sie doch eines der zentralen Dilemmas in der deutschen Blogosphere, warum sich viele nicht trauen, mehr aus ihrem Blog zu machen:

Diese obige Auffassung spiegelt wunderbar die Haltung einiger Lesergruppen wieder, die die Gefahr sehen, dass sich Blogger bei Kommerzialisierungsbestrebungen so biegen müssen, dass man die eigentliche Identität, deren Anliegen und die ursprünglichen Interessen hinten anstellen muss. Nicht umsonst spricht er zum Schluss seines Artikels auch vom Cluetrain Manifest, das Thesen aufstellt, wie Corporate Speak in Zukunft im Sinne der Kunden aussehen sollte (Ein kraftvolles globales Gespräch hat begonnen. Über das Internet entdecken und gestalten die Menschen neue Wege, um relevantes Wissen mit rasender Geschwindigkeit auszutauschen. Als direktes Resultat werden die Märkte intelligenter — und sie werden schneller intelligent als die meisten Unternehmen. Diese Märkte sind Gespräche. Ihre Mitglieder kommunizieren in einer Sprache, die natürlich, offen, ehrlich, direkt, witzig und häufig schockierend ist. Ob Erklärung, Beschwerde, Spaß oder Ernst, die Stimme des Menschen ist unverkennbar echt. Sie kann nicht gefälscht werden. (Quelle))

Man geht davon aus, dass Unternehmen nie anders als „unecht“ mit ihren Kunden zu sprechen gelernt haben. Und überträgt dieses Erfahrungsbild auf die Amateure, sprich die bloggenden Hobbyisten. Sobald diese Amateure mit Blogging Geld verdienen, müssen sie zwangsweise genauso werden wie diese merkwürdig kommunizierenden Unternehmen. Nur, diese Sichtweise hinkt gewaltig.

Amateure habe ich bewusst als Begriff gewählt. Blogger sind Amateuer im besten Sinne: Sie hängen mit Herzblut und Engagement an ihrem Thema bzw. Blog. Dazu möchte ich gerne auf das exzellente Papier von Paul Graham verweisen, What Business can learn from Open Source, dort geht er explizit auf „Amateure“ ein:

There’s a name for people who work for the love of it: amateurs. The word now has such bad connotations that we forget its etymology, though it’s staring us in the face. „Amateur“ was originally rather a complimentary word. But the thing to be in the twentieth century was professional, which amateurs, by definition, are not. That’s why the business world was so surprised by one lesson from open source: that people working for love often surpass those working for money. Users don’t switch from Explorer to Firefox because they want to hack the source. They switch because it’s a better browser.

Und nun ganz speziell auf Weblogs und Amateure bezogen:

On the Web, the barrier for publishing your ideas is even lower. You don’t have to buy a drink, and they even let kids in. Millions of people are publishing online, and the average level of what they’re writing, as you might expect, is not very good. This has led some in the media to conclude that blogs don’t present much of a threat– that blogs are just a fad.

Actually, the fad is the word „blog,“ at least the way the print media now use it. What they mean by „blogger“ is not someone who publishes in a weblog format, but anyone who publishes online. That’s going to become a problem as the Web becomes the default medium for publication. So I’d like to suggest an alternative word for someone who publishes online. How about „writer?“

Those in the print media who dismiss the writing online because of its low average quality are missing an important point: no one reads the average blog. In the old world of channels, it meant something to talk about average quality, because that’s what you were getting whether you liked it or not. But now you can read any writer you want. So the average quality of writing online isn’t what the print media are competing against. They’re competing against the best writing online. And, like Microsoft, they’re losing.

