Sonstiges

10 teuflische Gründe gegen ein Business-Blog

ich darf mal den jungen Beitrag von Klaus Eck aufgreifen und die 10 Pro-Argumente hinterfragen. Nicht, dass ich etwas gegen das Argumentarium von Klaus habe, es ist völlig ok imho. Aber, es macht mir hin und wieder Spaß, sich selbst und den Blick auf die Welt des Corporate Bloggins zu hinterfragen. Klaus Liste dient mir dabei mehr als Aufhänger. Btw, Klaus weist auf eine Veranstaltung in Wiesbaden hin, also reinlesen, bevor ich jetzt endlich loslegen kann:

1. Agenda Setting: Sie können Ihre Themen im Web sichtbarer machen und mehr Aufmerksamkeit auf sich lenken.
Advocatus Diaboli: Die Webuser im Netz interessieren sich für kostenlose Downloads, Hacks, Sexseiten und Jokes. Die kümmerliche Randgruppe, die nicht so tickt, ist nicht der Mühe wert, mit einem Blog bedient zu werden. In welchem Business ist Deine Firma tätig?

2. Suchmaschinenmarketing: Mit jedem guten Blog-Beitrag verbessern Sie ein wenig Ihre Online-Präsenz. Allerdings müssen Sie dazu überzeugende Inhalte verfassen, die Ihre Leser anziehen und dazu bringen, Ihre Blog-Artikel zu verlinken.
Advocatus Diaboli: Du glaubst wirklich im Ernst, dass sich einer für Deine faszinierende Fließbandstraße interessiert und das dann auch noch die halbe Katzenblogwelt auf Dich verlinkt? Hinzukommt, jeder etwas begabtere und von der Konkurrenz beauftragte SEO wird Deine Suchmaschinenpositonen an die Wand klatschen. Du bist doch nicht mal in der Lage, die richtigen Worte auf dem Blog zu wählen. Wenn Du schon vorher schlechte Suchmaschinenpositonen hattest, kann das doch eher daran liegen, dass Du keine Ahnung davon hast, wonach Deine Kunden suchen.

3. Flexibilität: Sie können Ihre Inhalte sehr schnell online publizieren, ohne sich allzu sehr mit der Technik auseinandersetzen zu müssen.
Advocatus Diaboli: Das Gerücht verbreiten gerne alle ITler. Aber, die Wahrheit ist: Wenn Du noch nicht einmal weißt, wie man Text fett auszeichnest, wirst Du noch viel mehr Spaß damit haben, das richtige Design auszuwählen, FTP Dokus zu lesen, die Folder mit den korrekten CHMOD-Rechten auszustatten, Sicherheitslücken zu stopfen, Updates der Blogsoftware einzuspielen und Spam abzuwehren. Viel Spaß mit dem schnellen Pubilizieren!

4. Ihre Kunden: Diese bloggen vielleicht schon. Wenn Sie ebenfalls online mit einem Corporate Blog vertreten sind, können Sie leichter auf Diskussionen reagieren und Ihr Networking verbessern.
Advocatus Diaboli: Wer höchstens bloggt, ist ein Konkurrent in Polen und einer in Taiwan. Deine Kunden bloggen nicht, sie lesen nicht einmal Blogs. Schon mal Deine Kunden danach gefragt, ob sie wissen, dass ein Blog kein Notizheft ist?

5. Dialog: Ihre Kunden erhalten die Gelegenheit, Sie online kennen zu lernen und direkt mit Ihnen den Kontakt aufzunehmen. Es fällt sehr viel leichter einen Blogger anzusprechen, von dem man einige Beiträge gelesen hat, als eine anonyme Adresse.
Advocatus Diaboli: Kunden haben kein Interesse daran, ob Du die Farbe blau magst, ob Du lieber mit dem linken Fuß aufstehst oder ob Du ein geschwätziger Geschäftsmann bist. Sie haben auch keine Lust, Deine unzähligen Artikel zu lesen, bevor sie zum Hörer greifen. Kunden wollen Dein Produkt haben, sie wollen es billigst, sie wollen ein klasse Produkt, sie wollen guten Support und sie wollen es schnell. Glaube ja nicht, dass Kunden Dein Zeugs kaufen, weil Du so nett schreiben kannst. Amüsieren kannst Du sie, aber beim Kauf zeigt der Kunde ein anderes Gesicht, Schluss mit lustig, freundlich, nett schwätzen.

