Sonstiges

Das Weblog als neue Kommunikationsplattform der Kelterei Walther

zum Thema Weblogs und Nutzen für Unternehmen haben mir freundlicherweise Kirstin Walter und Jörg Holzmüller (Kelterei Walther, bekannt über ihr Saftblog, was die Blogosphäre angeht) diese Mail zukommen lassen, die auf diesen Aspekt angeht. Wir haben uns abgesprochen, diese Mail hier zu veröffentlichen, passt der Inhalt eben nicht so dolle auf das Saftblog, was die Leserschaft dort angeht. Der Inhalt ist ein sehr starkes Bekenntnis zu Weblogs. Das ist deswegen so spannend, weil das Thema für viele in der Wirtschaft immer noch ein Buch mit sieben Siegeln ist und es nach wie vor kaum Erfahrungsberichte gibt. Sei es positiv oder negativ. Und das Unternehmen Kelterei Walther ist überraschenderweise sehr stark von Weblogs überzeugt. Überraschend für diejenigen, die eher leichte Vorteile sehen, wenn überhaupt. Und überraschend für viele, die der Meinung sind, das alteingesessene Mittelständler (die Kelterei existiert fast 80 Jahre) die letzten sein werden, die mit einer so hochdynamischen Kommunikationsform etwas anfangen können. Also, lets go, Feedback und Fragen könnt Ihr per Kommentar loswerden.
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Hallo Robert,

das Saftblog gibt es jetzt seit dem 19. Januar, und wie es scheint, verändert es die Unternehmensausrichtung in nicht geahnter Weise. Mittlerweile sind es mehr als nur Überlegungen, die die alte Homepage der Kelterei auf Visitenkarten und Geschäftspapier durch die Adresse des Saftblogs zu ersetzen: die URL des Saftblogs ist weitaus bekannter als die der Kelterei Walther und wird mehr und mehr als offizielle Homepage der Kelterei angesehen. Und noch mehr: das Weblog wird mehr und mehr zur Kommunikationsplattform des Unternehmens. Hier hinterlassen Mitarbeiter mittlerweile ihre Krankmeldungen, hier schreiben Externe persönlich adressierte Nachrichten, die früher als eMail verschickt worden, hier hinterlassen Lieferanten ihre neuesten Angebote. Und das alles öffentlich. Die Links dazu stehen unten.

Warum braucht man dann eigentlich noch ein Kontaktformular, wozu eine Unternehmens-eMail-Adresse oder gar individualisierte eMail-Adressen? Die Kommunikation findet immer öfter via Weblog statt! Das Weblog als neue, öffentliche Kommunikationsplattform mit all-in-one-Charakter.

Kirstin sagte heute früh: „In den 79 Jahren seit der Gründung der Kelterei im Jahr 1927 hat nichts solchen Einfluß auf die Geschäftsausrichtung des Unternehmens gehabt wie das seit Januar bestehende Weblog: nicht das Ende der Weimarer Republik, nicht die Nazizeit und der 2. Weltkrieg, nicht der SED-Kommunismus und nicht die Wende zur sozialen Marktwirtschaft mit ihren vielen Fallstricken für ein Ostunternehmen. Alles wird schneller, der Dialog mit den Kunden, die Entscheidungen, der Verkauf, die permanente Neuausrichtung. Ich kann nur erahnen, wie durch das Weblog unser Unternehmen in 12 bis 18 Monaten aussehen kann.“

Spannende Zeiten, wie ich finde!

Hier die Links:
Andrea Müller nutzt das Saftblog als eMail-Ersatz >>

Ein polnischer Landwirt hat in unserem Weblog gelesen, daß wir Rhabarber zu Saft verarbeiten und es wenig davon gibt. Es hat das Weblog genutzt, uns ein konkretes Angebot zu machen. Hier zum Nachlesen >>
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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

5 Kommentare

  • >> Hier hinterlassen Mitarbeiter mittlerweile ihre Krankmeldungen

    Bitte!? Kann es sein, dass die Mitarbeiter nicht wissen, was sie da tun?

  • Doc Searls: Markets are Relationsships

    Wie Musikbands ohne Medien auskommen, wenn sie es schaffen eine aktive Beziehung zu ihren Fans aufzubauen, beschreibt Bob Lefsetz in Modern Marketing (Sehr lesenswert!). Doc Searls greift das Thema auf und ergänzt in seinem Blogeintrag Markets are Rel…

  • […] Gerade eben habe ich einen Beitrag im basic thinking Blog (lesenswert!) über den Einsatz eines Weblogs in der Kelterei Walter gelesen. Dieses Unternehmen hat schlappe 80 Jahre auf dem Buckel, produziert Saft (ja, Saft!), kommt aus den Neuen Bundesländern, beschäftige 15 bis 20 Mitarbeiter und ist anscheinend seinen Wurzeln treu (”Tradition verpflichtet”). Kurz gesagt: Eine ordentliches deutsches mittelständisches Unternehmen was genauso gut auch in OWL sitzen könnte. Diese ganzen Prädikate hindern das Unternehmen aber in keiner Weise daran ausgesprochen zukunftsgemäss zu agieren und die neuen Kommunikationsformen (nennt man ich Internet) gekonnt für sich zu nutzen. Neben einer überarbeitungswürden Unternehmensdarstellung betreibt die Firma einen eigenen Online-Shop und siehe da auch ein eigenes Saftblog. In dem Saftblog steht folgender einleitender / erklärender Text: Früher war alles viel besser. Früher stand der Chef noch auf dem Hof und unterhielt sich mit seinen Kunden. Viele kannte er sogar mit Namen. Und im Gespräch wurden Kritik, Anregungen und auch Lob unmittelbar ausgetauscht. Heute führt man kein Gespräch mehr mit seinen Kunden, sondern ist mit Ihnen im Dialog, wie es neudeutsch heißt. Aber besser im Dialog, als gar nicht mehr im Gespräch. Mit dem Weblog wollen wir noch mehr Menschen am Leben und Arbeiten in der Kelterei Walther teilnehmen lassen. Auch wenn ein Weblog den persönlichen Kontakt nicht ersetzen kann, ist es der einfachste und direkteste Weg, mit der Geschäftsführung und dem Team der Walther’s zu kommunizieren oder Meinungen, Erfahrungen und Wissenswertes untereinander auszutauschen. Wir freuen uns auf ein neues Gespräch mit Ihnen! (saftblog.de) […]

  • […] Kirstin Walther in einem eMail an Robert Basic von Basic Thinking: ‘In den 79 Jahren seit der Gründung der Kelterei im Jahr 1927 hat nichts solchen Einfluß auf die Geschäftsausrichtung des Unternehmens gehabt wie das seit Januar bestehende Weblog: nicht das Ende der Weimarer Republik, nicht die Nazizeit und der 2. Weltkrieg, nicht der SED-Kommunismus und nicht die Wende zur sozialen Marktwirtschaft mit ihren vielen Fallstricken für ein Ostunternehmen. […]