Paul ist in seiner Schreibweise und Intellekt meiner einer meilenweit überlegen. Ich bin schlichtweg nicht in der Lage, es besser auszudrücken, was ich im Kern sagen möchte: Einige Blogger haben das Potenzial, aus ihrem Weblog einen wunderbaren Fulltime Job zu schaffen. Weil sie das, was sie tun, lieben. Wer nicht hinter seinem Thema steht, verkommt exakt zu dem, was Patrick unter Trafficschlampen subsummiert: Geldgeile, trafficgeile, seelenlose Contentgeneratoren ohne Spirit. Wer aber sein Blog und seinen „Content“ mit Herzblut bearbeitet, kann oW „sogar“ Google/Keyword optimiert schreiben, ohne dass ihm ein Zacken aus der Krone abbricht. Er kann Werbung schalten und dennoch weiterhin einen fantastischen wie auch zugleich mühsamen Blogjob nachgehen. Er kann Millionen verdienen und dennoch mit Begeisterung seinen Rennwagen wie Schumacher über die Begrenzungssteine brettern oder spielt weiterhin Fußball wie ein junger Gott (Ronaldinho, wer sonst :-). Dennoch feilt ein Schumacher Tag und Nacht daran, seine Kiste um Millisekunden schneller zu machen. Dennoch übt Ronaldinho wie ein Berserker, noch besser zu werden. Ohne an seinem Handwerk stetig zu feilen, bleibt man auf Low Level. Man bleibt durchschnittlich. Übertragen auf Weblogs bedeutet das ein Bewusstmachen zahlreicher Mechanismen. Dazu gehört selbstverständlich das Thema, wie man seinen Traffiv verbessern kann und wie man Leser noch zufriedener stellt. Niemand auf dieser Welt käme auch nur eine Sekunde auf die Idee, einem Ronaldinho seinen Spaß am Fußball abzusprechen und ihn auf Fußball Manifest zu verweisen. Oder Schumacher aufs Rennfahrer Manifest.

Woher also diese Meinung, dass Trafficziele den Gedanken der Blogs negieren? Woher die Meinung, dass gezielte Kommerzialisierungsbestreben von vornherein dem Bloggedanken zugegen laufen? Verquert ist sie nicht unbedingt, wenn man bedenkt, dass zahlreiche Menschen einer Arbeit nachgehen, die sie mitunter sogar hassen wie die Pest. Man biegt sich, um sich sein Brot leisten zu können. Und wenn man sich schon biegt, dann überträgt man diese Erfahrung auf andere, dass Arbeiten gegen Lohn nix Gutes sein kann. Und vergisst dabei die echten Amateure. Wovon zahlreiche Blogger sind.

Zusammenfassend: Ich lese den Artikel eines „echten“ Bloggers zehnmal lieber als einen thematisch gleichen Artikel auf Spon zB. Und wenn da 10x soviel Werbung auf dem Blog drauf ist, es ist mir egal. Weil ich weiss, dass der Blogger = Amateur mit vollem Engagement hinter seinem Thema steht, was idR der Verlag mit einem seiner hunderten von Nischenprodukten eben nicht tut. Dort wird in der Tat Content kaufmännisch geplant und umgesetzt. Berechnend. Kalkuliert. Ohne Seele. Von PR/Marketing- und Designagenturen professionell gebrandet und durchgestylt. Ich lese Amateure für mein Leben gern.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

