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Ein kleiner Wichser, der nur im Internet strunzt

Udo Vetter über sich selbst: Ich bin genau wie ihr, die Betreffenden wissen schon, wen ich meine. Ein kleiner Wichser, der nur im Internet strunzt

Das sind wahrhaftig seine Worte… ich zitiere es nur… ich musste den Text zweimal lesen und hatte immer noch nicht kapiert, um was es ging. Erst Kommentator No. 47 löst das Rätsel auf:

Udo hat einen ungefragt aggregierenden Aggregator aggressiv als fiesen, kleinen Content-Dieb bezeichnet und wurde in der Folge schon in den letzten paar Hundert kommentaren als jemand bezeichnet, der das Web nicht verstanden hat und keinen Plan von Netzkultur hat. Udo musste sich anhören, dass er sich wie eine Made im Speck geschaffener Netzkulturen bewegt und dass er doch bitte die Regeln der Blogosphäre respektieren sollte. Nun, dass die Unart ungefragter Agggregatoren Teil der Netzkultur ist, wusste ich bis dahin auch nicht — ich ging davon aus, dass man als Betreiber eines Aggregators erstmal fragt. Und wer mit so veralteten Dingen wie dem Urheberrecht argumentierte, durfte sich belehren lassen, dass dieses veraltet ist und nur Spießer noch nicht alles unter CC publizieren. So wie ich Udos Beitrag interpretiere, waren die Reaktionen per Email nicht gerade freundlicher…

Warum ich diese Geschichte bringe, obwohl sie Außenstehenden völlig irrelevant erscheinen wird? Irgendwann geht einem das Bloggen in Fleisch und Blut über, nicht immer, aber manchmal. Und im Verlauf dieses Prozesses bleibt man entweder Herr seines Blogs oder eben nicht. Je nachdem ist man besser oder schlechter in der Lage, das Bloggen als solches mit gebührendem Abstand zu betrachten. Gerade diejenigen, die ihr Blog sehr intensiv nutzen, müssen daher auch lernen, ihre Kraft zum Bloggen einzuteilen. Steckt man von Beginn an Unmengen von Enthusiasmus hinein, vergällt das Bloggen früher oder später die Lust zum selbigen. Das wird wohl auch der Grund sein, warum manch ein altgedienter Blogger dem Aussenstehenden vor lauter Selbstironie somehow abgefuckt vorkommt. Diese Selbstironie ist Ausdruck des Abstands zum Blog. Es muss nicht unbedingt ein Indikator sein, dass einer als Blogger verbraucht ist.

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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

9 Kommentare

  • Hi,
    naja, das Thema kocht wohl überall ziemlich hoch. Gegen platte Raubkopien bin ich auch allergisch. Aber was ist, wenn man in der Kopie sichtbar auf den Urheber des Artikels verweist?
    Ich hatte mal eine Zeitlang sogenannte Metablogs, also Blogs, die sich aus dem jeweils aktuellsten Beitrag aus einer Reihe anderer Blogs zusammensetzen. Wenn man so will, eine erweiterte Blogroll. Eine Liste von Blogs umfasste dabei 20 bis 50 Einträge, und jeweils die neuesten 15 Artikel wurden kopiert, chronologisch Sortiert, und mit Quellenhinweis wieder neu zusammengestellt. Ich dachte mir, daß man auf diese Weise sowohl die Möglichkeit hat, auf einer einzigen Seite gleich eine ganze Reihe von Blogs zu lesen (wenn auch nur den neuesten Beitrag), und auf der anderen Seite so die Chance hat, interessante Blogs zu finden, die man dann direkt abonniert. Schließlich will man ja auch mal ältere Artikel lesen oder einen Artikel kommentieren. Jedenfalls ging der Schuss nach hinten los, irgendwann hatte sich mal Jemand beschwert. Seitdem habe ich diesen Service wieder abgestellt. Vielleicht werde ich ihn irgendwann wieder aufleben lassen, dann aber nur Blogs aufnehmen, die eine CC-Lizenz im Feed haben. Allerdings hat das bislang kaum ein Blog.

  • Vielleicht wäre es in dieser Hinsicht sinnvoll, RSS zu erweitern und in einem entsprechenden licence-tag die Lizenz anzugeben. Das müsste dann natürlich normalisiert sein, damit es auch verarbeitbar ist. Dann kommt es zu solchen Missverständnissen zur Verwendung erst gar nicht. Aber diese Aufgabe überlass ich jemandem, der sich viel mit Blogs beschäftigt *winkMitDemZaunpfahl*

  • „(Content-)Aggregatoren“ und „Netzkultur“ sind eben wieder einmal zwei Begriffe, die in einem Satz nur schwer in einen postitiven Zusammenhang gestellt werden können. 😉

  • Die Kopie ist die größte Würdigung die einem passieren kann. Und ich habe den Text von Herrn Vetter ganz anders verstanden, nicht richtiger sondern nur anders. Er läßt in seine Eitelkeit Einblick gewähren. In das Herzstück des Kränkens. Das darf man. Muss man nicht. Aber wenn er will. Und das mit der typischen Handbewegung, soll einwenig darüber hinweg täuschen, dass er mit seiner Eitelkeit so ringt. Wer tut das nicht?

  • Mit Strunzen und „anonym“ im Internet sind natürlich auch schon irgendwie wieder klassische Angriffslinien.
    In der Sonntags-ElPaís stand etwas von „Bauchnabelschau“/“Egozentrik“. Jedoch war das übrigens ein insgesamt eher positiver wenn auch kurzer Artikel. Schliesslich ist ja „Bauchnabelschau“/“Egozentrik“/“Strunzen“ nicht per se negativ.
    Is aber alles ziemlich emotional, oder?
    Ich hab als Konsument eine strikt utilitaristische (spell.?) Sicht und da liegen die Schwächen des Mediums eher woanders.
    Irgendwann wird jemand ein wirklich schlaues Buch drüber schreiben.

  • […] Also hier bei Basic Thinking wird von "strunzenden Wichsern" geschrieben. Dieser Mischung von Alt- und Neudeutsch kann ich nicht mehr folgen. Ja, ja das Alter! […]

  • ist schon witzig, viele leute denken sie surfen anonym im ineternet. pustekuchen. die surfer und webmaster können da vieles herausfinden. ein kleines beispiel gefällig: http://www.ip-adress.com

    ooppsss………..