6. Feedback: Im Gespräch mit Kunden lernen Sie in der Regel sehr viel. Blogs ermöglichen es, regelmäßig neue Diskussion anzuregen. Sie profitieren vom Online-Feedback in den Kommentaren und auf anderen Blogs.
Advocatus Diaboli: Schon mal von Wisdom of the Crowd gehört? Du weißt, was das heißt? Das ist eine nette Umschreibung für Kunden, die sich in alles einmischen wollen, keine Ahnung haben und denken, sie habe die Weisheit mit den Löffeln gefressen. Und auf die willst Du hören? Du kennst btw die Bestimmungen des Insolvenzrechts? Auf die Dummheit der Massen zu hören, ist der beste Weg, Dein Unternehmen in die Regionalliga zu jagen.

7. Sales: Sie können Ihren Kunden und Kooperationspartnern online in einem Weblog Anknüpfungspunkte bieten, damit diese den Weg zu Ihnen finden. Je überzeugender Sie mit Ihren Blog-Artikeln auftreten, desto leichter dürfte es sein, Ihre Kunden von Ihren Leistungen zu überzeugen und somit ein Blog als Verkaufsunterstützung zu nutzen.

Advocatus Diaboli: Ok, auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn. Und ganz ehrlich, verteile lieber brav Deine Flyer schön regelmäßig, statt darauf zu setzen, dass Du via Weblog was verkaufen kannst. Es sei denn, Du möchtest mit 50% Deiner Zeit die typische Blog-Lesergruppen bedienen, die nix kaufen wollen, die nur auf Brot, Sex und Spiele stehen. Sind das Deine Kunden?

8. Wissensmanagement/ Ideenmanagement: Sie können Ihre Informationen bündeln und anderen leichter zur Verfügung stellen. Der Aufwand für diese kleine Form des Knowledge Managements hält sich in Grenzen.
Advocatus Diaboli: Also reden wir doch mal Tacheles, seit wann bist Du anerkannter Experte? Seit wann hängen die Konkurrenten und Kunden an Deinen Lippen? Ahso.. Du machst erst seit 3 Jahren Dein Business? Na dann, wahrhaftig, ein Experte, dessen Ruf wie Donnerhall vorauseilt. Also mach mal Dein Webdesigner-Blog ruhig auf.

9. Mundpropaganda: Wenn Sie über Ihre Ideen und Service-Angebote schreiben, können Ihre Leser das aufgreifen und im Netz eine Empfehlung aussprechen. Auf diese Weise ziehen Sie neue Businesskontakte an.
Advocatus Diaboli: Schon mal davon gehört, dass Sex Sells? Ich will ja nicht nerven, oben hab ich es Dir ja noch nett gesagt, aber keiner interessiert sich für Deinen Rasierschaum mit Geschmack. Hast Du nicht eher Sexpuppen mit Geschmack auf Lager?

10. Reputation: Mit jedem Artikel, den Sie online veröffentlichen, können Sie Ihre Kompetenz beweisen und sich selbst präsentieren. Durch das Bloggen werden Sie als ganzheitliche Person wahrgenommen.

Advocatus Diaboli: Du möchtest Dich also verstanden fühlen? Du willst, dass man Dich als Mensch wahrnimmt? Und deswegen sollen die Kunden mit Freuden Deine überteuerten Produkte kaufen, nur weil Du so ein Prachtkerl bist? Öhm, sag mal, in welcher Elite-Firma hast Du Dein Handwerk als Unternehmer erlernt?


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Über den Autor

Robert Basic

Robert Basic ist Namensgeber und Gründer von BASIC thinking und hat die Seite 2009 abgegeben. Von 2004 bis 2009 hat er über 12.000 Artikel hier veröffentlicht.

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