50 Kommentare

  • Natürlich ist ersteinmal nichts gegen Bannerwerbung auf Blogs zu sagen, das muss auch jeder für sich selbst entscheiden. Was ein wenig störte, war der sture Blick auf Google-Treffer und wie man diese durch wohformulierte Keywords erzielt (So kam es bei mir jedenfalls an). Das klingt mir zu sehr nach alter Unternehmenskommunikation oder SEO-Gedöns. Möglichst ausformulierte PR-Meldungen oder sich wiederholende Keywords die am Ende aber niemanden interessieren oder schlichtweg nerven. Es sind Hüllen, ohne den Inhakt wertlos. Wenn ich also für ein Thema schreibe, dann muss ich nicht gesondert auf die Schlüsselbegriffe starren, das ergibt sich von alleine. So wie Ronaldhino eben durch seine Natürlichkeit und Quirligkeit besser Fußball spielt als mancher übertrainierter Techniker. Das andere klingt für mich so künstlich, so unecht, einfach gestelzt. Ich meinte nicht die Tatsache oder den Willen mit Blogs Geld verdienen zu wollen. Keineswegs. Spreeblick schaltet auch Banner, aber dezent. Sie konzentrieren sich ausschließlich auf ihre Inhalte, der Rest läuft von alleine. Bei Spreeblick finde ich die Finanzierungsmischung recht gelungen (Spenden, Fanshop und dezente Banner, teilweise Sponsoring). Sicherlich kann man hier und da noch ein wenig rumschrauben, aber auch beim Tuning gilt manchesmal: Weniger ist mehr. Nicht dass am Ende die Karre noch vor lauter Schrauberei den Geist aufgibt! Ach ja, dann lieber den ganzen Körper trainieren, als nur einzelne Muskeln.

  • Patrick.. entspann Dich und sehs mal etwas unverkrampfter… das löst den Tunnelblick :-))) High-Performance ist überhaupt kein Thema, wenn der Spirit stimmt. Und warum Du meine Texte über Blogfinanzierung so liest und entsprechend wertest, ist doch klar, da Du von einer völlig anderen Perspektive rangehst. Ich denke sogar, dass Dein Job Dich zu einer gewissen Denke führt. Tagsüber biegen, abends dann Ich sein. Ist ja auch nicht bös gemeint. Ich bin halt immer nur fasziniert, wie sehr wir doch abhängig von und gefangen in unserer eigenen Erfahrungswelt sind. Da schließe ich mich ganz gewiss ebensowenig aus. So unbedarft an Themen ranzugehen, birgt ebenso ein Ausblenden von Problemzonen.

  • Kann es sein, dass beim Umbau Deines Blog die Sprungmarke #comments abhanden gekommen ist, oder warum springt der Link „x Kommentare“ immer an den Anfang des Beitrages?

    Sorry, fiel mir in den letzten Tagen wiederholt auf. Hoffe es hilft, trotz offtoppic.

  • Zum Thema:
    Irgendwie habe ich den Eindruck, als dass die Betrachtungen zweidimensional sind, zu eng. Unsere Welt ist aber keinen Scheibe mehr. Ein paar Schritte zurück und plötzlich ist sie dreidimensional, oder nicht?

  • Och, Entspannung heißt ja nicht gleich leidenschaftslos und schmerzfrei zu werden. Verbiegen muss ich mich auch nicht, Kröten schlucken schon, aber meine Standpunkte vertrete ich auch tagsüber jedes Mal mit voller Leidenschaft. Das mit der Perspektive stimmt natürlich schon, sonst würde ich das hier nicht schreiben. 😉

    Übrigens bin ich nicht gefangen in meiner Erfahrungswelt. Die ist ja eigentlich, wie du schon schreibst, eine ganz andere, nämlich die klassische Oldschool-Werbung. Also schon eher ein Art Tellerandgucken. Diese Bannergeschichten (oder Plakatwände des Internets) mit ihren Mediareichweiten kenn ich schon eine ganze Weile. Nur heißt das nicht, dass die Leute die Banner auch angucken, -klicken und anschließend die Produkte kaufen. Aber das ist ja wohl nicht euer Problem und wieder ein völlig anderes Thema.

  • Dazu muss man nur mal in den Rules of Acquisition nachschlagen:

    #13 Anything worth doing is worth doing for money

    Any further questions?

  • @Jörg Petermann: Welche Betrachtungen? Alle Betrachtungen? Wir bewegen uns eben gerade an beiden Polen und nicht am Rand der Scheibe. An den Äquator will ja wohl jeder Urlaub machen, da ist es so schön warm. 🙂

  • Ich sehe mit Unbehagen, das es gerade auf die Diskussion „kommerziell – nicht kommerziell“ im Sinne von „trafficschlampig – honorig“ hinausläuft.

    Das ist nicht der Punkt. Das Problem ist doch, dass uns gerade Robert hier immer wieder eindrucksvoll vorgerechnet hat, dass es man mit Google-Einnahmen wohl eher am Rande des Existenzminimums entlangschrammt. Nun kommt er aus HH zurück, hat viel Kaffee getrunken und lange mit Thomas Promny geredet und sieht das anders. Aber nicht in dem Sinne, dass er wirklich ein neues Finanzierungsmodell hätte, sondern indem er sagt: Man muss halt 500 Blogs betreuen , 16 Stunden statt 8 oder 10 schuften und vier Hände haben. Wo ist bitte der qualitative Sprung? Ich sehe nur einen quantiativen der Selbstausbeutung.

    Das kann’s doch nicht sein, oder? Sonst landen wir doch spätestens morgen bei der Devise: Dann muss man Content eben billig beim polnischen Blogghostritwer einkaufen oder aus Feeds zusammenklauen… Und dann sind wir leider doch beim Gegensatz „honorig – trafficschlampig“.

  • Je häufiger ich diese Argumente höre davon, dass kommerzielles Verhalten ehrenrührig sei, desto mehr Lust bekomme ich, mich kommerziell zu verhalten. — Seit den Anfangstagen des privaten Fernsehens dürfte uns allen klar sein, dass die Quotengeilheit bleibt, auch wenn die Tutti-Fruttis dieser Welt verschwinden. Selbst Hugo Egon Balder ist heute, Jahrzehnte später, fast geistvoll. — In diesem Sinne sage ich voll Stolz: i.ch-b.in/kaeuflich

  • @Andreas/3: Anbieten würde ich das Firmen auf einem Blog allemal, die unbedingt im Text ne passende Anzeige wollen, aber auf Marketing/Vertriebsmensch machen, der das alles regelt, ne, das sind für mich persönlich langweilige Jobs.

  • @Andreas/11: Man muss halt 500 Blogs betreuen , 16 Stunden statt 8 oder 10 schuften und vier Hände haben. Wo ist bitte der qualitative Sprung? Ich sehe nur einen quantiativen der Selbstausbeutung. Das kann’s doch nicht sein, oder? Sonst landen wir doch spätestens morgen bei der Devise: Dann muss man Content eben billig beim polnischen Blogghostritwer einkaufen oder aus Feeds zusammenklauen… Und dann sind wir leider doch beim Gegensatz “honorig – trafficschlampig

    Es ist mir schon klar, dass ihr aus einer Idee heraus wie dem Blogvermarkter mit den Augen von Textern und Werbern herangeht, die es gewohnt sind, jeden Mist für den Kunden auf die Beine zu stellen. Dafür kann ich doch nix 🙂 Aber mal im Ernst: In der Argumentationsführung habe ich versucht aufzuzeigen, dass man zahlreiche Parallelen in zB aus der Musikwelt kennt. Jackson darf Musik machen und Kinder betreuuen, während der Manager quasi die Drecksarbeit macht: Den Künstler zu vermarkten. Irgendwann betreut der Manager nicht nur einen Künstler, sondern er betreut mehrere. Er lernt zu wachsen. Na ja, was erzähl ich da, jedes Unternehmen fängt klein an und macht sich entweder besser oder es geht zu Grunde. Thats life.

    Stattdessen leitest Du und Patrick etwas ab, womit ich immer noch Probleme habe, überhaupt eine Verknüpfung herzustellen, um zu erkennen, wo die Zusammenhänge liegen. Sprich: Es fällt mir schwer, Eure Denke nachzuvollziehen.

    Aber reden wir doch mal von der Praxis: Wie seht Ihr beiden die Vermarktungsstrategien von Gawker und Weblogs Inc.? Alle großen Blogs zeichnen sich durch große Werbeflächen aus, allen voran das legendäre BoingBoing, das aber nicht zu einem der beiden Blogverlage gehört. Wäre insofern cool, konstruktiv mitzuarbeiten, wie das denn überhaupt aussehen könnte, seine Haut zu Markte zu tragen. Sagt mir jetzt aber nicht, dass Ihr mit Eurem Blog daran nie gedacht habt. Das würde an Heuchelei grenzen. Da auch ihr einen Preis habt, um es von der negativen Seite her zu betrachten.

  • Noch eine Sicht eines Werbers: Grosse Werbeflächen sind toll, wenn die Werbung darauf keine Beleidigung für Geist und Auge ist. (Das spricht, nach ein paar Wochen Testphase im eigenen Blog, gegen die ach so bequeme Lösung mit Adsense) — Nicht nur die Sicht eines Werbers: Wie viel ein Agent leisten muss, weiss ich auch von meinen Agenten als Freelance-Texter und aus einer Vergangenheit als Drehbuchautor. Niemals würde sich Jacko gefallen lassen, einer von 500 zu sein. Gut ist, für begabte Anfänger und mittelmässig erfahrene, ein Betreuter von 20 zu sein. Deshalb dauert es auch so lange, bis Schauspieler oder Autoren überhaupt einen Agenten finden. Diejenigen, die nur für einen Werbespot im Quartal gebucht werden, bekommen entweder einen Scharlatan als Agenten, oder gar keinen. Deshalb fahren sie auch weiter Taxi oder kellnern…

  • Nur Kurz zu Gawker: Denton spielt mit verschiedenen Werbeformen, so z.B. die geniale Detox-Variante welche die restlichen, nervigen Werbebanner einfach verschwinden lässt und somit dem Leser einen angenehmeren Contentgenuss bietet. Wie schon erwähnt, ich bin nicht gegen Werbung in Blogs, ich hab nur was gegen Bannerüberfrachtung und SEO-Gedöns. Hier spreche ich übrigens als Blogleser, nicht als Werber.

  • > die es gewohnt sind, jeden Mist für den Kunden
    > auf die Beine zu stellen.

    Und genau das ist es, was ich in Blogs nicht auch noch brauche.

    Bleiben wir bei deinem Ursprungsbeispiel Spreeblick. Ich habe damals zur Verlagsgründung auf dem Werbeblogger eine Lobeshymne darauf geschrieben (zu faul, den Link rauszusuchen). So viel zum Thema „ist doch eh nur allgemeine Kommerzfeindlichkeit“. Ich fand und finde es mutig, andere Vermarktungswege zu gehen als sich zum Google-Tapezierer zu machen. That’s all.

    Nice Google Ads da oben: „Reich werden im internet“, „Online geld verdienen“.

  • @Patrick, konkret: SEO-Gedöns ist was? Nehmen wir uns doch mal ein alltägliches: Du schreibst Artikelüberschriften niemals auch für Google-Leser, sondern immer nur für die Stammleser des Werbeblogs? Und man es tun würde, wäre das „SEO-Gedöns“, weil man auch darauf achtet?

    Ich bin da (natürlich?) anderer Meinung, weniger jugendlich-forsch: Das Handwerk sollte man erlernen, wenn man sich zum Ziel gesetzt hat, sein Einkommen mit Hilfe von Blogs spürbar zu verbessern. Dazu gehört es, bestimmtes Wissen anzuwenden, ohne dass auch nur einer merkt, dass man lange dafür trainiert hat.

  • @Andreas, mich jucken die Google-Ads nullinger, da ich im Gegensatz zu Werbern und Textern meine Leser nicht als unmündiges Klickvieh betrachte 🙂

  • @ Robert: Mündiger Blogger, hüte deine Zunge. Ich kann dir versichern, es gibt eine ganze Menge Werber, die finden ihre Zuschauer nicht unmündig. Ich kenne sogar sehr viele Werber, die daran leiden, dass ihre Auftraggeber in Industrie und Handel das tun. In diesem Fall hat der Werber ein Dilemma, dass die Jungs vom Werbeblogger vorzüglich aufzulösen versuchen…

  • @Wegen Spreeblick: Es ist immer mutig, andere Vermarktungswege gehen zu wollen. Man muss sich stets fragen, warum es oftmals keine Alternativen gibt bzw. warum Spreeblick nicht den Erfolg verbucht, denn es haben könnte. Und wie lange es sich das leisten kann, als gewinnorientierte Firma deklariert zu sein. Träumen bringt nix. Gäbe es tolle Wege, die den Leser und Spreeblick glücklick zu machen, hätte man bereits längst den Weg beschritten. Wenns mit AdSense wäre, ok, nur dafür reicht der Traffic bei Weitem nicht aus. Der Shop ist so lala. Und es scheitert in der Praxis wie so oft an Dingen, die einem banal erscheinen. So zB den glücklosen Versuch, einen Vermakrter zur beidseitigen Zufriedenheit zu beschäftigen. Will sagen: Solange man nicht offen darüber diskutiert, was geht und wo es hapert, werden andere die gleichen Fehler machen.

  • > warum Spreeblick nicht den Erfolg verbucht,
    > den es haben könnte.

    Ganz einfach: Weil du gerade versuchst, für Johnny Erfolgskriterien aufzustellen. Er hat aber offensichtlich andere Prioritäten. Mit der falschen Bescheidenheit, die du im Titel angesprochen hast oder Management-Unfähigkeit hat das IMHO wenig zu tun.

    Klassisches Aneinandervorbeireden.

  • Du schreibst Artikelüberschriften niemals auch für Google-Leser, sondern immer nur für die Stammleser des Werbeblogs?

    Stimmt. Ich schreibe ausschließlich passend zum Thema. Vielleicht ein Wortspiel. An Google denke ich keine Sekunde. Vielleicht liegt mir das als Onliner ja schon im Blut. Und ja: Überschriften und Inhalte mit Top-Keywords ausformulieren halte ich für SEO-GEdöns.

    Mich jucken die Google-Ads nullinger, da ich im Gegensatz zu Werbern und Textern meine Leser nicht als unmündiges Klickvieh betrachte :-)“

    Also das versteh ich jetzt irgendwie so gar nicht. Banner schalten gut, Banner gestalten böse? Das ist mir zu Schwarz/Weiss. Dann hast du tatsächlich nicht verstanden, worum es uns eigentlich geht. Damit dürfte das Thema hier auch endgültig hohlgedreht sein. (meine ich nicht im Sinne von undurchdacht, sondern von festgefahren)

  • @Andreas, njet, eben nicht. Ausgangslage ist, wie man sein Blog zum Beruf machen kann im Idealfall. Und nicht, wie man Unternehmen beibringt, besser zu kommunizieren und dazu ein Blog benötigt. Johnny ist eine Art Case Study. Dass ich den Weg von Johnny für inkonsequent und falsch halte, habe ich auch klargemacht. Er hätte sich damals nicht total versunsichern lassen sollen, als einige ihn wegen seinem „Wortbruch“ kritisiert hatten, niemals Geld mit AdSense etc. machen zu wollen und er es dann doch tat. Die Konsequenz war ein Eiertanz, aber da die Diskussionen darum verebbt sind, merkt man davon nix mehr. Blogger, die sich an seiner übervorischtigen Herangehensweise orientieren würden, kämen zu nix, so hart das klingen mag. Johnny ist Johnny und ein anderer Blogger, mit dem Ziel, sein HH-Einkommen zu polieren, kann sich diesen intellektuellen Luxus nicht leisten. Aber selbst im Hause Johnny scheint man über andere „Strategien“ nachzudenken. Was auch immer also Johnny für Erfolgskriterien haben mag, es wird ebenso auf Bucks hinauslaufen am Ende des Tages.

    Insofern ist diese Diskussion hoffentlich aufschlussreich, um anhand von möglichen Positionen und Meinungen aufzuzeigen, was möglicherweise zu einer guten Strategie führt.

  • @Patrick: eigentlich war es ein Joke, mit Ansage, dass eine AdSense Diskussion hier nicht reinpasst, denn es führt zu weit wech vom Schuss.

  • und ich dachte wir reden darüber, ob Weblogs wunderbare Chancen bieten, aus seinem Hobby einen Beruf zu machen. Bei den Finanzquellen war ich eigentlich noch gar nicht angelangt, das kommt sowieso noch in einem anderen Artikel. Natürlich auch mit AdSense *kichert verrückt*

  • Okay, wenn wir also über Adsense hinweg sind: Am liebsten hätte ich, ich ganz persönlich, ich könnte mir für den Kommerz bei mir im Blog die Anbieter handverlesen auswählen. Deshalb stimmt für mich das Affiliate-Modell noch am ehesten (Das übrigens auch Johnny verfolgt hat, mit viel Fläche für itunes). Für mich, mit Vorleben sowohl als Journalist wie als Werber, daran besonders reizvoll: Das Medium sucht sich seine Werbung. Und nicht die Werbung das Medium. Damit werde ich also in nächsten Zeit experimentieren. Weil’s aber lausig wenig bringt, Affiliate wie Adsense, im Vergleich zu den TKP wirklich kommerzieller Seiten (siehe hier), natürlich mit eigenen Produkten.

  • da komm ich noch in einem separaten Artikel dazu, aber es ist schon zum Mäusemelken, dass man ausser Werbung nix anderes finden kann scheinbar.

  • Robert, gute Idee, mit der Serie zu zeigen, welche Möglichkeiten bestehen, mit seinem Blogging-Hobby auch seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

    Wir sehen doch alle, dass sich unsere (Arbeits-)Welt ändert. D braucht viel mehr solcher – neuen? – Ansätze, ohne gleich alles zu zerreden, oder gleich „Tausend Argumente“ zu finden, warum etwas so oder so bestimmt nicht klappen kann.

    Im Englischen heißt es für „Geld verdienen“ so schön „make a living“, und das wollen wir doch alle, oder? Da sind die „Ferengi Rules of Acquisition“ nicht der schlechteste Hinweis 😉 – btw. danke für den Tipp!, die kannte ich noch nicht 🙂 )

  • @Robert (25):
    Wenn es Leute wie Johnny nicht gäbe, die eben versuchen ANDERE Wege für die Vermarktung zu gehen und eben nicht auf den 08/15 GoogleAd+Google-Traffic-Zug aufspringen, dann würde es nie neue Möglichkeiten und Wege des Geldverdienens geben.
    Das ist wie im „normalen“ Leben der Unterschied zwischen Trendsettern und denen, die es nachmachen, wenn es „in“ ist…

    Klar kann Johnny mit seinem Konzept auf die Nase fliegen – aber vielleicht schafft er die Kurve genau deshalb, weil er es anders macht.

    MfG

  • Mit dem Blog Geld machen?

    Derzeit läuft eine sehr hitzige Diskussion, vor allem zwischen Robert (Basic Thinking) und Patrick (Blogdiplomatie) zum Thema „Mit dem Blog Geld verdienen“ – und einige Nebenaspekte.
    Blogs sind also nichts anderes als reine Contentmaschinen, Linkfa…

  • Super Artikel, super Kommentare – ein herrlicher Internet-Tagebuch-Schlagabtausch auf beiden Seiten mit professionellen Protagonisten. Ich hab mich gut informiert und unterhalten (allerdings auch auf kein Banner geklickt/geschaut, sorry).

    Dankeschön & Gruß
    Max

  • was uns hier in deutschland fehlt sind 2-3 blogs die wirklich als beispiel herhalten könnten, also kommerziell erfolgreich sind und inhaltlich was hermachen. an denen könnte man dann schön entlang diskutieren. ich glaube fest daran, dass das geht. aber wie das am ende aussieht und wer sich da wie verbiegt, das ist mir bis jetzt noch nicht wirklich klar.

    mir graust eher vor den trafficschlampen, die witze, skandale, unglücksfälle und witzige + anzügliche bilder + videos durch ihre blogs rauschen lassen. da scheint es eine grosse nachfrage zu geben, bis runter auf tekkansches niveau.

    Das gibt Traffic und bei manch einem konvertiert der Traffic dann auch noch ganz ordentlich in Geld.

    Und ob mit oder ohne SEO. Der Prozess dauert so lange, da verändern sich Stil, Motivation und Ansichten eines Bloggers im Laufe der Zeit sowieso des öfteren. Da mag einer als SEO antreten und endet als Blogger aus Leidenschaft und umgekehrt. Und beide Varianten schaffen sich ihre Besucher und Leserschaft. Auf beide Arten kann man kommerziell erfolgreich sein, muss es aber nicht. Ich persönlich favorisiere immer eine Art Mittelweg, d.h. ich versuche die Vorteile beider Seiten zu nutzen ohne mich von den Nachteilen all zu sehr behindern zu lassen. Welchen Weg man auch wählt, letztendlich bekommt am Ende jeder genau das was er verdient 😉

  • Ich hab´s mich bei Euch in der Tat schon öfter gefragt, aber nicht zu fragen getraut. So exzessiv, wie Ihr hier postet und so viel, wie Du Robert, täglich an Artikeln, auch langen und offenbar recherchierten raushaust:

    Habt Ihr keinen Job? Nicht falsch verstehen. Ist nicht provokativ gemeint. Nur: Ich hätte die Zeit nicht und frage mich, was ich falsch mache. Denn ich würde meine Zeit auch lieber so verbringen….

  • @ Dieter: Kicher, wir sind eben Blogschlampen, also, ich zumindest. Aber sei beruhigt, ich poste so exzessiv eben auch nur anfallsweise. Mein Blog leidet viel zu oft darunter, dass ich tagelang weder zu neuen Artikeln noch zu Kommentaren anderswo komme, weil ich Geld verdienen muss. — Das mache ich meist projektweise, hart und heftig. Mein Blog ist sozusagen die Fingerübung zwischen den Ernstfällen. Und auch ein bisschen Eigenwerbung, gerichtet an all diejenigen, die noch nicht wissen, dass man mich als Texter buchen könnte. (Ich mein ja nur…)

  • Ein Quak hier, ein Quak dort

    Ab und an komme ich mir in der so genannten „Blogosphäre“ so vor wie auf Old MacDonald Farm: Ein Quak hier, ein Quak dort, und schließlich ein Quak, Quack, Quack. Wie anders kann man die Diskussion verstehen, die nicht nur, aber eben auch, gegenwä…

  • Robert: Kann es sein, dass du ein zu klischeehaftes Bild von den Zielen und Idealen von Werbern hast? Und warum sprecht ihr so viel von entweder oder und versucht euch nicht mal inhaltlich in der Mitte zu treffen? Ich kann jetzt am Tag danach natürclih schön schreiben, aber gut wäre ein Moderator gewesen, der ab und zu mal auf die Zielsetzung bzw. Ursprungsfrage weist. Und da kommt die Idee, warum macht ihr nicht einen Podcast draus???

  • […] da unterhalten sich welche, unter welchen Umständen sie als “Traffic”-Schlampen mit ihren “Profi”-Blogs Geld verdienen können.. und auf meinen Streifzügen durch meine virtuell befreundete Nachbarschaft hier in Klein-Bloggersdorf, werde ich auf folgendes Blog gestoßen. […]